Postbank-Studie : Deutsche begraben Ausbau der Altersvorsorge

Postbank-Studie : Deutsche begraben Ausbau der Altersvorsorge

Trotz drohender Altersarmut und Rentenloch wollten noch nie so wenige Deutsche ihre private Altersvorsorge ausbauen wie jetzt. Auch das Ansehen der Riester-Rente sinkt immer weiter.

42 Prozent der Berufstätigen in Deutschland wollen ihre private Altersvorsorge nicht mehr erweitern. Diese alarmierende Zahl wurde von der Postbank im Rahmen ihrer zehnten Studie „Altersvorsorge in Deutschland“ vorgestellt. Rückläufig sind auch die monatlichen Ausgaben der Berufstätigen, die vorsorgen: Investierten sie für ihre private Altersvorsorge seit der erstmaligen Messung 2005 noch im Schnitt 204 Euro im Monat, sind es jetzt nur noch 185 Euro - ein Minus von fast zehn Prozent. Besorgniserregend ist die Entwicklung bei jungen Berufstätigen im Alter von 16 bis 29 Jahren. Von ihnen hält inzwischen mehr als jeder Vierte seine heutige Altersvorsorge bereits für ausreichend. Noch vor fünf Jahren glaubte dies nur jeder Sechste.

Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge sinkt kontinuierlich

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„Alarmierend ist, dass die Bereitschaft zur privaten Altersvorsorge immer weiter sinkt“, erklärt Michael Meyer, Retailvorstand der Postbank. „Wir müssen davon ausgehen, dass es sich hier nicht um eine kurzfristige Erscheinung handelt, sondern um einen längerfristigen Trend.“ Als Treiber der Entwicklung lassen sich zwei Faktoren ausmachen. Mehr als die Hälfte aller Berufstätigen in Deutschland (52 Prozent) sorgt sich wegen der Staatsschulden- und der Eurokrise verstärkt um ihre Altersversorgung. „Die Bereitschaft, neue und langfristige Vorsorgeverträge in dieser Situation abzuschließen, ist entsprechend gering“, erklärt Meyer.

Die wichtigsten Kernergebnisse der Postbank-Studie

  • Das Interesse an Altersvorsorge schwindet

    Auf einen Negativ-Rekord in der zehnjährigen Messungsreihe von Postbank und Allensbach fällt die Zahl der Berufstätigen in Deutschland, die ihre private Altersvorsorge nicht mehr erweitern will.

    42 Prozent der Berufstätigen in Deutschland wollen ihre private Altersvorsorge nicht mehr verstärken. Das ist der höchste je seit 2003 gemessene Wert und er liegt um mehr als ein Drittel über dem Ausgangswert (30
    Prozent).

    Selbst unter den jungen Berufstätigen im Alter von 16 bis 29 Jahren wollen nur noch 48 Prozent ihre private Altersvorsorge ausbauen. Zum Vergleich: 2011 waren es noch 54 Prozent, 2010 noch 59 Prozent und 2008 sogar 65 Prozent.

  • Gefühl der Sicherheit

    Ein Rekordwert der Berufstätigen glaubt, sich für das Alter bereits ausreichend abzusichern.
    Beinah jeder zweite Berufstätige (44%) hielt im August 2012 seine bisherige Altersvorsorge für ausreichend. In 2011waren dies erst 38 Prozent.

    Selbst unter jungen Berufstätigen (Alter 16 bis 29 Jahre) sagen nun 27 Prozent (Vorjahr: 22 %), dass ihre bisherige private Altersvorsorge bereits ausreichend sei!

  • Monatliche Ausgaben auf Rekordtief

    Die monatlichen Ausgaben der Berufstätigen, die privat für die Altersvorsorge vorsorgen, sind auf den niedrigsten Stand seit der ersten Messung in 2005 gefallen.

    Die tatsächlichen Ausgaben der Berufstätigen, die privat vorsorgen, liegen heute mit im Schnitt monatlich 185 Euro auf dem niedrigsten Stand seit 2005 (erstmalige Messung).

  • Der Wille zum Sparen fehlt

    Nur noch jeder siebte Berufstätige (14 Prozent), der seine Altersvorsorge für nicht ausreichend hält, sagt: „Ich bin bereit, mich für eine sichere Altersvorsorge bei meinen heutigen Ausgaben
    einzuschränken.“

    Vor zwei Jahren war dies noch fast die Hälfte mehr!

