Peter Bofinger : Warum das Sparen den Deutschen nichts bringt

Peter Bofinger : Warum das Sparen den Deutschen nichts bringt

Ökonom Peter Bofinger ist sich sicher: Mit der Altersvorsorge der Deutschen geht es bergab. Egal, wie viel zur Seite gelegt wird, übrig bleibt nichts. Helfen könnte eine gemeinsame europäische Haftung.

Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hat gegenüber dem Spiegel einen schönen Satz gesagt: "Die Deutschen sparen sich zu Tode - und bekommen immer weniger dafür", so der Ökonom. Schuld daran sind der durch die expansive Geldpolitik der Notenbanken verursachte Niedrigzins und der daraus resultierende, viel beklagte Anlagenotstand. Es wissen nämlich nicht nur die Zocker nicht mehr, wohin mit ihrem Geld, auch die Rentenversicherer bekommen nichts mehr für ihre Investitionen. Und das kommt letztlich auch bei Max Mustermann an. Die Angst der Deutschen vor der Altersarmut sei also in keiner Weise unbegründet.

Bofinger macht zur Verdeutlichung dessen ein Rechenbeispiel auf:

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Ein Selbstständiger legt insgesamt eine Million Euro fürs Alter zurück. Bei vier Prozent Zinsen wächst die Summe jährlich um 40.000 Euro. Bei einem Prozent Zinsen sind es nur noch 10.000 Euro Zuwachs pro Jahr - in die dann noch mal die Inflation von rund zwei Prozent eingerechnet werden muss. Die Reaktion des Selbstständigen, wenn er bemerkt, wie seine Altersvorsorge stetig schrumpft, sei die, dass er noch mehr spart. "Das ist ein Teufelskreis", so der Ökonom gegenüber dem Spiegel.

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Das Problem sei, dass der Deutsche seine Altersvorsorge auf sichere Füße stellen wolle und keine Experimente mit Aktien wage. Nur sind die sicheren Produkte wie Lebensversicherungen eben abhängig von den Staatsanleihen. Schließlich dürfen die großen Lebensversicherer ihr Geld auch nicht in High Yield Bonds investieren, sondern müssen zumindest einen Großteil ihrer Policen am Anleihenmarkt refinanzieren. Wenn der nun wegen der Euro- oder sonst irgendeiner Krise nichts mehr abwirft, gilt das auch für die Rendite der Vorsorgeprodukte.

An dieser Situation könne nur die Regierung etwas ändern, so Bofinger. Sie müsse dafür sorgen, dass es wieder mehr sichere Anleihen gebe. "Das wäre zum Beispiel durch eine gemeinsame europäische Haftung möglich - ein Schuldentilgungspakt, wie wir ihn im Sachverständigenrat vorgeschlagen haben", sagte er. Ein solcher Pakt könne einen Pool sicherer Anleihen schaffen, die höher verzinst wären als Bundesanleihen. "Der Anlagenotstand würde erheblich reduziert."

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