Private Krankenversicherung: Lieber tot als pragmatisch

KommentarPrivate Krankenversicherung: Lieber tot als pragmatisch

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Ginge es nach der CDU, sollen Privatversicherte künftig ihre komplette Altersrückstellung bei einem Wechsel mitnehmen können.

von Anke Henrich

Die CSU will, das Privatversicherte künftig ihre komplette Altersrückstellung bei einem Wechsel mitnehmen können. Der PKV-Verband verweigert sich reflexartig. Dumm findet das Wirtschaftswoche-Redakteurin Anke Henrich.

18 von 43 Privaten Krankenversicherungen können laut Versicherungsaufsicht ihre Zinszusagen auf die Altersrückstellungen ihrer Versicherten einhalten. Einzelne Anbieter fordern von ihren Kunden jährliche Beitragserhöhungen von mehr als fünf Prozent und bieten ihnen weniger Leistungen als die gesetzlichen Krankenkrankenkassen im Pflichtenheft stehen haben. SPD und Grüne wollen der Zwei-Klassen-Medizin und damit der Privaten Krankenversicherung komplett ein Ende machen und sie in ein gemeinschaftliches System überführen. Bei der PKV geht es schon seit Jahren politisch und wirtschaftlich um Kopf und Kragen. Aber der Strick zieht sich zu.

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Nun kommt der CSU-Gesundheitsexperte Johannes Singhammer mit einem in dieser Lage geradezu  bescheidenen Verbesserungsvorschlag: Endlich sollte es allen PKV-Kunden möglich sein, zu einem anderen PKV-Anbieter zu wechseln und dabei sämtlich selbst eingezahlten Altersrückstellungen mitnehmen zu dürfen. Bisher war das für Wechselwillige ein abschreckendes Verlustgeschäft. Natürlich hätte das Konsequenzen: Der Markt würde entrümpelt. Unattraktive Anbieter würden von Konkurrenten übernommen; die Versicherten würden es kaum merken. So wenig wie sie den Abgang von sieben Anbietern in den vergangenen zehn Jahren verspürt haben. Die verbliebenen Unternehmen stünden wirtschaftlich besser im Wind. Die Branche bekäme einen kundenfreundlicheren Anstrich, der Wechsel von der GKV in die PKV würde wieder attraktiver.

Private Krankenversicherung Wechsel in die PKV soll einfacher werden

Der Verbandschef der Privaten Krankversicherungen fordert bessere Auswahlmöglichkeiten bei der Versicherung. Er will die Versicherungspflichtgrenze senken, um mehr Menschen in die PKV zu locken.

Die Versicherungspflichtgrenze von derzeit 52.200 Euro bei Privatversicherten soll gesenkt werden. Quelle: dpa

Und wie reagiert die PKV-Betonlobby auf die zunehmende Existenzbedrohung? Wie immer und immer mit Komplettabwehr: Änderungen sind unmöglich, weil... und am Ende sind garantiert die Patienteninteressen gefährdet. Diese hundertfach runtergeleierte Talkshow-Argumentation ist inzwischen so sinnentleert wie nach wochenlangem Palaver telegen spätnachts abgeschlossene Tarifverhandlungen. Wir Zuschauer sind von beidem so müde.

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Wann liefert der PKV-Verband öffentlich neue Vorschläge zur Verbesserung der eigenen Lage?  Es gibt sie, wie alle Beteiligten wissen. Aber den innovativen Anbietern, die hinter den Kulissen seit Jahren alternative Modelle entwickeln und durchrechnen, denen hat die Branche einen Maulkorb verpasst.

Realitätsverlust lautet die Diagnose.

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