  • Inflation spielt kaum eine Rolle

    Exakt jeder zweite Deutsche sagt: „Die Inflation spielt bei der Planung meiner Altersvorsorge keine Rolle.“

    Selbst unter jungen Berufstätigen (von 16 bis 29 Jahre) sagen das 44 Prozent!

  • Immobilien stehen hoch im Kurs

    Immobilien zur Altersvorsorge sind hoch im Kurs.

    Fast jeder dritte Berufstätige (30 Prozent), der die Altersvorsorge künftig noch ausbauen will, plant dazu den Bau oder Kauf eines Eigenheims. Das ist gut ein Viertel mehr, als vor zehn Jahren (2003: 23 %).

    14 Prozent wollen in vermietete Immobilien investieren. Das sind doppelt so viele wie erst noch im Vorjahr (2011: 7 %)

    Erstmals seit 2003 nennen mit 67 Prozent fast gleich viele Berufstätige eine eigene Immobilie als „ideale Form der Alterssicherung“ wie die staatliche Rente (68%).

  • Unbeliebte Riester-Rente

    Die Riester-Rente verliert stark an Ansehen.

    Seit der ersten Messung in 2009 hielten noch nie so wenige Berufstätige eine private Riester-Rente für eine besonders sichere Altersvorsorgeform: Nur jeder sechste (16%) sagt dies 2012 noch. Der Ansehensverfall geht kontinuierlich: 2009 nannten noch 23% der Berufstätigen die private Riester-Rente als besonders sicher, 2010 waren es 21 %, 2011 nur noch 19 %.

    Um ein glattes Drittel allein gegenüber dem Vorjahr gesunken ist auch das Interesse an einer Riester-Rente unter Berufstätigen, die ihre Altersvorsorge noch ausbauen wollen: 2011 waren dies noch 12 Prozent, jetzt sind es nur noch 8 Prozent.

  • Beudeutung von Erbschaften steigt stark

    Die Bedeutung von Erbschaften zur Altersvorsorge steigt stark

    Für mehr als jeden vierten Berufstätigen (29%) spielen erhaltene oder künftige Erbschaften 2012 „eine wichtige Rolle bei der eigenen privaten Altersvorsorge-Planung“!

    Nie zuvor in der zehnjährigen Messungsreihe der Postbank wurden Erbschaften so stark als „ideale Form der Altersvorsorge“ gesehen: Unter Berufstätigen springt die Nennung allein gegenüber dem Vorjahr von 21 % in 2011 auf jetzt 27 % - absoluter Rekordwert.

  • Die Sorge wächst

    Die Sorge um die EU-Verschuldung und den Euro wächst noch weiter.

    Mehr als jeder zweite Berufstätige in Deutschland, exakt 52 %, hat inzwischen „verstärkt Sorgen um seine Altersvorsorge wegen der Verschuldungskrise in der EU und der Eurokrise“. Im Vorjahr waren es 47 %.

    Mit 61 % besonders stark ist die Furcht unter Berufstätigen ab 50 Jahren

  • Pflicht zur betriebliche Altersvorsorge

    Die betriebliche Altersvorsorge in Deutschland zur Pflicht zu machen, befürworten die Deutschen mit klarer Mehrheit: 56 % der Deutschen halten das „für einen guten Vorschlag“, nur 19 Prozent nicht, der Rest ist noch unentschieden.

Aber auch die starke Konjunktur mit einer historisch hohen Beschäftigungslage in Deutschland hat hier erheblichen Einfluss. So wiegt die gute Arbeitsmarktlage offenbar viele in Sicherheit. Meyer: „In unseren zehn Jahresstudien haben noch nie so viele Befragte angegeben, dass sie das, was sie bisher für ihre Altersvorsorge tun, als ausreichend ansehen. Allein von den Berufstätigen sagen dies aktuell 44 Prozent.“ Überdies scheint sich auch die Einstellung der Menschen zu verändern: Nur noch 14 Prozent der Berufstätigen, die sich nicht ausreichend abgesichert fühlen, würden sich für eine sichere Altersvorsorge bei ihren heutigen Ausgaben einschränken.

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