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Private Krankenversicherung: Branchenriesen Debeka und DKV wollen Preise erhöhen

von Kerstin Dämon

Die niedrigen Zinsen bringen auch die Privaten Versicherer in die Bredouille. Die beiden größten Anbieter führen deshalb mit den Unisex-Tarifen höhere Beiträge ein. Für Bestandskunden ändert sich vorerst nichts.

Private sind beliebter

Im vergangenen Jahr wechselten etwa 160.000 privat Versicherte zu den gesetzlichen Kassen (siehe Grafik). Vielen ist die Rückkehr in die GKV jedoch versperrt. Wer zurück kann, sehen Sie auf den nächsten Seiten:

Die aktuelle Niedrigzinspolitik innerhalb der Eurozone macht nicht nur Anlegern und Sparern das Leben schwer. Auch Lebensversicherer und private Krankenversicherer geraten in einen Anlagenotstand. Besonders weil die Versicherer per Gesetz gezwungen sind, einen relativ hohen Anteil ihrer Kapitalanlage mit Staatsanleihen zu bedienen, gibt es ein Problem mit dem sogenannten Rechnungszins. "Bundesanleihen lohnen sich nicht, die sind keine Bank", sagt ein Branchenkenner gegenüber der WirtschaftsWoche.

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Und je niedriger die Zinsen sind, die die Versicherer auf ihre Anlagen bekommen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren Rechnungszins - die Basis der gesamten Kalkulation - absenken müssen. Dieser Zinssatz gibt an, wie hoch die Verzinsung pro Jahr ausfallen muss, damit die Versicherer Beitragsstabilität und Leistungsversprechen halten können. Die gesetzliche Obergrenze des Satzes liegt nach Paragraph vier der Kalkulationsverordnung bei 3,5 Prozent. Derzeit bekommen die Unternehmen am Kapitalmarkt aber nur mit Mühe und Not 3,5 Prozent - wenn es überhaupt so viel ist.

Erste Erhöhungen für Neukunden

Jetzt wollen die beiden Branchenriesen Debeka und DKV die Gunst der Stunde nutzen und bei der Einführung der neuen Unisextarife auch gleich für Neukunden die Beiträge erhöhen. Die Debeka ist mit über 2,3 Millionen Versicherten die größte private Krankenversicherung und galt lange Zeit als der High Performer und den Privaten. "Wenn die schon Probleme kriegt, werden andere Unternehmen bald nachziehen", heißt es in Branchenkreisen.

Wegen des Verzögerungseffektes sind Bestandskunden aber vorerst vor Beitragserhöhungen gefeit. Wann sich das ändert, bleibt abzuwarten. Die Debeka verspricht jedenfalls, die Beiträge für ihre Mitglieder im Jahr 2013 stabil zu halten. "Wir können bereits heute sagen, dass im kommenden Jahr fast alle Versicherten von stabilen Krankenversicherungsbeiträgen profitieren werden", bekräftigt Uwe Laue, der Vorstandsvorsitzende der Debeka Versicherungsgruppe. Darüber hinaus sollen sich 2013 die Beitragszahlungen für nahezu 100.000 ältere Debeka-Versicherte verringern.

Je niedriger der Zins, desto höher die Beiträge

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Wenn die Versicherer den Zinssatz absenken, weil sie am Kapitalmarkt deutlich weniger bekommen, müssen automatisch die Beiträge steigen, damit die Altersrückstellungen gesichert sind. In den vergangenen beiden Jahren mussten insgesamt vier Versicherungen ihre Zinssätze wegen der Situation an den Märkten senken - und wurden somit teurer. Das große Problem bei der Erhöhung der monatlichen Beiträge ist jedoch, dass die Versicherer nicht einfach nach eigenem Belieben an der Preisschraube drehen dürfen. Bedingung dafür ist, dass entweder die medizinischen Leistungen teurer werden und mit dem alten Satz nicht mehr zu begleichen sind, oder dass sich die Lebenserwartung der Menschen ändert. Die Änderungen dieser beider Faktoren muss mindestens fünf Prozent betragen, bevor die Versicherer die Beiträge erhöhen können.

Das ist mit einer der Gründe, warum die Kosten jedes Mal vergleichsweise stark ansteigen. So hat beispielsweise die Central Krankenversicherung angekündigt, im kommenden Jahr die Beiträge für den Varia Plus-Tarif für Frauen und Männer um bis zu fünf Prozent zu erhöhen. "Weil es kein Stufenmodell gibt, genehmigen sich die Unternehmen einen großen Schluck aus der Pulle, sobald die fünf-Prozent-Hürde gerissen ist", sagte ein Branchenkenner.

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