Private Vorsorge: Die besten Lebensversicherer

Private Vorsorge: Die besten Lebensversicherer

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Millionen Deutsche setzen bei der privaten Altersvorsorge auf eine Lebensversicherung. Wer dabei auf das richtige Pferd setzen möchte, sollte Rendite und sämtliche Kosten einbeziehen - so wie das Finsinger-Rating der WirtschaftsWoche. Dann lohnt eventuell sogar der Wechsel zu einem besseren Lebensversicherer.

von Niklas Hoyer, Annina Reimann und Sara Zinnecker

Nur finanzstarke Anbieter können das Geld der Versicherten noch rentabel anlegen. Sie haben genug Reserven, um in Aktien, Infrastruktur oder Immobilien zu investieren. Das exklusive Finsinger-Rating zeigt, welche Anbieter Kunden gute Chancen auf eine angemessene Verzinsung bieten.

Die Karte des Stromnetzes ist groß wie eine Kinoleinwand. Deutschlands Norden leuchtet links, der Süden rechts. Davor, auf 21 Bildschirmen, simulieren Ingenieure des Netzbetreibers Amprion 15 Minuten im Voraus, wo in den 11 000 Kilometer Stromnetz eine Leitung ausfallen und womöglich eine Kettenreaktion ganze Städte in den Blackout reißen könnte. Bezahlt werden die Ingenieure in der Schaltzentrale in Brauweiler bei Köln von Stromkunden, die etwa drei Prozent ihrer Gelder an Amprion überweisen. Von ihrer Arbeit aber profitieren Lebensversicherte.

Zum Beispiel die der Neue Leben aus Hamburg: Der Versicherer ist an Amprion beteiligt. Vor einem Jahr haben die Neue Leben, die zum Talanx-Konzern gehört, und weitere Versicherer knapp 75 Prozent an Amprion von RWE übernommen, für 700 Millionen Euro. Als Investition ins Stromnetz verzinsen sich die Millionen nun mit etwa sieben Prozent pro Jahr.

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Die Lebensversicherer mit *-Rating

* = stark unterdurchschnittlich; ***** = stark überdurchschnittlich

(sortiert nach Leistungsfähigkeit in absteigender Reihenfolge)

Ein-Stern-
Lebensversicherer

Zins-

prog.
1; 2

histor.

Zins
1; 3

Ab-
schluss-

kosten
1; 4

Verw.-
kosten
1; 5
Aus-
schüttung
1; 6
Leistungs-
fähigkeit
für den Kunden
1; 7
Ergo3,6 %4,4 %6,4 %2,9 %80,6 %-66,8 %
Münchener Verein 3,5 %3,8 %6,0 %3,6 %84,2 %-71,8 %
Gothaer 3,3 %3,6 %5,9 %2,7 %81,9 %-80,8 %
Arag 3,5 %4,0 %6,6 %4,1 %82,1 %-106,1 %
HDI Gerling3,5 %4,5 %7,1 %2,8 %73,9 %-106,5 %
Ideal 3,4 %4,1 %6,2 %4,9 %89,6 %-106,8 %
VPV3,4 %3,6 %7,4 %3,3 %90,3 %-141,5 %
Delta Lloyd3,5 %3,4 %10,3 %3,1 %67,2 %-234,0 %
Direkte Leben3,8 %4,2 %11,2 %2,1 %89,4 %-256,3 %

Vergleichsmaßstab (Benchmark)8

3,6 %

4,3 %

5,2 %

2,6 %

86,7 %

-

1 in Prozent, gerundet; 2 prognostizierte Rendite auf die Kapitalanlagen des Versicherers, unter realistischen Annahmen nach einem mathematischen Modell; 3 bisherige historische Verzinsung der Kapitalanlagen des Versicherers, nach dem strengen Niederstwertprinzip zu aktuellen Zeitwerten; dient nur zum Vergleich, fließt nicht ins Rating ein; Mittelwert 2005 bis 2011; 4 Kosten, die beim Vertragsabschluss zum Beispiel für Provisionen an den Vermittler anfallen, als Anteil an den Gesamtbeiträgen aller neu abgeschlossenen Verträge, Mittelwert 2009 bis 2011; 5 jährliche Verwaltungskosten, als Anteil an den Versicherungsbeiträgen (Bruttobeiträge), Mittelwert 2009 bis 2011; 6 Anteil der Gesamtüberschüsse, den der Versicherer an die Kunden ausschüttet, Mittelwert 2005 bis 2011; 7 Leistungsfähigkeit nach dem Finsinger-Modell im Vergleich zum Benchmark-Versicherer (Durchschnittswert von 25 besonders wachstumsstarken Versicherern), je höher der Wert, desto leistungsfähiger ist der Versicherer; 8 Durchschnittswert der 25 wachstumsstärksten unter den 50 größten Lebensversicherern;

Quelle: Softfair, Professor Jörg Finsinger; Hinweise zur Methodik finden Sie hier.

Lebensversicherer müssen sich etwas einfallen lassen, wenn sie ihren Kunden noch eine attraktive Rendite bieten wollen. Zehnjährige Bundesanleihen bringen ihnen nur 1,5 Prozent Rendite pro Jahr. Selbst wenn sie dem Bund 30 Jahre Geld borgen, bekommen sie nur 2,3 Prozent. Das reicht nicht. Die Lebensversicherer garantieren Kunden auf eingezahlte Beiträge nach Abzug von Kosten im Durchschnitt 3,2 Prozent Zins. Während Neukunden heute nur noch 1,75 Prozent Mindestverzinsung auf den angelegten Teil ihres Beitrags zugesichert bekommen, steht in etwa jedem vierten der rund 90 Millionen abgeschlossenen Verträge noch ein Garantiezins von vier Prozent – von 1994 bis 2000 hatten sich die Lebensversicherer so weit aus dem Fenster gelehnt.

Schrumpfkur - Obwohl Versicherer den garantiezins für Neukunden gesenkt haben, können sie ihn mit sicheren Anleihen nicht mehr erwirtschaften. (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Schrumpfkur - Obwohl Versicherer den garantiezins für Neukunden gesenkt haben, können sie ihn mit sicheren Anleihen nicht mehr erwirtschaften.

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Die Niedrigzinsen treffen Versicherte hart. Fast 90 Prozent ihres Kapitals von 743 Milliarden Euro haben die Versicherer zu einem festen Zins investiert. Noch haben sie genug höher verzinste Anleihen aus früheren Jahren im Depot. Im Durchschnitt laufen die noch 9,5 Jahre. Deshalb schaffen die Anlagechefs mit den Kapitalanlagen 2012 immer noch etwa 3,8 Prozent Rendite. Schon das aber wären 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Entsprechend weniger werden die Versicherer ihren Kunden gutschreiben. Und die Renditen bröckeln weiter.

Geliebte Bankpapiere - Investitionen der Lebensversicherer. (Zum Vergrößern bitte anklicken)

Geliebte Bankpapiere - Investitionen der Lebensversicherer.

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Notgedrungen müssen Versicherer umdenken: Sichere Anleihen rentieren nicht hoch genug. Sie brauchen andere Anlagen. Möglichst sicher sollen die sein, außerdem regelmäßig und langfristig kalkulierbare Erträge bringen – wie das Stromnetz.

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