Nach der Reform: Deutsche Lebensversicherer unter Druck

Nach der Reform: Deutsche Lebensversicherer unter Druck

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Deutsche Lebensversicherer haben es seit der Versicherungsreform nicht leicht.

Die Reform der Lebensversicherungen setzt deutsche Versicherer zunehmend unter Druck. Das stellt eine Studie der Ratingagentur Moody's heraus. Auch die Senkung des Garantiezins habe Folgen.

Die Reform der Lebensversicherung wird die Gewinne der großen Unternehmen in der Branche nach Auffassung der Ratingagentur Moody's auf kurze Sicht schmälern. "Wir gehen davon aus, dass sich die Reform langfristig positiv auf die deutschen Lebensversicherer auswirken wird", sagte Moody's-Kreditanalyst Benjamin Serra am Mittwoch bei der Vorstellung einer Studie zu den Aussichten der Branche. "Anfänglich werden Umsätze und Gewinne jedoch zurückgehen." Vom kommenden Jahr an erwarten die Experten einen Einbruch des Neugeschäfts.

Am meisten litten zunächst jene Lebensversicherer, die die höchsten Abschlusskosten zu tragen hätten, erklärte Moody's in der Studie. Darunter fallen unter anderem die Provisionen für die Vermittler. Die Bundesregierung hatte die Möglichkeiten für die Lebensversicherer beschnitten, diese in der Bilanz zu berücksichtigen. Als Leidtragende sieht Moody's vor allem die Zurich Deutscher Herold Leben, Axa Leben und Ergo Leben. Ihnen bleibe nur eine Senkung der Provisionen, was sich die Politik von der Reform erhofft hatte, oder eine Verteilung auf mehrere Jahre - doch das gefährde ihre Wettbewerbsfähigkeit.

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Die gleichzeitig beschlossene Senkung des Garantiezinses auf 1,25 von 1,75 Prozent werde vom nächsten Jahr an den Verkauf traditioneller Leben-Policen mit lebenslangen Garantien bremsen, befürchtet Moody's. Zugleich werde der Verkauf alternativer oder fondsgebundener Produkte beflügelt, wovon vor allem Zurich und AachenMünchener profitierten, die in diesem Bereich traditionell stark seien. Auch Marktführer Allianz Leben und Ergo hatten zuletzt Produkte ohne die klassischen Garantien auf den Markt gebracht. "Die Zuwächse in diesem Segment dürften die Einbußen bei den klassischen Produkten wahrscheinlich jedoch nicht kompensieren", heißt es in der Studie.

Bei einem geringeren Neugeschäft werde es länger dauern, bis sich der gesenkte Garantiezins nachhaltig positiv auf die langfristigen Verpflichtungen der Lebensversicherer auswirke. Je nach der Größe des Bestandes könne es bei einzelnen Versicherern bis zu 17 Jahre dauern, bis die Höhe der Garantie-Versprechen im Schnitt auf 3,0 von derzeit 3,2 Prozent sinke. In den 1990er Jahren hatten die Versicherer ihren Kunden bis zu vier Prozent Rendite auf die Policen fest zugesagt.

Bundestagsdebatte Harsche Kritik an Reform der Lebensversicherung

Die Reform der Lebensversicherung geht im Eiltempo weiter. Im Bundestag wurde Bundesfinanzminister Schäuble heftig kritisiert, dennoch könnte das Gesetz bald gelten - zulasten der Versicherten.

Die Lebensversicherung ist für Millionen Deutsche der wichtigste Baustein der privaten Altersvorsorge. Die niedrigen Zinsen nagen aber seit Jahren an den Erträgen. Schon ab Juli könnten die Auszahlungen an Kunden per Gesetz weiter schmelzen. Dennoch wird es auch künftig deutliche Unterschiede zwischen den verschiedenen Versicherern geben. Für die Entscheidung, ob sich der Abschluss, das Halten bis zum Laufzeitende oder eine vorzeitige Kündigung der Lebensversicherung lohnt, kommt es darauf an, wie gut die Lebensversicherung für einen lange Niedrigzinsphase gerüstet sind. Nachfolgend wichtige Kennziffern der zwölf größten Lebensversicherer, die insgesamt 60 Prozent des Marktes repräsentieren. Quelle: Geschäftsberichte der Versicherer, Prof. Hermann Weinmann (Hochschule Ludwigshafen) Quelle: dpa

Die gekürzte Beteiligung der Versicherten an Buchgewinnen auf festverzinsliche Wertpapiere kommt laut Moody's vor allem finanzschwachen Lebensversicherern zugute. Unter den großen, von Moody's bewerteten Unternehmen profitierten vor allem solche mit hohen Kündigungszahlen. Besonders bei Generali und bei Zurich Deutscher Herold hätten die Stornoquoten 2013 mit rund zehn Prozent über dem Durchschnitt gelegen. "Diese Erleichterung wird jedoch nicht ausreichen, um die Wogen zu glätten, von denen die gesamte Branche anfangs erfasst sein wird", erklärte Serra.

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