Lebensversicherungen: Vermittler dürfen ihre Provision weiter verschleiern

Lebensversicherungen: Vermittler dürfen ihre Provision weiter verschleiern

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Versicherungsvermittler wie MLP müssen künftig angeben, wie stark die Rendite durch Abschlusskosten geschmälert wird.

Die Provisionen im Geschäft mit Lebensversicherungen müssen weiterhin nicht komplett offengelegt werden. Statt mehr Transparenz für den Verbraucher gibt es erneut einen Lobby-Erfolg für die Versicherungsbranche.

Versicherungsvertreter waren bereits in Panik, jetzt atmen sie auf. Denn Lebensversicherungskunden sollen auch in Zukunft nicht genau erfahren, wie viel ihr Vermittler an ihrer Unterschrift verdient. Die geplante Offenlegung der Provisionen ist vom Tisch. Stattdessen wird eine Kennziffer eingeführt, die den Kunden in Prozent Aufschluss darüber gibt, wie stark ihre Rendite durch die Abschlusskosten geschmälert wird.

Entsprechende Änderungen am Entwurf für ein Lebensversicherungs-Reformgesetz beschloss am Mittwoch der Bundestags-Finanzausschuss mit den Stimmen von Union und SPD. Im ersten Entwurf des Bundesfinanzministeriums hatte es noch geheißen, der Vermittler müsse dem Kunden die Höhe seiner Provision "als Gesamtbetrag in Euro" mitteilen.

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Lebensversicherer mit den höchsten Ablaufrenditen

  • Platz 1: Europa

    Rendite nach 30 Jahren: 6,0 Prozent

    Rendite nach 20 Jahren: 5,7 Prozent

    Rendite nach 12 Jahren: 4,4 Prozent

     

    Rendite auf den Beitrag zum Vertragsende 31.12.2013; Quelle: map-report

  • Platz 2: Debeka

    Rendite nach 30 Jahren: 5,8 Prozent

    Rendite nach 20 Jahren: 5,5 Prozent

    Rendite nach 12 Jahren: 4,5 Prozent

     

    Rendite auf den Beitrag zum Vertragsende 31.12.2013; Quelle: map-report

  • Platz 3: Huk-Coburg

    Rendite nach 30 Jahren: 6,0 Prozent

    Rendite nach 20 Jahren: 5,3 Prozent

    Rendite nach 12 Jahren: 4,2 Prozent

     

    Rendite auf den Beitrag zum Vertragsende 31.12.2013; Quelle: map-report

  • Platz 4: Neue Leben

    Rendite nach 30 Jahren: 6,0 Prozent

    Rendite nach 20 Jahren: 5,3 Prozent

    Rendite nach 12 Jahren: 4,2 Prozent

     

    Rendite auf den Beitrag zum Vertragsende 31.12.2013; Quelle: map-report

  • Platz 5: Cosmos

    Rendite nach 30 Jahren: 5,6 Prozent

    Rendite nach 20 Jahren: 5,0 Prozent

    Rendite nach 12 Jahren: 4,0 Prozent

     

    Rendite auf den Beitrag zum Vertragsende 31.12.2013; Quelle: map-report

Erfolgreicher Gegenangriff

Gegen diese Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes war aber die Branche Sturm gelaufen - offensichtlich mit Erfolg. Im Regierungsbündnis wird der Schwenk damit begründet, dass es sehr unterschiedliche Gruppen von Versicherungs-Vermittlern gebe und damit auch eine sehr unterschiedliche Kostenstruktur. So bekommt der einzelne Vermittler bei Banken oder Großvertrieben wie der Deutschen Vermögensberatung (DVAG) oder MLP zwar weniger Provision. Doch für den Kunden wird es deshalb nicht billiger als beim Abschluss etwa über einen freien Makler - denn den Rest kassiert das vermittelnde Unternehmen.

Der Ausweis der Provision in Euro hätte deshalb zu Wettbewerbsverzerrungen geführt, heißt es in dem beschlossenen Änderungsantrag. Die neue Lösung, die den Regeln bei der Riester-Rente folgt, mache die Angebote besser vergleichbar. In Kraft treten soll die Bestimmung zum Jahreswechsel 2014/15. Der Bundestag will die Versicherungsreform am Freitag beschließen.

So wird die Situation zwar verbessert, zufriedenstellend ist sie aus Sicht des Verbrauchers allerdings nicht. Der Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick sagte, die Transparenz bei der Vermittlung von Versicherungsverträgen werde durch die Neuregelung "verschlimmbessert". Die Kennziffer führe in die Irre, weil sie voraussetze, dass der Kunde bis zum Ende der Laufzeit durchhalte - was nur wenigen gelinge.

Auch das Kernproblem der Provisionslandschaft bringt Schick auf den Punkt: "Ob ein Vermittler ein bestimmtes Produkt verkauft, weil es zum Kunden passt, oder weil es das Konto des Vermittlers aufhübscht, können Verbraucher auch künftig nicht einschätzen", erklärt der Grünen-Politiker.

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In der Versicherungsbranche wird derzeit ohnehin über die absolute Höhe der Provisionen und sonstigen Abschlusskosten heftig diskutiert. Angesichts niedriger Zinsen fallen sie bei Lebensversicherungen immer stärker ins Gewicht. Je nach Vertriebsweg kassieren die Vermittler 2,5 bis sieben Prozent der Versicherungssumme. Daher gelten Lebensversicherungen zunehmend als wenig rentabel und gleichzeitig sehr teuer.

Die neuen Vorschriften sind Teil einer Reform, mit der die Lebensversicherer krisenfester gemacht werden sollen. Dazu gehört auch die Senkung des Garantiezins auf nur noch 1,25 Prozent sowie die geringere Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven der Versicherungskonzerne. Die Stärkung der Versicherer geht erneut zu Lasten der Verbraucher - deren Lobby hat leider mal wieder den Kürzeren gezogen.

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