Krötenwanderung: Zahnzusatzversicherung - Zahlt sie oder zahlt sie nicht?

kolumneKrötenwanderung: Zahnzusatzversicherung - Zahlt sie oder zahlt sie nicht?

Kolumne von Anke Henrich

Ein Zahnarztbesuch schmerzt zwei Mal: beim Reparieren und beim Bezahlen. Immer wieder gibt es Streit um die Zahnzusatzversicherung. Dieses Urteil sollten Sie kennen.

Wenn es mit einer Plombe und Inlay nicht mehr getan ist, fällt der Eigenanteil zur Rechnung schnell vierstellig aus. Wer in den nächsten Jahren solche Ersatzteile auf sich zukommen sieht, ist mit einer Rund-Um-Zahnzusatzversicherung möglichweise gut bedient. Die Kosten liegen zum Beispiel bei einem oder einer 45-Jährigen um die 35 bis 40 Euro im Monat. Für kleine Eingriffe lohnt sich das nicht, für große kann es sich rechnen.

Versicherung Die strahlendsten Zahnzusatztarife

Zahnarztbehandlungen sind teuer, Kassenpatienten müssen vor allem Zahnersatz großenteils selbst zahlen. Wie private Zusatzpolicen funktionieren, was sie leisten und welche empfehlenswert sind.

Ein Gebiss auf Geldscheinen Quelle: dpa

Doch auch hier dräut Ärger, wenn es teuer wird – wie bei Implantaten. Mit 2000 Euro pro Ersatzzahn ist vor allem der gesetzlich Krankenversicherte schnell dabei. Die Kassen halten die Luxusvariante in der Regel für eine Überversorgung, die der Kunde bis auf einen relativ geringen Festbetrag der Kasse selbst zahlen muss.

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Doch auch die Zahnzusatzversicherung sträubt sich gerne bei vierstelligen Rechnungen. Ihre beliebte Argumentation: Die Notwendigkeit der Behandlung war schon bei Vertragsabschluss der Versicherungspolice gegeben. Die Versicherungsbedingungen schließen aber meist kategorisch alle laufenden oder bereits bekannt anstehenden Behandlungen zur Kostenübernahme aus.

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Auch das Oberlandesgericht Karlsruhe musste bei dieser Frage nachbohren. Drei Jahre nach Vertragsabschluss wurden einem Versicherten zwei Implantate gesetzt, Eigenanteil: stolze 7000 Euro. Die reichte er abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung zur Kostenübernahme bei seiner Versicherung ein. Die aber ließ ihn auflaufen: Schon auf einer Röntgenaufnahme aus dem Jahr seines Vertragsbeginns sei ersichtlich, dass die beiden maroden Zähe hätten ersetzt werden müssen. Also müsse sie nicht zahlen.

Falsch, entschieden die Richter. Die Zähne seien zu diesem Zeitpunkt nach objektiven Kriterien nicht so desolat gewesen, dass die Versorgung mit Implantaten zwingend notwendig gewesen sei. Das habe im ärztlichen Spielraum gelegen. Erst zwei Jahre später kamen nicht absehbar schmerzhafte Zysten hinzu, die die Entfernung der Zähne nötig machen. Folglich sei der Versicherungsfall erst lange nach dem Vertragsabschluss eingetreten (Az.: 12 U 127/12)

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