Privatinsolvenzen: Immer mehr Rentner rutschen in die Pleite

Privatinsolvenzen: Immer mehr Rentner rutschen in die Pleite

Bild vergrößern

Ältere Menschen haben zunehmend mit Privatinsolvenzen zu kämpfen.

von Andreas Toller

Im vergangenen Jahr sank die Zahl der Privatinsolvenzen bundesweit. Eine Altersgruppe schlittert jedoch immer öfter in die private Pleite: die über 61-Jährigen. Warum ist das so?

Eigentlich haben sich die Zahlen zu den Insolvenzverfahren in Deutschland in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. Sowohl bei Firmen- als auch Privatinsolvenzen sanken die Fallzahlen auf breiter Front. Nach Berechnungen der Wirtschaftsauskunftei Creditreform sanken die Unternehmensinsolvenzen 2014 um 8,9 Prozent auf 23.800, die privaten Pleiten nahmen um 4,9 Prozent ab. Insgesamt zählte Creditreform 2014 86.900 Verbraucher, die Insolvenz anmelden mussten. 2010 hatte dieser Wert mit knapp 110.000 einen Rekord markiert.

Die Gründe für den Rückgang der Privatpleiten waren bei Präsentation der Statistik im Dezember schnell ausgemacht: Höhere Tarifabschlüsse, geringere Arbeitslosigkeit und niedrige Inflation sorgen für den Rückgang. Allerdings gibt es eine Bevölkerungsgruppe, bei der die Entwicklung entgegengesetzt verläuft.

Anzeige

Der Anbieter von Wirtschafts- und Bonitätsinformationen Bürgel, eine Tochter der Allianz Group und der Otto Group, hat sich die Privatinsolvenzen genauer angesehen. Das im Februar vorgestellte Schuldenbarometer 2014 kam zu dem Ergebnis, dass die Altersgruppe der über 61-Jährigen eine deutliche Zunahme zahlungsunfähiger Verbraucher aufweist. In dieser Bevölkerungsgruppe stieg die Zahl der Privatinsolvenzen um 13,9 Prozent auf 10.683 Fälle. Bereits 2013 war ihre Zahl um 8,4 Prozent gestiegen.

Mehr Bankrotte in Niedersachsen

Diese Ergebnisse hat Bürgel nochmals analysiert. Demnach sind vor allem in Niedersachsen ältere Bundesbürger häufiger in den Bankrott geschlittert: In dem Bundesland stiegen die Fallzahlen um 23,4 Prozent, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit einer Zunahme um 21,2 Prozent und dem Saarland mit einem Plus von 20,8 Prozent.

weitere Artikel

Relativ zur gesamten Einwohnerzahl hält allerdings Hamburg den größten Anteil der mindestens 61-Jährigen in Privatinsolvenz. Pro 100.000 Einwohner kam es in dieser Gruppe zu 86 Insolvenzverfahren. Dennoch haben die Pleiten der Rentnergeneration im Vergleich zum Vorjahr um 12,9 Prozent abgenommen. Nach Hamburg haben Schleswig-Holstein und Bremen die höchsten Fallzahlen. Die wenigsten Verbraucherinsolvenzen ab 61 Jahren verzeichneten Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg mit Fallzahlen zwischen 35 und 38 je 100.000 Einwohnern. Im Bundesdurchschnitt sind 49 Personen je 100.000 Einwohnern betroffen.

Bürgel sieht die Hauptursachen für eine Überschuldung im Alter in Krankheiten und damit verbundenen Kosten sowie in gescheiterter Selbstständigkeit. Aber auch das sinkende Rentenniveau verschärfe die Lage. Fallende Versorgungsansprüche und weiter steigende Steuern und Sozialversicherungsbeiträge dürften demnach das Problem perspektivisch ebenso verstärken wie der demographische Wandel und der wachsende Niedriglohnsektor, der das Erreichen einer auskömmlichen Rente erschwert.

Fazit: Eine immer größer werdende Bevölkerungsgruppe dürfte im Alter vor finanziellen Problemen stehen. Vieles deutet somit darauf hin, dass das Phänomen der Altersarmut auch mittel- bis langfristig weiter zunimmt.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%