Methodik: Auf dem Prüfstand

von Niklas Hoyer

Wie Professor Jörg Finsinger die Renditechancen für Kunden der Lebensversicherer ermittelt.

Seit 16 Jahren untersucht der Wiener Finanzwissenschaftler Jörg Finsinger für die WirtschaftsWoche, welche Lebensversicherer künftig die höchsten Überschüsse an ihre Kunden auszahlen können. Dazu werten er und sein Team die Geschäftsberichte aus und erstellen Prognosen. Anders als Autoren anderer Versicherungsvergleiche schauen sie nicht auf vergangene Erfolge, sondern berechnen, welche Verzinsung der Versicherer mit seinen Kapitalanlagen künftig erzielen kann (realistischer Zins auf Kapitalanlagen, Spalte 2). Die Angabe der bisherigen Verzinsung (historischer Zins, Spalte 3) dient nur als Vergleichswert. Der historische Zins wurde nach dem strengen Niederstwertprinzip berechnet, alle Kapitalanlagen wurden also zum Zeitwert erfasst.

Private Vorsorge Die besten Lebensversicherer

Nur finanzstarke Anbieter können das Geld der Versicherten noch rentabel anlegen. Das exklusive Finsinger-Rating zeigt, bei welchen Anbietern Kunden aufs richtige Pferd setzen.

Bei der Lebensversicherung auf das richtige Pferd setzen Quelle: dpa

Freies Kapital bringt Rendite

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Da die zukünftige Kapitalverzinsung unbekannt ist, prognostiziert Finsinger sie mithilfe eines mathematischen Modells. Dazu ermittelt er für jeden Versicherer das frei verfügbare Kapital, das dieser nicht unmittelbar zur Abdeckung von Kundenansprüchen braucht. Dieses freie Kapital kann der Versicherer riskanter anlegen und deshalb damit einen höheren Zins erzielen als mit dem für kommende Zahlungen an Kunden gebundenen Kapital (das Modell dahinter heißt return on risk adjusted capital, kurz Rorac). Im Ergebnis steigt die realistische Kapitalverzinsung eines Versicherers mit seinem Anteil des freien Kapitals. Aufgrund der Niedrigzinsen hat Finsinger die angenommenen Renditen für sichere Anlagen in diesem Jahr auf 3,2 Prozent, für riskantere Anlagen auf 6,2 Prozent reduziert.

Kundensicht entscheidet

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Zusätzlich ermittelt das Finsinger-Team, welchen Anteil der Beiträge die Vertreter erhalten (Abschlusskostenquote, Spalte 4) und wie stark die Versicherer ihre Kunden an Erträgen beteiligen (Ausschüttungsquote, Spalte 6). Auf Basis dieser Werte (realistischer Zins auf Kapitalanlagen, Kosten, Ausschüttungsquote) berechnet Finsinger eine Kennzahl, die angibt, wie leistungsfähig der Versicherer aus Kundensicht ist (Spalte 7). Die Kennzahl orientiert sich am Durchschnitt 25 wachstumsstarker Versicherer (Benchmark). Ist der Versicherer besser, ist die Kennzahl positiv, bei unterdurchschnittlichen Anbietern negativ. Lebensversicherer mit hoher Kennzahl bieten Kunden relativ gute Anlagechancen.

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