Lebensversicherung: Niedrige Zinsen belasten Solvenz der Lebensversicherer

Lebensversicherung: Niedrige Zinsen belasten Solvenz der Lebensversicherer

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Die niedrigen Zinsen machen den Lebensversicherern weiterhin stark zu schaffen.

von Saskia Littmann

Deutsche Lebensversicherer halten weiterhin deutlich mehr Eigenmittel vor, als von der Finanzaufsicht gefordert. Die niedrigen Zinsen belasten aber das Geschäft, durchschnittlich sind die Rücklagen leicht gesunken.

Viele deutsche Lebensversicherer haben zwar zuletzt ihr Eigenkapital aufgestockt. Insgesamt ist der Anteil an Eigenmitteln, die sogenannte Solvabilitätsquote, bei den Lebensversicherern im Vergleich zum Vorjahr allerdings leicht um 0,2 Prozent gesunken. Dennoch verfügen die Assekuranzen über deutlich mehr Eigenmittel, als es von der Finanzaufsicht BaFin gefordert wird. Dies zeigt der aktuelle map-reports, eine unabhängige Branchenanalyse.

Demnach liegt die Solvabilitätsquote bei den untersuchten Lebensversicherern im Schnitt bei 164,5 Prozent. 2007 waren es noch rund 207 Prozent. Je höher diese Quote ist, desto besser können Versicherer ihren Bedarf an Kapital decken. Haben sie beispielsweise eine Solvabilitätsquote von 100 Prozent, ist genau so viel Kapital vorhanden, um den gesamten Bedarf des Unternehmens zu decken. Damit wäre zwar laut map-report das Soll erfüllt, für die Zukunft erwecke so eine Versicherung allerdings nicht den Eindruck, auch in der Zukunft die von der Aufsicht geforderten Sicherheitspuffer vorhalten zu können.

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Die solventesten Lebensversicherer

  • Platz 1

    Mecklenburgische

    Solvabilitätsquote: 283,0%

    Quelle: map-report

  • Platz 2

    Direkte Leben

    272,4%

  • Platz 3

    Mylife

    258,9%

  • Platz 4

    Bayerische Beamten

    239,6%

  • Platz 5

    VHV

    236,9%

  • Marktdurchschnitt

    164,5%

Die höchste Quote hat derzeit mit 283 Prozent die Mecklenburgische vorzuweisen, gefolgt von Direkte Leben und Mylife. Der Branchenprimus Allianz kommt auf eine Quote von 176 Prozent, liegt also noch deutlich über dem Branchenschnitt. Die geringste Quote erreicht die Aachen Münchener mit rund 123 Prozent, auch Generali liegt mit 130 Prozent am Ende des Feldes.

Schwieriges Marktumfeld

Insgesamt liegt die Eigenmittelreserve der Versicherer also weit über den gesetzlichen Anforderungen. Den leichten Rückgang erklären die Autoren des im Versicherungsjournal Verlag erscheinenden map-reports unter anderem mit den gesetzlichen Anforderungen an die Assekuranzen und dem insgesamt schlechten Marktumfeld für die Konzerne. Die niedrigen Zinsen führten "zu einer Verschlechterung der Solvabilität, weil die Marktgewinne auf der Aktivseite durch höhere versicherungstechnische Rückstellungen auf der Passivseite überkompensiert würden", schreiben die Autoren des map-reports.

Die solventesten Privaten Krankenversicherungen

  • Platz 1

    Provinzial

    Solvabilitätsquote: 547,89%

    Quelle: map-report

  • Platz 2

    Deutscher Ring

    500,9%

  • Platz 3

    Universa

    486,8%

  • Platz 4

    Continentale

    466,8%

  • Platz 5

    Hallesche

    435,1%

  • Marktdurchschnitt

    251,3%

Grundsätzlich leiden die Lebensversicherer vor allem unter ihren Garantien, welche sie ihren Kunden teilweise vor vielen Jahren eingeräumt haben. Je niedriger das Zinsniveau wird, desto schwieriger ist es für die Assekuranzen, die garantierten Zinsen zu erwirtschaften. Die hohen Zinsen, welche Versicherer gerne zahlen würden, werfen Anlagen wie Bundesanleihen nicht mehr ab. Für die Versicherungen ist das problematisch, denn sie dürfen das Geld ihrer Kunden nur in vergleichsweise sichere Anlageformen investieren, der Aktienanteil etwa ist begrenzt. Für Neukunden liegt der Garantiezins daher mittlerweile nur noch bei 1,25 Prozent.

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Erst am Mittwoch hatte die Finanzaufsicht BaFin einen Report über aktuelle Situation der Lebensversicherer veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass vielen Assekuranzen die Umstellung auf die verschärften Kapitalanforderungen weiterhin schwerfällt. Demnach wäre fast die Hälfte der insgesamt 87 Unternehmen an den ab 2016 geltenden strengeren Regeln gescheitert, wenn es nicht bestimmte Übergangsfristen gäbe. Vor einem Jahr war es noch nur ein Viertel der Versicherer, welche durchgefallen wären. "Die Unternehmen werden sich sehr anstrengen müssen, um ihre Kapitalbasis zu stärken, auch wenn die Zinsen seit Ende 2014 leicht gestiegen sind", sagt BaFin-Chef Felix Hufeld. Schwierig seien laut BaFin vor allem die lebenslangen Garantien, welche die Versicherungen ihren Kunden teilweise vor langer Zeit gegeben hätten.

Deutlich besser als die Lebensversicherer sind laut map-report die Privaten Krankenversicherungen (PKV) mit Eigenmitteln ausgestattet. Spitzenreiter ist mit über 540 Prozent die Provinzial, gefolgt vom Deutschen Ring mit 500 Prozent. Viele Krankenversicherer haben ihre Solvabilitätsquote im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht, im Durchschnitt liegt die Quote bei rund 250 Prozent. Laut PKV-Verband sind die hohen Quoten ein Beleg dafür, dass die Versicherer auf die neuen Regularien unter Solvency II vorbereitet seien.

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