Öko-Investments: Leistung statt Freibrief

Öko-Investments: Leistung statt Freibrief

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Windräder im südbrandenburgischen Falkenberg (Landkreis Dahme-Spreewald)

Moral und Umweltbewusstsein kosten Rendite, so sehen es viele Kritiker nachhaltiger Kapitalanlagen. Diverse Studien haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass dies nicht der Fall ist – zumindest, wenn der Fondsmanager einen guten Job macht. Einige Öko-Aktivisten glauben sogar, dass grüne Investments langfristig mehr als der Markt abwerfen.

Genau an dieser These stößt sich eine Studie der Schweizer Privatbank Pictet. Die Autoren halten es für unsinnig, von nachhaltigen Kapitalanlagen zu fordern, sie müssten eine höhere Rendite abwerfen als der Markt. Viel mehr sollte man die soziale und ökologische Rendite messen. Die brächten schließlich den Mehrwert gegenüber einer konventionellen Kapitalanlage.

Richtig ist, dass eine generell bessere Wertentwicklung grüner Kapitalanlagen im Vergleich zu konventionellen nicht nachweisbar ist. Insofern wäre es töricht, für alle Öko-Investments eine Outperformance zu versprechen. Wie Pictet seine These begründet, ist allerdings überraschend. Laut Studie sei es bekannt, dass aktive Fondsmanager im Durchschnitt nicht den Markt schlagen könnten. Dies gelte sowohl für nachhaltige als auch für konventionelle Anlagestrategien.

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Diese Aussage klingt wie eine Werbung für Indexfonds. Dabei bietet Pictet aktiv gemanagte Öko-Fonds an. Zu Ende gedacht hieße das, Anleger stünden sich besser, wenn sie einen kostengünstigen Indexfonds kaufen und die gesparten Gebühren für den Schutz des Regenwalds oder die Einhaltung der Menschenrechte spenden würden. Die Rendite läge im Marktdurchschnitt und das Gewissen wäre beruhigt.

Es wäre falsch, mit dem Verweis auf die hohe Umwelt- und Sozialrendite, den Managern nachhaltiger Investments einen Freibrief für Underperformance zu stellen. Dies gilt vor allem für Portfolios, die sich aus allen Branchen nur die jeweils nachhaltigsten Unternehmen rauspicken. Dies kann auch der vermeintlich sauberste Ölkonzern sein.

Wer die moralische Messlatte niedrig hängt, kann sich nicht mit einem ökologischen oder ethischen Zusatznutzen herausreden. Allenfalls Fonds, die nach ganz strengen Richtlinien vorgehen und tatsächlich alle Schmutzfinken und Sklaventreiber aussortieren, dürften für sich in Anspruch nehmen, etwas weniger Rendite fürs gute Gewissen abzuwerfen.

Bezeichnend ist, dass laut Statistik die strenger sortierten grünen Portfolios keinesfalls schlechter sind als solche, die geringere ethische oder ökologische Ansprüche stellen. Stattdessen schwimmen viele der liberal gemanagten Öko-Fonds lediglich mit dem Markt mit, weil sie sich in ihrer Titelauswahl kaum vom Durchschnitt der konventionellen Fonds unterscheiden.

So sinnvoll es ist, den Anleger über Umwelt- und Sozialrendite ins Bild zu setzen, so dürfen diese zusätzlichen Kennzahlen die harten Fakten in Prozent und Euro nicht übertünchen.

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