Morningstar Fund Awards 2009: Methodik des Rankings

Morningstar Fund Awards 2009: Methodik des Rankings

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Werner Hedrich ist Fondsanalyst für Morningstar

Über 9.000 Fonds werden den Anlegern hierzulande angeboten. Mit einem ausgetüftelten System siebt die US-Ratingagentur Morningstar die besten Angebote und Anbieter aus dieser Masse heraus.

Welche Fonds haben sich im katastrophalen Aktienjahr 2008 passabel geschlagen? Und stehen diese Investments auch dauerhaft für eine verlässliche, rentable Geldanlage? Auf diese Fragen will der Morningstar Fund Award 2009 eine Antwort geben. „Wir zeichnen Fondsanbieter aus, die im vergangenen Ausnahmejahr mehr richtig als falsch gemacht haben“, sagt Werner Hedrich, Leiter Fondsresearch beim US-Fondsratinghaus Morningstar, das gemeinsam mit dem Handelsblatt einmal im Jahr die besten Fondsunternehmen in Deutschland kürt. Wer den Sprung auf das Siegertreppchen schaffen möchte, muss allerdings mehr bringen, als ein Jahr lang gute Anlageergebnisse abzuliefern. Morningstar misst die Leistung der Fondsmanager über den Zeitraum der vergangenen fünf Jahre – an den Börsen ist daseine kleine Ewigkeit.

Vor allem an den Aktienmärkten mussten die Fondsprofis damit beweisen, dass sie bei ganz verschiedenen Großwetterlagen zu überzeugen wissen. Ging es von 2004 bis 2007 darum, den richtigen Moment für den Einstieg und die lukrativsten Titel in der Phase steigender Börsen zu erwischen, mussten die Aktienspezialisten spätestens in den dramatischen Kurskorrekturen danach zeigen, was sie draufhatten. Dabei ging es vor allem darum, Verluste zu begrenzen. Doch ein mehr oder weniger dickes Minus fuhren 2008 auch die guten Aktienfondsmanager ein, einstellige Wertverluste wie bei den ausgezeichneten Biotechnologie-Fonds bildeten die Ausnahme. „Wer sich in diesem Wechselbad der Märkte bewährt, ist gut“, ist Fondsanalyst Hedrich überzeugt.

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Für seine Awards filtert Morningstar die besten Adressen der Branche auf zwei Arten heraus. Auf der Suche nach den Häusern, die insgesamt die besten Fonds im Programm haben, nehmen die Analysten die Produkte von 220 Gesellschaften unter die Lupe. Voraussetzung dabei: Jeder Fonds, der in die Wertung kommt, muss seit mindestens fünf Jahren in Deutschland verkauft werden.

Auf diese Weise kommen rund 4.100 Fonds zusammen, für die Hedrich und sein Team Einzelratings vergeben. Dazu analysieren die Experten die Wertentwicklung vergleichbarer Fonds sowie das Anlagerisiko und die Kosten für den Anleger. Zu den Kosten zählen die laufenden Gebühren für das Fondsmanagement, die Verwaltung und die Kaufprovision in Form des Ausgabeaufschlags. All diese Größen fließen in das Einzelergebnis, den „Award Weighted Score“, ein. Die Einzelergebnisse der Fonds einer Gesellschaft zieht Morningstar wiederum zu einem Gesamtergebnis zusammen. Dabei gilt: Je niedriger dieser Wert, desto besser die Gesellschaft.

Mit dem Award bekommen die Investoren Orientierung im Dschungel von mehr als 6.000 Fonds, die hierzulande vor allem Privatanlegern angeboten werden. Wer über die ganze Fondspalette hinweg herausragend gearbeitet hat, steht auf dem Treppchen für die beste Fondsgesellschaft. Ausgezeichnet werden fünf Gruppen von Fondsgesellschaften. Neben dem besten Anbieter in allen Anlageklassen zeichnet Morningstar die besten Anbieter jeweils für Aktien- und Anleihe-Fonds aus. Um die Ergebnisse nicht zu verzerren, unterteilt das Ratinghaus das Feld in „Davids“ und „Goliaths“.

Eine große Fondsgesellschaft bietet mindestens 20 Aktien- und 15 Rentenfonds an. Kleinere Häuser sind mit mindestens fünf Aktien- und drei Rentenfonds in Deutschland vertreten. Neben den Top Gesellschaften zeichnet Morningstar zusätzlich noch die besten Fonds in 18 Kategorien aus. In diese Einzelwertung fließt zu 80 Prozent die Wertentwicklung der vergangenen fünf Jahre ein. Dabei werden die Anlageergebnisse der jüngeren Vergangenheit stärker gewichtet als etwa die Performance von vor fünf Jahren. An den Kursschwankungen eines Fonds können die Experten außerdem ablesen, welches Risiko der Fondsmanager eingeht, um seine Performance zu erwirtschaften. Dieses Anlagerisiko geht über eine spezielle Formel zu 20 Prozent in die Endwertung mit ein. Grundregel dabei: Verluste schlagen stärker zu Buche als Gewinne.

Besonderes Augenmerk legen die Rating-Spezialisten darauf, dass jeder Fonds in die für ihn passende Kategorie einsortiert wird. „Dazu schauen wir uns das Portfolio des Fonds genau an, um nicht die berühmten Äpfel mit Birnen zu vergleichen“, sagt Hedrich. Das gilt auch für Dachfonds. Sie werden in die Kategorie mit einsortiert, die zu ihren Anlegschwerpunkt passt – zum Beispiel „Aktien Global“ bei international anlegenden Aktien-Dachfonds. Wichtig ist Hedrich zudem Beständigkeit: Ein Fonds kann nur dann gewinnen, wenn er in drei der fünf bewerteten Jahre überdurchschnittlich abgeschnitten hat. „Ein glückliches Jahr allein macht noch keinenAward-Sieg“, begründet Hedrich sein System. Deshalb garantiert zum Beispiel die beste Wertentwicklung eines Fonds nicht automatisch, dass er auf dem ersten Platz landet. Freilich hat auch das ausgeklügelste System seine Grenzen. Sie liegen beim Award in der Prognosekraft. „Garantien für morgen gibt es leider nicht“, weiß Mornigstar-Experte Hedrich.

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