Mehr Geld: Überraschender Rendite-Anstieg bei Lebensversicherungen

Mehr Geld: Überraschender Rendite-Anstieg bei Lebensversicherungen

von Niklas Hoyer

Die niedrigen Zinsen setzen Lebensversicherern zu. Doch zum Vertragsende bekommen Kunden dieses Jahr plötzlich mehr Geld. Wie passt das zusammen?

Leben Totgesagte mal wieder länger? Eigentlich machen die niedrigen Zinsen den Lebensversicherern zu schaffen, Jahr für Jahr müssen sie die den Kunden gutgeschriebene Rendite senken. Vor zehn Jahren erzielten sie mit ihren Kapitalanlagen noch fünf Prozent Rendite, heute sind es weniger als vier Prozent. Kunden bekommen noch weniger, da der Versicherer mit ihrem Beitrag auch noch seine Kosten decken muss. Kritische Beobachter sehen die klassische Lebensversicherung deshalb schon als Auslaufmodell.

Lebensversicherer mit den höchsten Ablaufrenditen

  • Platz 1: Europa

    Rendite nach 30 Jahren: 6,0 Prozent

    Rendite nach 20 Jahren: 5,7 Prozent

    Rendite nach 12 Jahren: 4,4 Prozent

     

    Rendite auf den Beitrag zum Vertragsende 31.12.2013; Quelle: map-report

  • Platz 2: Debeka

    Rendite nach 30 Jahren: 5,8 Prozent

    Rendite nach 20 Jahren: 5,5 Prozent

    Rendite nach 12 Jahren: 4,5 Prozent

     

    Rendite auf den Beitrag zum Vertragsende 31.12.2013; Quelle: map-report

  • Platz 3: Huk-Coburg

    Rendite nach 30 Jahren: 6,0 Prozent

    Rendite nach 20 Jahren: 5,3 Prozent

    Rendite nach 12 Jahren: 4,2 Prozent

     

    Rendite auf den Beitrag zum Vertragsende 31.12.2013; Quelle: map-report

  • Platz 4: Neue Leben

    Rendite nach 30 Jahren: 6,0 Prozent

    Rendite nach 20 Jahren: 5,3 Prozent

    Rendite nach 12 Jahren: 4,2 Prozent

     

    Rendite auf den Beitrag zum Vertragsende 31.12.2013; Quelle: map-report

  • Platz 5: Cosmos

    Rendite nach 30 Jahren: 5,6 Prozent

    Rendite nach 20 Jahren: 5,0 Prozent

    Rendite nach 12 Jahren: 4,0 Prozent

     

    Rendite auf den Beitrag zum Vertragsende 31.12.2013; Quelle: map-report

In diesem Umfeld überraschen Berechnungen des Branchendienstes map-report, der für 2013 höhere Renditen für alle auszuzahlenden Kunden errechnet hat. Nach 30 Jahren Einzahlungsdauer bekämen sie demnach 5,1 Prozent Rendite auf ihre eingezahlten Beiträge. Im vergangenen Jahr waren es nur 5,0 Prozent. Und auch für nun auslaufende Verträge, die Kunden vor 12 oder 20 Jahren abgeschlossen haben, würde die Rendite im Vergleich zum Vorjahr leicht steigen, auf 3,3 beziehungsweise 4,3 Prozent. Im aktuellen Niedrigzins-Umfeld ist das gar nicht schlecht.

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Hinter dem überraschenden Renditeanstieg steckt aber kein Revival der Lebensversicherung. Tatsächlich hängen die höheren Renditen sogar mit den gesunkenen Zinsen zusammen - so paradox das klingt. Denn wenn die Zinsen fallen, werden die von den Versicherern gehaltenen, höher verzinsten Anleihen wertvoller, ihr Kurs steigt. Es entstehen stille Reserven, an denen die Kunden zum Vertragsende zu 50 Prozent beteiligt werden müssen. Versicherer und auch der Branchendienst map-report kritisieren diese Regelung scharf. Ihrer Meinung nach sollen Kunden nicht an diesen vorübergehenden Gewinnen beteiligt werden. Eine von ihnen angestrebte Gesetzesänderung ist jedoch zum Jahresanfang gescheitert. Aus Kundensicht ist das auch gut so.

Nun lässt die Versicherungslobby keine Gelegenheit aus, sich erneut für eine Regeländerung stark zu machen. "Für uns bleibt die Notwendigkeit für eine Neuregelung der Bewertungsreservenbeteiligung zwingend bestehen", sagt GDV-Präsident Alexander Erdland. Um den politischen Druck zu erhöhen, fordert der GDV in einer Veröffentlichung mit dem Titel "Die Positionen der deutschen Versicherer 2013" nun auch eine Beteiligung der Kunden an stillen Lasten. Die entstehen, wenn der Buchwert bestimmter Geldanlagen höher als ihr tatsächlicher Marktwert ist. Anders als bei den stillen Reserven werden Kunden an stillen Lasten bislang nicht beteiligt. "Sachgerecht wäre auch hier eine Lösung, die die Verluste fair zwischen ausscheidenden und verbleibenden Kunden teilt", argumentiert der GDV. Sonst drohe bei einem starken Zinsanstieg schlimmstenfalls eine "Stornowelle" von Kunden, die sich vor den später drohenden Werteinbußen schützen wollten.

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Das Kalkül ist durchschaubar: Der Verband fordert eine Kundenbeteiligung an stillen Lasten, die politisch kaum durchsetzbar ist. Wenn sich das abzeichnet, könnte als eine Art Kompromiss zumindest die Beteiligung an den stillen Reserven abgeschafft werden. Und das Ziel der Versicherer wäre erreicht. Zahlen, wie die des map-reports, sind da ein willkommener Anlass.

Versicherte sollten sich nicht ablenken lassen. Am negativen Langfrist-Renditetrend der Lebensversicherung hat sich nichts geändert. Lagen die Ablaufrenditen für kurz- und langlaufende Policen vor zehn Jahren noch dicht beieinander, bei 5,5 bis 5,0 Prozent, sind sie mittlerweile deutlich gefallen - besonders stark für kurzlaufende Verträge, bei denen die Niedrigzins-Jahre stärker durchschlagen. Als renditereiche Geldanlage hat die Lebensversicherung ausgedient - ob mit oder ohne Beteiligung an den Reserven. Wer trotzdem nicht auf eine Police verzichten will oder kann, der sollte zumindest einen leistungsstarken Versicherer auswählen. Das jährliche Lebensversicherungs-Ranking der WirtschaftsWoche kann Ihnen dabei helfen.

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