Private Krankenversicherung: Lassen Sie sich nicht in schlechtere Tarife quatschen!

Private Krankenversicherung: Lassen Sie sich nicht in schlechtere Tarife quatschen!

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Privatversicherte hoffen auf bessere Behandlung. Die kann gerade im Alter teuer werden.

von Saskia Littmann

Private Krankenversicherer wollen ihren Kunden mit neuen Leitlinien den Tarifwechsel erleichtern. Warum beim Wechsel dennoch Vorsicht geboten ist und worauf Versicherte achten müssen.

Wer im Spätherbst Post von seiner privaten Krankenversicherung bekommt, hat oft nichts Gutes zu erwarten. In den letzten Wochen des Jahres klären die Versicherer ihre Kunden traditionell über die nächste Gebührenerhöhung auf. Auch wenn es für viele Versicherte beim alten Preis bleiben dürfte, werden bei einigen Versicherern wie der Barmenia oder der ARAG Beitragserhöhungen für 2015 erwartet.

Ist die schlechte Nachricht eingetroffen, hilft nur Zähne zusammenbeißen und zahlen - oder zu versuchen, innerhalb der Kasse in einen anderen Tarif zu wechseln. Da dürfte es viele Versicherte freuen, dass der Verband der Privaten Krankenversicherungen (PKV) Anfang der Woche verkündete, mit neuen Leitlinien den Wechsel vereinfachen zu wollen. Aber Vorsicht: zwar soll das Tarif-wechsel-Dich-Spiel jetzt einfacher und schneller gehen. Dennoch müssen Privatversicherte aufpassen, dass sie am Ende nicht im falschen Tarif landen.

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Vorteile der privaten Krankenversicherung

  • Leistungen

    Mehr Leistungen beim Facharzt und im Krankenhaus:

    Typische Angebote in den PKV-Tarifen sind etwa die Übernahme spezieller Behandlungsmethoden oder alternativer Heilverfahren, Chefarztbehandlung sowie Ein- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus. Zudem zahlt die PKV auch häufig für besseren Zahnersatz.

  • Bevorzugte Behandlung

    PKV-Versicherte haben oft kürzere Wartezeiten auf einen Arzttermin. Viele Spezialisten nehmen überhaupt nur noch Privatpatienten an.

Warum wechseln?

Erst vor wenigen Monaten warnte die Stiftung Warentest davor, eine private Krankenversicherung könnte nicht weniger als den Ruin bedeuten. Vom Abschluss der Police bis zur Rente könnten sich die Beiträge gut verdreifachen, so die Verbraucherorganisation. Besonders im Rentenalter werden die finanziellen Belastungen schnell zum Existenzrisiko.

Während die Beiträge für junge Berufstätige oft günstig sind und viele von der gesetzlichen Versicherung (GKV) in die PKV locken, drohen im Laufe der Zeit hohe Kosten. Denn anders als in der GKV ist bei den Privaten die Höhe der Beiträge abhängig vom jeweiligen Krankheitsrisiko - und das nimmt nun mal im steigenden Alter zu. In der Theorie wollen die Versicherer diesen Preissteigerungen entgegenwirken, in dem sie aus den Beiträgen sogenannte Altersrücklagen bilden, und diese am Kapitalmarkt anlegen. Da die Niedrigzinsphase die Rendite der Anlagen allerdings kräftig eingedampft hat, müssen eben immer öfter die Beiträge erhöht werden, Versicherte berichten von Zuwächsen von jährlich bis zu 20 Prozent.

Da der Wechsel von der PKV zurück in die GKV nur in wenigen Ausnahmefällen funktioniert - etwa bei Arbeitslosigkeit - sind viele Versicherte an die PKV gebunden, der Wechsel in einen anderen Tarif ist oft die einzige Möglichkeit, die Kosten zumindest etwas zu senken.

Was wird geändert?

Bisher gilt so ein Tarifwechsel als ziemlich kompliziert. Trickreich wehren sich die Versicherer gegen die Ersparnisse ihrer Kunden. Oft ließen die Assekuranzen deren Wechselwunsch einfach unbeantwortet. "Obwohl das Problem seit Jahren bekannt ist, hat sich die Situation nicht gebessert", sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV). Einige Assekuranzen würden den Wechsel weiterhin erschweren. „Es gibt immer wieder Fälle, in denen Versicherer ihren Kunden nicht genug alternative Tarife zur Auswahl stellen, in die die Versicherten wechseln könnten“, sagt Rita Reichard, Versicherungsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein Westfalen.

