Private Krankenversicherung: Beiträge im Alter steigen oft weniger als befürchtet

Private Krankenversicherung: Beiträge im Alter steigen oft weniger als befürchtet

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Auch steigende Arzthonorare verteuern die Krankenversicherung.

von Anke Henrich

Der neue map-Report "Ranking Private Krankenversicherung" bewertet Finanzkraft, Service und Transparenz vieler Anbieter. Zum ersten Mal hat er auch die Beitragsstabilität für Rentner untersucht.

Wenn Versicherungsmakler wissen wollen, welche Assekuranzen sie ihren Kunden guten Gewissens empfehlen können – zur Fortbildung sind sie rechtlich verpflichtet - , dann gehört der Blick in die jährlichen Ratings des map-Reports aus Ahrensburg zur Pflicht.

Seit Jahren wühlen sich die Autoren des Reports durch die Kennzahlen wichtiger Unternehmensbereiche, um aus den freiwillig teilnehmenden Anbietern die aus seiner Sicht seriösesten zu ermitteln.

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Eine nützliche Sisyphusarbeit, denn rund 8,8 Millionen Krankenvollversicherte verlassen sich auf die Zahlungsfähigkeit ihrer PKV. Sie überweisen ihnen fast 37 Milliarden Euro Beitrag pro Jahr und vertrauen ihnen ihre Altersrückstellungen über rund 220 Milliarden Euro an.

18 von 41 privaten Krankenversicherungen, das entspricht 65 Prozent Marktanteil in Deutschland, lieferten Daten an den Report. Viele antworteten nicht.

Zu diesen Erkenntnissen kommt das 17. PKV-Rating:

Seniorenbeiträge steigen weniger

Durchschnittliche Erhöhungen des Bestandsbeitrags in Prozent. (zum Vergrößern bitte anklicken)
Quelle: map-report 2017

Beiträge steigen kontinuierlich

Die Beiträge von Angestellten, Beamten und Senioren sind von 2016 auf 2017 um durchschnittlich 6,6 Prozent gestiegen. Ein teures Jahr, denn längerfristig - im Schnitt der Jahre 2000 bis 2017 – mussten die Kunden 3,9 Prozent tiefer in die Tasche greifen.

Eine leicht bessere Nachricht enthält die Untersuchung für Senioren: Einige Versicherer haben die Beiträge gesenkt. Deshalb verteuerten sich die Policen der Rentner durchschnittlich leicht weniger als die der angestellten Versicherten, nämlich um 2,3 Prozent. 2017 wird aber auch für sie finanziell kein gutes Jahr: im Schnitt 5,7 Prozent mehr Beitrag fordern die Assekuranzen dieses Mal.

Dem sanfteren Anstieg zu Grunde liegen aber keine milden Gaben der Versicherer, sondern großer politischer Druck über viele Jahre. Immer wieder hatten Rentner geklagt, dass die Beiträge im Alter trotz Altersrückstellungen bei den Versicherern dermaßen anstiegen, dass sie für viele kaum noch zu bezahlen waren. Zudem seien sie darüber bei Vertragsabschluss meist Jahrzehnte zuvor auch nicht aufgeklärt worden.

Doch inzwischen haben die Versicherer weitere Vorgaben, um Beitragsexplosionen zu verhindern. Der Durchschnittsrentner, für den die Verteuerung fiktiv errechnet wurde, ist im map-report heute 75 beziehungsweise 73 Jahre alt und seit dem Jahr 1982 privat krankenversichert.

Bei den Beamten stieg der Beitrag im langjährigen Schnitt um 2,9 Prozent pro Jahr.

Ausnahme: Stationäre Zusatzversicherungen

Mancher Kunde dürfte erstaunt sein: Im Mittel der Jahre 2000 bis 2017 überwogen Beitragsreduzierungen, so die map-Experten, im Schnitt um 0,1 Prozent pro Jahr. Auch hier gilt: 2017 ist anders - da wurden die Beiträge um 1,4 Prozent erhöht. Die Bandbreite in diesem Jahr ist groß: Die LVM reduzierte um 5,6 Prozent, die Pax-Familienfürsorge erhöhte nach drei Jahren auf einen Schlag ihre Forderung um 13,4 Prozent.

Service hängt von der Kapitalstärke ab

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Quelle: Getty Images

Auffällig im Service-Test der 18 Versicherer ist aus Sicht des map-reports, dass bilanzstarke Anbieter auch dort besser abschneiden. Den besten Service attestiert der map-report der R+V Versicherung, der Debeka und der Alten Oldenburger. Am unteren Ende sehen die Experten unter den begutachteten Anbietern die Mecklenburgische und den Deutschen Ring.

Gesamtsieger des Ratings, das die Bilanzstärke, Servicequalität und Vertragsgestaltung zusammenfasst, sind mit dem Rating “mmm“ die Provinzial, Debeka, Alte Oldenburger, Hallesche, Barmenia, HUK-Coburg, Deutscher Ring, SDK, Signal, Concordia und R+V.

Die untersten Plätze in der Gesamtbewertung belegen die Bayerische Beamtenkranken, die Württembergische und die Axa.

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