Private Krankenversicherung: Wie Sie der Beitragserhöhung ihrer PKV entkommen

Private Krankenversicherung: Wie Sie der Beitragserhöhung ihrer PKV entkommen

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Tarifwahl bei der privaten Krankenversicherung: Wer den Chefarzt nicht braucht, kann am Beitrag sparen.

von Martin Gerth

Private Krankenversicherer haben in diesem Jahr die Prämien zum Teil massiv erhöht. Wie Versicherte ihre Beiträge über einen Tarifwechsel drücken können und trotzdem nahezu die gleichen Leistungen bekommen.

Für viele Privatpatienten wird es zum 1. April deutlich teurer: um 7,8 Prozent erhöht die DKV, zweitgrößter privater Krankenversicherer (PKV), im Schnitt ihre Prämien. Im Einzelfall dürfte es deutlich mehr sein. Denn die 7,8 Prozent sind auf alle DKV-Kunden gerechnet. Tatsächlich werden aber nur bei 60 Prozent aller DKV-Versicherten die Prämien erhöht.

Auch andere PKV-Anbieter haben in den vergangenen Monaten an der Beitragsschraube gedreht. Laut Branchenanalysedienst Map-Report erhöhten die untersuchten Krankenversicherer ihre Prämien für Bestandskunden (Angestellte) im Schnitt um 4,1 Prozent. Das liege über dem Schnitt der Jahre 2000 bis 2016 mit 3,6 Prozent.

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Von den Beitragserhöhungen sind in erster Linie Tarife betroffen, die schon länger am Markt sind und noch getrennt für Männer und Frauen kalkuliert wurden. Bei den 2012 eingeführten Unisex-Tarifen mit gleich hohen Prämien für weibliche und männliche Versicherte gab es dagegen bisher nur moderate Erhöhungen. Das liegt daran, dass die Versicherer die Prämien der Unisex-Tarife konservativ, also eher zu hoch als zu niedrig, kalkuliert haben. 

Die solventesten Privaten Krankenversicherungen

  • Platz 1

    Provinzial

    Solvabilitätsquote: 547,89%

    Quelle: map-report

  • Platz 2

    Deutscher Ring

    500,9%

  • Platz 3

    Universa

    486,8%

  • Platz 4

    Continentale

    466,8%

  • Platz 5

    Hallesche

    435,1%

  • Marktdurchschnitt

    251,3%

Die PKV-Beiträge steigen nicht nur wegen der wachsenden Kosten im Gesundheitssystem. Sie ziehen auch an, weil die privaten Krankenversicherer mit ihren Finanzen wegen des Niedrigzinses kaum noch Erträge erwirtschaften. Je niedriger die Kapitalerträge, desto mehr Geld muss über die Beiträge der Versicherten in die Rückstellungen der Krankenversicherer fließen. Derzeit hat die PKV rund 200  Milliarden Euro gebunkert, um altersbedingte Beitragserhöhungen abzumildern.  

Allerdings dürfen die privaten Krankenversicherer laut Gesetz die Prämien nicht allein wegen dem Niedrigzins anpassen. Es müssen sich auch die Gesundheitskosten oder die Lebenserwartung erhöht haben. Dass führt im Ergebnis dazu, dass es in einem einzelnen Tarif jahrelang keine und dann in einem Jahr eine größere Beitragserhöhung gibt.

Die leistungsstärksten PKV-Tarife

  • Policen mit Komfortschutz

    Annahmen: Geburtsdatum jeweils 1. Januar; Versicherungsbeginn 1. Mai 2015;

    * Anteil der vom Tarif erfüllten 245 Leistungskriterien;

    ² in Euro pro Jahr, wenn angeboten, wurden 650 Euro Selbstbeteiligung gewählt, sonst die nächst niedrigere oder nächst höhere Selbstbeteiligung;

    ³ in Euro pro Monat, Durchschnitt: Neukunden-Beiträge mit 15, 20, 25, 30, 35, 40, 45, 50, 55 und 60 Jahren;

    Quelle: PremiumCircle Deutschland GmbH, WirtschaftsWoche

  • Platz 10

    Allianz

    Tarif: AktiMed Best 90 U

    Leistung: überdurchschnittlich

    Leistungsstärke (in Prozent)*: 55,9

    Selbstbeteiligung²: 500

    Tarifbeitrag (35 Jahre)³: 578,07

    Tarifbeitrag (Durchschnitt)³: 590,01

  • Platz 9

    Arag

    Tarif: 207, 220, 529

    Leistung: überdurchschnittlich

    Leistungsstärke (in Prozent)*: 57,6

    Selbstbeteiligung²: 550

    Tarifbeitrag (35 Jahre)³: 578,29

    Tarifbeitrag (Durchschnitt)³: 594,49

  • Platz 8

    R+V

    Tarif: AGILpremium 480 (TN1U)

