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Musterfälle und Prüfverfahren: Musterrechnungen zur Riester-Rente

Klaus Jaeger, Professor an der Freien Universität Berlin, hat für die WirtschaftsWoche sechs verschiedene Musterfälle berechnet - gestaffelt nach Alter, Einkommen und Zahl der Kinder.

Vereinfachtes Beispiel für die Berechnung von Riester-Rente (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)
Vereinfachtes Beispiel für die Berechnung von Riester-Rente (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)

Klaus Jaeger, Professor für Wirtschaftstheorie an der Freien Universität Berlin, hat für die WirtschaftsWoche berechnet, wann sich die Riester-Rente wirklich lohnt. Das ernüchternde Ergebnis: Sparer müssen häufig über 90 Jahre alt werden, damit sie wenigstens ihr eingezahltes Geld samt Zinsen wiederbekommen. Da das Ergebnis von mehreren Variablen abhängt, hat Jaeger mehrere Musterfälle durchgerechnet.

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Ein vereinfachtes Beispiel veranschaulicht die Vorgehensweise: Ein 30-Jähriger ohne Kinder hat ein jährliches Bruttoeinkommen von 52.500 Euro. Er wählt einen Riester-Fondssparplan und zahlt vier Prozent seines Bruttoeinkommens ein, das entspricht 2.100 Euro pro Jahr. In der Sparphase erhält er die Zulage von 154 Euro. Da sein Grenzsteuersatz während des Berufslebens 41,88 Prozent beträgt und die Riester-Beiträge steuerlich absetzbar sind, ergibt sich zudem eine Steuerersparnis von 725 Euro pro Jahr. Die Netto-Belastung des Sparers liegt also bei nur 1221 Euro.

Nach 37 Jahren, im Renteneintrittsalter von 67 Jahren, hat der Sparer 45 177 Euro aus eigener Tasche eingezahlt. Bei einer angenommenen Verzinsung dieser Eigenbeiträge von fünf Prozent pro Jahr nach Gebühren ergibt sich daraus eine Summe von 136.044 Euro.

Zulagen, Steuervorteile, Zinsen

Vereinfachtes Beispiel für die Berechnung von Riester-Rente (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)
Vereinfachtes Beispiel für die Berechnung von Riester-Rente (zur Vollansicht bitte auf die Grafik klicken)

Rechnet man Zulagen und Steuervorteile samt Zinsen hinzu, hat der Riester-Sparer ein Vermögen von 217.114 Euro angespart. Das führt zu einer Bruttorente von 1.187 Euro. Nach Steuern bleiben davon 761 Euro im Monat übrig (siehe Musterrechnungen unten).

Um zumindest seine verzinsten Eigenbeiträge als Netto-Renten ausgezahlt zu bekommen, müsste der Muster-Sparer 92 Jahre alt werden – erst dann lohnt sich Riester, weil jede weitere Rentenzahlung den Gegenwert seiner verzinsten Eigenbeiträge übersteigt:

Hinweise zu den Musterrechnungen

Anlageprodukt SparplanFür die Beispielberechnung wurden Kosten und Leistung eines Riester-Fondssparplanes der DWS (TopRente Balance) genutzt. Die angenommene und nicht garantierte Wertentwicklung nach Abzug aller Gebühren beträgt 5,0 Prozent, dies entspricht einer Bruttowertentwicklung von 6,09 Prozent. Rentenbeginn mit 67 Jahren. Berechnungen gelten für Frauen und Männer.

Anlageprodukt RentenversicherungFür die Beispielrechnung wurden Kosten und Leistung einer Riester-Rentenversicherung der Cosmos Direkt genutzt. Die Beiträge werden jährlich gezahlt, die Rentengarantiezeit beträgt zehn Jahre. Die Rentenhöhe basiert auf einem Rechnungszinssatz von 4,25 Prozent inklusive einer nicht garantierten Überschussbeteiligung (Garantiezins: 2,25 Prozent). Berechnungen gelten für Frauen und Männer.

49 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 07.03.2010, 12:24 UhrAnonymer Benutzer: Juerin

    Für mich sind einige Fragen in der berechnung offen:
    1. berücksichtigung Abgeltungssteuer
    2. Rendite der Alternativanlage "Geld selber anlegen"
    3. Angesetzter Steuersatz im Alter!!!
    Annahme: Person ist in der Rente pflicht-oder privatversichert
    --> dann ist die Riester-Rente nicht kv- und pv-pflichtig
    Hierzu dann zwei Extrembeispiele:
    Fall 1: verheiratet und 8000€/Monat (!) Einkünfte --> 96000€/a
    Fall 2: unverheiratet u. 4000€/Monat (!) Einkünfte --> 48000€/a
    -->Steuersatz derzeit in beiden Fällen 22,3% (inkl. Soli+Kst)

    Kann das jemand, am besten der Prof. oder Redakteur, erklären?

  • 02.12.2009, 17:38 UhrAnonymer Benutzer: Nachfrager

    @ Hr. Hoyer:

    Also wenn ich Sie richtig verstehe, ergibt sich die Differenz aus den 92 Jahren in ihrem beispiel (bezogen auf das Grundbeispiel eines 30-Jährigen ohne Kinder und mit EUR 52.500 bruttojahreseinkommen) und den 82 Jahren in der berechnung diverser Kommentatoren (EUR 136.044/EUR 761/12 + 67 Jahre = rd. 82 Jahre) allein aus der Verzinsung der EUR 136.044 Eigenbeiträge in den Jahren nach Einsetzen der Nettorentenzahlung mit 67, d.h. in ihrem beispiel in den 25 (92-67) darauffolgenden Jahren. Können Sie für diese Rechnung Details wie z.b. den zugrundeliegenden Zinssatz angeben? Vielen Dank.

  • 09.11.2009, 17:47 UhrAnonymer Benutzer: G.O.

    Hier auch nochmal ein paar vorgerechnete ganz konkrete beispiele für Riester-Varianten: http://www.riestermeister.de .

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