Dabei ist das Recht auf den Wechsel innerhalb einer Assekuranz in einen anderen Tarif mit ähnlichen Leistungen, bei dem die bisher erworbenen Altersrückstellungen angerechnet werden, in Paragraf 204 des Versicherungsvertragsgesetzes geregelt. Denn wer gleichzeitig den PKV-Anbieter wechseln will, verliert normalerweise den Anspruch auf das für den Ruhestand zurückgelegte Geld. Außerdem fällt dann eine erneute Gesundheitsprüfung an - Zipperlein im Alter sorgen automatisch für eine Einstufung in eine teurere Kohorte.

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3 Kommentare zu Private Krankenversicherung: Lassen Sie sich nicht in schlechtere Tarife quatschen!

  • Sehr hilfreich, wobei man nicht alles verallgemeinern kann. Der Wechsel kommt stark auf den Versicherer an. Außerdem sind starke Preisschwankungen zu entdecken. Daher Preise immer genau (extrem genau) Vergleichen und Zusatz Informationen Einholen. Hilfreich sind oft Seiten wie etwa
    <a href="https://www.versicherung-online.net/">Versicherung-online</a>. Hier nur ein Beispiel wie so etwas aussehen kann.
    Habe auch erst vor kurzem Versicherungen abgeschlossen, daher weiß ich auf was zu achten ist, vor allem wenn sie sehr günstig sind!
    Gruß,
    Jana

  • Ich glaube kaum das einer der zig Vergleichsportale bei oben genannte Thema des Tarifwechsel hilfreich und rechtlich gesehen (Haftung /Beratungsprotokoll ?) auch haltbar bei Streitigkeiten der Falschberatung wäre ...

    HG DerMakler

  • .und wieder mal die böse PKV ?
    Ich sehe in ihrem Artikel Frau Littmann leider viel Halbwissen und keine wirklich selbst erlebte ( sie waren schon einmal bei einem Tarifwechsel bzw. der Beratung dabei ? ) Praxiserfahrung , die ihre Äusserungen Glauben schenken lassen ! In meiner langjährigen Erfahrung / Beratung habe ich noch nie erlebt das eine PKV Gesellschaft nicht auf die Anfrage des tariflich & gesetzlich verbrieften Recht ( § 204 VVG ) eines Versicherten geantwortet hat , im Gegenteil die gesellschaften waren sich ihrer Verpflichtung bewußt ! Im oben genannten Recht ist gleichzeitig hinterlegt , das nur Tarife mit gleichartigen oder besseren Versicherungsschutz Gehör finden sollten ,bei Verschlechterungen darauf hingewiesen werden muss und dies wirc auch praktiziert ! Jede Unmstellungswunsch enthält eine Gegenüberstellung des aktuellen und neu zu wählenden Tarif ! Seit letzten Jahr inklusive der Auswirkung Bi / Unixsex und Altersrückstellung ! Auch hier hat es seit ich dies mit begleite keinen Versicherer gegeben ,der ein "Ne ,das bekommst Du nicht" sich auf die Fahne geschrieben hat !

    "Optimierer" wie sie es so schön nannten ,finden sie nicht in seriösen Makler / Vermittleragenturen , sondern nur auf oskuren Vergleichs oder Werbeseiten , die ja so gerne helfen beim Umstellen, aber weder mit einer Unterschrift und / oder einem individuellen Beratungsprotokoll dies bestätigen und somit auch gleichzeitig haften für jegweilige Vorschläge !
    Fachkunde Makler / Vermittler begleiten mit Kunde / Versicherer im Teamwork diesen Prozess ,bis hinzu Meetings ,Telefonkonferenz oder Internetdirektzugängen , bis auch die letzte Frage zur Umstellung beantwortet ist !Apropos Provision : Mehr als über die Hälfte der PKV Gesellschaften zahlen keine Provision für Umstellung , da es sich um Minderprämien handelt und wenn dann sind sie minimal ! Auch hier sind es Vergleichsportale , die eine wichtigen Vorgang mit Provisionsgeltung in ein falsches Licht rücken !HG DerMakler

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