    Leistung: überdurchschnittlich

    Leistungsstärke (in Prozent)*: 60,4

    Selbstbeteiligung²: 480

    Tarifbeitrag (35 Jahre)³: 530,07

    Tarifbeitrag (Durchschnitt)³: 593,57

  • Platz 7

    Axa

    Tarif: Vital 300-U, Prem Zahn-U

    Leistung: überdurchschnittlich

    Leistungsstärke (in Prozent)*: 60,4

    Selbstbeteiligung²: 300

    Tarifbeitrag (35 Jahre)³: 485,43

    Tarifbeitrag (Durchschnitt)³: 551,41

  • Platz 6

    Central

    Tarif: Central.privatpro1

    Leistung: überdurchschnittlich

    Leistungsstärke (in Prozent)*: 62,9

    Selbstbeteiligung²: 750

    Tarifbeitrag (35 Jahre)³: 497,72

    Tarifbeitrag (Durchschnitt)³: 537,54

  • Platz 5

    Münchener Verein

    Tarif: EXCELLENT 728, 730, 767

    Leistung: überdurchschnittlich

    Leistungsstärke (in Prozent)*: 64,5

    Selbstbeteiligung²: 1000

    Tarifbeitrag (35 Jahre)³: 673,44

    Tarifbeitrag (Durchschnitt)³: 647,95

  • Platz 4

    Mannheimer

    Tarif: Purisma MAX 650

    Leistung: überdurchschnittlich

    Leistungsstärke (in Prozent)*: 65,7

    Selbstbeteiligung²: 650

    Tarifbeitrag (35 Jahre)³: 716,98

    Tarifbeitrag (Durchschnitt)³: 775,20

  • Platz 3

    Hallesche

    Tarif: NK. 2 U

    Leistung: stark überdurchschnittlich

    Leistungsstärke (in Prozent)*: 71,8

    Selbstbeteiligung²: 600

    Tarifbeitrag (35 Jahre)³: 472,29

    Tarifbeitrag (Durchschnitt)³: 479,18

  • Platz 2

    Debeka

    Tarif: N, NC

    Leistung: stark überdurchschnittlich

    Leistungsstärke (in Prozent)*: 75,5

    Selbstbeteiligung²: 400

    Tarifbeitrag (35 Jahre)³: 468,06

    Tarifbeitrag (Durchschnitt)³: 505,19

  • Platz 1

    Barmenia

    Tarif: einsA expert2+

    Leistung: stark überdurchschnittlich

    Leistungsstärke (in Prozent)*: 77,1

    Selbstbeteiligung²: 600

    Tarifbeitrag (35 Jahre)³: 543,86

    Tarifbeitrag (Durchschnitt)³: 568,52

Wer sich bei einer PKV versichert hat, bleibt in der Regel an einen Anbieter gekettet. Grund dafür sind die finanziellen Polster, die jeder Versicherte über die Prämie für höhere Gesundheitsausgaben im Alter anspart. Wer den Anbieter wechselt, verliert diese Rückstellungen komplett, sofern er seine Police vor 2009 abgeschlossen hat. Bei Verträgen ab 2009 können die Versicherten einen Teil dieser Finanzpolster mitnehmen. In beiden Fällen lohnt ein Wechsel des Anbieters meist nicht, weil die Prämie im Alter zu stark ansteigt.

Lohnender ist es, in einen günstigeren Tarif desselben Anbieters umzusteigen. Dieser Tarif muss nicht weniger leisten. Es reicht, wenn der Mix aus gesunden und kranken Versicherten im neuen Tarif günstiger ist. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) richten sich die Prämien nur nach den Einnahmen und Ausgaben innerhalb eines Tarifs. Je gesünder die Versicherten in einem Tarif sind, desto stabiler bleibt die Prämie. Viele Kranke in einem Tarif bedeuten dagegen stark steigende Prämien. Das führt dazu, dass Versicherte mit ähnlichem Risikoprofil in vergleichbaren Tarifen unterschiedlich hohe Prämien zahlen.

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