Pflegehilfen: Lieber legale Hilfen für die Pflege zu Hause

Pflegehilfen: Lieber legale Hilfen für die Pflege zu Hause

Pflege zu Hause: Drei Wege führen zur privaten Haushaltshilfe oder Krankenschwester.

Es ist vor allem eine Frage des Geldes: Eine Familie möchte einen Angehörigen daheim pflegen, sie allein kann aber die vielen dazu nötigen Stunden nicht sicherstellen, also braucht sie externe Hilfe. Dafür muss sie tief in die Tasche greifen: Schon für einfache Hilfen am Tag kann sich die Rechnung eines professionellen Pflegedienstes auf bis zu 4000 Euro addieren, bei 24 Stunden Dienst mit wechselnden Kräften kann das Doppelte fällig werden. Viele Familien versuchen es mit einem Kniff: Sie engagieren Osteuropäerinnen; nicht immer legal. Das kann sowohl die Helferin als auch die Familie in Schwierigkeiten bringen. Darauf kommt es an:

Legale Hilfen auch aus Osteuropa vermitteln die Arbeitsämter. Aber Achtung: Es handelt sich offiziell um Haushalts-, nicht um Pflegehilfen, das heißt, die Frauen dürfen putzen, waschen, kochen, aber eigentlich keine Krankenpflege betreiben. Die Familie ist in diesem Modell der Arbeitgeber, die Hilfe bei ihr auf Basis einer 38,5-Stunden-Woche sozialversicherungspflichtig angestellt, die Dauer richtet sich nach dem Bedarf. Die Kosten liegen bei bis zu 1700 Euro.

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Im Internet bieten Hunderte osteuropäische Agenturen Vermittlerdienste an. Die Jobbeschreibung regelt ein Vertrag, die Kosten liegen ähnlich hoch wie übers Arbeitsamt – plus Kost und Logis. Die Hilfe ist aber nicht bei der Familie, sondern bei einem Unternehmen in ihrer Heimat fest angestellt. Eine Alternative zu den im Heimatland festangestellten Hilfen sind vermeintlich selbstständige Pflegerinnen. Fliegt aber auf, dass sie in Deutschland tatsächlich nur für eine Person arbeiten, gelten sie als scheinselbstständig, und die Familie muss Sozialversicherung und Steuern nachzahlen.

Gefährlich wird es für Familien, wenn sie sich einer illegalen Helferin bedienen, deren Arbeitsbedingungen meist frei ausgehandelt werden und deren Lohn womöglich nur bei 1000 Euro im Monat plus Kost und Logis liegt. Wie die Selbstständigen kommen sie meist aus Osteuropa für drei bis sechs Monate nach Deutschland, berufen sich hier bei Behördennachfragen auf die Dienstleistungsfreiheit. In den Augen des Gesetzgebers ist das illegale Beschäftigung. Da jeder Chef verpflichtet ist, Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer in richtiger Höhe abzuführen, erhält er bei Verstößen eine Anzeige wegen einer Ordnungswidrigkeit, meistens auch ein Bußgeld – plus Anzeige wegen Steuerhinterziehung mit Extra-Buße.

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8 Kommentare zu Pflegehilfen: Lieber legale Hilfen für die Pflege zu Hause

  • Folgender Text ihres Artikels ist m. E. verbesserungsbedürftig, um keinen falschen Eindruck entstehen zu lassen:
    "Eine Alternative zu den im Heimatland festangestellten Hilfen sind vermeintlich selbstständige Pflegerinnen. Fliegt aber auf, dass sie in Deutschland tatsächlich nur für eine Person arbeiten, gelten sie als scheinselbstständig, und die Familie muss Sozialversicherung und Steuern nachzahlen."

    Die z. b. in Polen als selbständige angemeldeten betreungskräfte sind nicht "vermeindlich" angemeldet. Sie können eine Anmeldenummer (Gewerbenummer und Steuernummer) nachweisen und sind in Polen auch als Selbständige in der Sozialversicherung pflichtversichert. Ebenso gilt das Entsendeland-Prinzip, d.h. es gelten für den Dienstleister die bedingungen des Heimatlandes (Entsendelandes). Der Einwand der Gefahr der Scheinselbständigkeit ist durch Vorlage des Formulars E101, das auch für Selbständige Anwendung findet, damit nicht mehr gegeben. E101 weist nach, daß Sozialbeiträge im Heimatland abgeführt werden. Der begriff der Scheinselbständigkeit (seit 1.1.2003 aus dem Sozialgesetzbuch gestrichen) umfasst nicht ausschließlich die Prüfung der Anzahl der Auftraggeber. Die z. b. in Polen angemeldeten selbständigen Dienstleister (betreuungkräfte) arbeiten nach geltendem EU-Recht im Rahmen der Dienstleistungsfreiheit und unterliegen nicht dem deutschen Sozialgesetzbuch.

    ich hoffe, Sie haben die Möglichkeit, meine Ausführungen mit ihren Fachleuten noch einmal zu diskutieren. Gerade auf dem Gebiet der EU-Dienstleister wird meines Erachtens zu oft mit der "Scheinselbständigkeit" argumentiert. Es wäre sehr schön, wenn Sie mit ihrem überaus lobenswerten Artikel etwas zur Aufklärung und Rechtssicherheit für viele Leser und "betroffene" unterstützungbedürftigen Menschen erreichen können.

    Mit freundlichem Gruß

    Wolfgang bindt
    Schindlerstr. 20
    52074 Aachen

  • Vielen Dank für ihre Klarstellung!

  • Ja,ich wohne in Rumanien und hab ich gearbeitet in Deutschland zum Familien in haus.ich bin economist(hab icn in der bank gearbeitet)und ich findet das ist richtig,musst legal arbeitet mit versicherung und ohne problemen.

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