Lebensversicherung: Allianz Leben senkt Verzinsung

Lebensversicherung: Allianz Leben senkt Verzinsung

Bild vergrößern

Die Lebensversicherung der Allianz senkt die Überschussbeteiligung für 2011 auf 4,1 Prozent

von Annina Reimann

Die Allianz Lebensversicherung senkt die Überschussbeteiligung für das Jahr 2011 von 4,3 auf 4,1 Prozent. Die meisten Lebensversicherer orientieren sich an der Entscheidung der Allianz. Andere sind schon vorgeprescht.

Schuld daran, dass die Allianz Leben die laufende Verzinsung der Sparanteile von 4,3 auf 4,1 Prozent senken muss, sei das „historische Zinstief", verkündete Maximilian Zimmerer, Chef der Allianz-Leben-Sparte. In der Tat war die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen im Laufe des Jahres bis auf 2,1 Prozent gesunken und lag heute bei drei Prozent.

Drei Prozent Rendite reicht jedoch nicht, denn Lebensversicherer müssen ihren Kunden im Schnitt mindestens 3,4 Prozent gutschreiben. Das liegt an den vertraglich garantierten Zinsen. Dieser Garantiezins für Neuverträge liegt aktuell bei 2,25 Prozent. Da er einst bei bis zu vier Prozent lag, müssen Lebensversicherer ihren Kunden im Schnitt mehr gutschreiben. Die Überschussbeteiligung setzt sich dann aus den Garantiezinsen plus den Zinsen zusammen, die der Lebensversicherer über den Garantiezins hinaus erwirtschaftet und an Kunden weitergibt.

Anzeige

Neue Kunden wollen mehr

Doch allein mit den garantierten Zinsen von durchschnittlich 3,4 Prozent kann kein Lebensversicherer bei seinen Kunden punkten. Um neue Kunden zu gewinnen, müssen die Unternehmen mehr bieten. Das will Zimmerer: Er verspricht mindestens 4,7 Prozent für das Jahr 2011. Das kann er, weil die jährliche Überschussbeteiligung -, die Lebensversicherer traditionell nur auf das nach Kosten angelegte Kapital zahlen (Sparanteil) – nicht die einzige Gewinnquelle ist.

Zum Überschuss kommt der Schlussüberschuss hinzu. Der ist wie die Überschussbeteiligung ein Bestandteil der gesamten Rendite. Er wird am Ende der Laufzeit einer Lebensversicherung ausgezahlt.

Immense Kursgewinne

Zusätzlich – es klingt paradox – profitieren Kunden, deren Police ausgezahlt wird oder die kündigen, aktuell von den niedrigen Zinsen. Denn Lebensversicherer müssen Kunden an den Bewertungsreserven beteiligen. Die entstehen, wenn die Börsenkurse der Anleihen über den Einkaufspreis steigen. Anleihen werden bis zum Rückzahlungstermin an der Börse gehandelt. Steigt der Kurs, sinkt die Rendite, denn bei Anleihen verhalten sich Kurs und Rendite immer gegensätzlich. Da die Zinsen zehnjähriger Bundesanleihen bis auf 2,1 Prozent gefallen sind, verbuchten Lebensversicherer immense Kursgewinne, teils bis zu 40 Prozent. Dank des hohen Anteils an Rentenpapieren wie Staatsanleihen, Unternehmensanleihen oder Pfandbriefen steigen die Bewertungsreserven schnell. Da die Branche im Schnitt rund 87,5 Prozent der Gelder in Rentenpapieren anlegt, dürfen auch Kunden anderer Lebensversicherer mit Bewertungsreserven rechnen. Daran müssen Lebensversicherer Kunden seit 2008 am Ende der Vertragsdauer beteiligen – macht bei der Allianz im Durchschnitt 0,2 Prozent (Stand: 17.11.2010) zusätzlichen Zins für alle, die sich jetzt von dem Versicherer verabschieden.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%