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exklusiv Lebensversicherungen: Bewertungsreserven werden neu aufgeteilt

von Christian Ramthun

Der Streit um die Bewertungsreserven von Lebensversicherungen geht in die letzte Phase. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, will der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat am 26. Februar entscheiden, in welchem Umfang ausscheidende Versicherte an den derzeit extrem hohen stillen Reserven zu beteiligen sind.

Interrisk: Österreicher bieten beste Beitragsrendite

Die Ratingagentur Assekurata errechnete für Interrisk eine garantierte Beitragsrendite von 1,69 Prozent - für einen Vertrag, der 25 Jahre läuft und formal einen Garantiezins von 1,75 Prozent hat. So nah ist kein anderer Versicherer am Garantiezins dran. Auch im Vorjahr war dies so.

Die prognostizierte - und damit unverbindliche - Beitragsrendite beträgt 4,2 Prozent. Damit liegt Interrisk als einer von vier Anbietern noch über der Marke von vier Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Satz jedoch deutlich gesunken, und zwar von 4,57 Prozent.

Die InterRisk Versicherungs-AG ist das deutsche Tochterunternehmen der östereichischen Vienna Insurance Group.

Bild: Presse

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Es geht um 80 Milliarden Euro in den Büchern der Versicherungen. Die Summe ist auf die niedrigen Zinsen und den damit verbundenen rasanten Kursanstieg der Anleihen zurückzuführen, in denen das Versichertengeld angelegt ist.

Zuvor gibt eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Nordrhein-Westfalens Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) und Hartmut Koschyk (CSU), Staatssekretär im Bundesfinanzministerium, eine Empfehlung ab. Beide halten es laut WirtschaftsWoche für sinnvoll, die seit 2008 geltende Ausschüttungspraxis zu korrigieren. Ausscheidende Versicherte sollen nur noch zu einem Viertel statt zur Hälfte an den Bewertungsreserven beteiligt werden, der Rest bei der Versichertengemeinschaft bleiben.

Höhe der Bewertungsreserven am Quartalsende Lebensversicherungen
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Bei der Begrenzung handelt es sich laut Walter-Borjans nicht um eine Verteilungsfrage zwischen den Unternehmen und den Verbrauchern. Koschyk verwahrt sich gegen Unterstellungen, die Regierung wolle die Versichertengemeinschaft schädigen. Vielmehr gehe es darum, so Koschyk zur WirtschaftsWoche, „Windfallprofits einer vergleichsweise kleinen Gruppe, deren Policen zufälligerweise jetzt fällig werden und mit denen unter normalen Umständen gar nicht zu rechnen gewesen wäre, zulasten der verbleibenden rund 95 Prozent Versicherten zu verhindern“.

Unterstützung erhalten die Befürworter einer Korrektur vom „Rentenpapst“ Bert Rürup. Dieser spricht von „einer intergenerativen Unwucht“ des geltenden Rechts. „Das seit einiger Zeit extrem niedrige Zinsniveau hat zu einem dramatischen Anstieg der Marktpreise der früher erworbenen höher verzinsten Anleihen in den Depots der Lebensversicherer geführt. Diese Buchgewinne müssen heute zu großen Teilen ausgeschüttet werden, obwohl sie mit dem Heranrücken der Fälligkeit dieser Papiere wegschmelzen“.

Die aktuelle Gesetzeslage würde folglich dazu führen, so Rürup, der heute das Handelsblatt Research Institute leitet, dass „eine kleine Gruppe von Versicherten, deren Verträge in der nächsten Zeit fällig werden als Folge des Zinsrutsches im Zuge der Eurokrise weit besser gestellt werden als diejenigen Versicherungsnehmer, deren Verträge vor zwei Jahren fällig wurden.“ Noch viel problematischer sei aber, dass durch den Zwang, nicht realisierte Buchgewinne auszuschütten viele nachfolgende Sparergenerationen zu Verlierern würden.

Dies ist laut Rürup „ein eklatanter Verstoß gegen das Prinzip einer intergenerativen Gleichbehandlung“. Der Rentenexperte spricht sich deshalb dringend dafür aus, das geltenden Recht anzupassen – nicht zugunsten der Versicherungsunternehmen, sondern im Interesse der Versichertengemeinschaft.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.02.2013, 13:22 UhrSchlegelmilch

    Auch für den ausgewiesenen Versicherungswirtschaft-Lobbyisten Rürup und seine Sprücheklopferei gilt die alte deutsche Volksweisheit: Mit eynes frembden mannes Arsch ist gut durch Feuer fahren.

  • 21.02.2013, 21:38 UhrJ.Seidel

    Die Versicherer machen z.Z. Rekordgewinne. Auch die Lebensversicherungen stehen gut da, zumindest was die Unternehmensgewinne angeht. Dies gilt z.B. für die Alianz, die am 21.02.2013 ihre Zahlen vorgelegt hat. Nun soll am 26. Februar 2013 im Vermittlungsausschuss entschieden werden, wieviel der Stillen Reserven sinnvollerweise ausgeschüttet werden soll. Hoffentlich wird dabei bedacht, dass diese Reserven hauptsächlich von denen aufgebaut worden sind, die bald ihre Lebensversicherung ausbezahlt bekommen. Denen ihre Alterversorgung zu beschneiden, ist nicht fair. Es wird davon gesprochen, nur ein Viertel statt der Hälfte der Reserven zu berücksichtigen. Das kommt einer Halbierung gleich, d.h. im Mittel ca. 5% Verlust für die Versicherten. Ich schaue mir genau an, welche Partei was mitbeschließt.

  • 19.02.2013, 16:41 UhrErwin

    Als ich (wohl auch im unwissenden jugendlichen Leichtsinn) eine Lebensversicherung abgeschlossen habe,
    wurde nicht auf die Pflicht einer 'intergenerativen Gleichbehandlung der Versicherten' hingewiesen.
    Auch von der Gefahr einer „intergenerativen Unwucht“ wurde mir nichts mitgeteilt.
    Dazu bracht offensichtlich schon die Qualität eines 'Papstes', der dank seiner erworbenen Weihen wohl dann jeden Unsinn loslassen kann.
    Was H. Rürup wohl zu den Geprellten sagen könnte, die 30 Jahre schön brav eingezahlt haben und dank der ("unter normalen Umständen gar nicht zu rechnen gewesen währenden") Niedrigzinsphase mit was Glück gerade noch die real gezalten Beiträge raus bekommen?
    Für einen Mann wie H. Rürup müsste es doch ein leichtes sein, was intergenerative zu erfinden, ums den geprellten ein bisschen leichter zu machen. Wie man die Versicherten ausnehmen soll, die dank Bewertungsreserven jetzt ein bisschen besser da stünden, hat er ja schon gut von sich gegeben.

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