Kredite der Banken: Rot-grünes Bündnis gegen Wucherzinsen

17. Januar 2013, aktualisiert 17. Januar 2013, 12:32 Uhr
Quelle: Handelsblatt Online

Die Banken sollen ihre Zinsen auf Girokonten deutlich senken. Das fordern Verbraucherschützer schon lange. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück und die Grünen unterstützen nun die Kritik. Ein Deckel soll her.

SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück will überhöhte Zinsen für Überziehungskredite bei Banken gesetzlich verhindern. „Obwohl sich die Banken bei der Europäischen Zentralbank derzeit für nur 0,75 Prozent so günstig Geld leihen können wie nie, verlangen sie bis zu 15 Prozent Zinsen für einen einfachen Überziehungskredit“, sagte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück der „Bild“-Zeitung. „Das ist Wucher.“

Anzeige

Der SPD-Kanzlerkandidat hat offenbar keine Hoffnung, dass die Banken freiwillig ihre Kreditzinsen auf dem Girokonto senken. Er will nun einen Deckel einführen. „Erlaubt wäre dann nur noch ein Aufschlag von maximal acht Prozentpunkten auf den Basiszinssatz der Bundesbank“, heißt es in dem Zeitungsbericht.

Verbraucherschutz Länder fordern Deckelung von Dispo-Zinsen

Die Banken bekommen billig Geld. Die Dispozinsen sind nach Meinung von Verbraucherschützern viel zu hoch. Mehrere Bundesländer machen jetzt Druck auf die Bundesregierung, eine Obergrenze zu schaffen.

Verbraucherschutz: Länder fordern Deckelung von Dispo-Zinsen

Die Obergrenze könnte an den Leitzins der EZB gekoppelt werden. Dieser liegt mit minus 0,13 Prozent derzeit sogar im negativen Bereich. Nach diesem Modell wäre die Zinshöhe für Dispo-Kredite momentan auf 7,87 Prozent beschränkt. Im Ergebnis würden dadurch die Überziehungszinsen nahezu halbiert.

Hintergrund: Wenn das Girokonto im Minus ist, wird es mitunter richtig teuer. Spitzenzinssätze von mehr als 14 Prozent gibt es nach wie vor in der Branche. Im Schnitt liegt der Zinssatz zwischen 10 und 11 Prozent. „Unterm Strich sind die Dispozinsen 2012 leicht gesunken, das Niveau ist aber immer noch deutlich zu hoch“, urteilt Bankexpertin Stephanie Pallasch von der Stiftung Warentest.

Zinsen, Gebühren, Entgelte Wo Banken bei Privatkunden abkassieren

Die Banken haben Privatkunden als Ertragsquelle entdeckt: Seit der Lehman-Pleite hat fast jede dritte Bank die Gebühren erhöht, darunter auch die großen Finanzkonzerne. Welche Kunden mehr zahlen müssen.

Zinsen, Gebühren, Entgelte: Wo Banken bei Privatkunden abkassieren

Verbraucherschützer fordern schon länger eine gesetzliche Deckelung. Neben Steinbrück sind auch die Grünen neuerdings dafür. Es müsse in Deutschland ein Rechtsanspruch auf ein Girokonto eingeführt werden, forderte die Fraktionsvorsitzende Renate Künast jüngst in Weimar zum Abschluss der Klausurtagung der Bundestagsfraktion.

Ein Girokonto gehöre in vielen Lebensbereichen heute zur gesellschaftlichen Teilhabe dazu. Außerdem wolle ihre Partei, „dass die Menschen bei den Dispozinsen nicht weiter abgezockt werden“. Die Dispozinsen dürften nur knapp über dem Leitzins liegen. „Jetzt liegen sie im Unermesslichen und machen die Menschen noch ärmer.“

Anzeige
Kommentare | 2Alle Kommentare
  • 18.01.2013, 07:09 UhrMV_

    @pedro

    Was wurde Ihnen denn durch die Bank zugesagt, was dann nicht eingehalten wurde? Warum sind Dispozinsen nicht "Landfriedensbruch" oder z.B. "Unfallflucht"? Hört sich doch auch klasse an.

  • 17.01.2013, 15:46 Uhrpedro

    Dispozinsen sind Betrug.
    Schlicht und einfach Betrug.

Alle Kommentare lesen
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.