Privatrente: Wann sich eine Sofortrente lohnt

Privatrente: Wann sich eine Sofortrente lohnt

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Privatrente Illu2

Sofortrenten-Policen und Fonds-Auszahlpläne bieten Anlegern eine regelmässige Rente gegen Einmalbeitrag. Welches Produkt für wen geeignet ist.

Von wegen betonsicher: Angesichts massiver Geldabflüsse mussten im vergangenen Jahr offene Immobilienfonds rund 34 Milliarden Euro Anlegergelder einfrieren. Etwa 40 Prozent aller in diesen Fonds angelegten Gelder sind blockiert. Das trifft zurzeit vor allem Besitzer von Fonds-Auszahlplänen: Diese Anleger, in der Regel Ruheständler, haben auf einen Schlag einige Zehn- oder Hunderttausend Euro investiert und bauen jetzt darauf, Monat für Monat einen festen Betrag ausgezahlt zu bekommen und sich so eine Zusatzrente zu sichern.

Bei einzelnen Immobilienfonds, zum Beispiel dem Axa Immoselect, ist dieser Geldfluss nun erst mal versiegt. Fondsgesellschaften wie die SEB, KanAm oder die Degi, die ihre Fonds zwar eingefroren, die Besitzer von Auszahlplänen aber weiter bedienen, müssen sich mit der Aufsichtsbehörde BaFin herumschlagen. Die pocht auf die Gleichbehandlung aller Anleger – keiner soll also an sein Geld kommen – und sieht sich nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Frankfurt von Ende Dezember im Recht.

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Millionen Anleger fragen sich nun, ob mit der Schließung der offenen Immobilienfonds das Ende der Auszahlpläne gekommen ist. Doch die Immobilienfonds sind nur ein kleiner Baustein im Anlagemix, mit dem sich Auszahlpläne aufbauen lassen. Geschätzt setzen gerade einmal 25 000 Auszahlpläne auch auf offene Immobilienfonds, nur bei wenigen Tausend Anlegern kommt derzeit tatsächlich kein Geld an. Gut konzipierte Auszahlpläne setzen außerdem auf ganz verschiedene Anlageklassen, sodass ein zwischenzeitlicher Zahlungsausfall einer einzelnen Anlage keine großen Probleme bereitet.

Wem das Risiko eines solchen Auszahlplans dennoch zu hoch erscheint, dem stehen andere Möglichkeiten offen, um aus einer einmal angesparten Summe, etwa der Auszahlung einer Lebensversicherung, eine regelmäßige Rente zu beziehen. Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag, die sogenannten Sofortrenten, sind eine Alternative.

„Hören Sie nicht auf Bankvertriebe und Vermögensberater"

Sofortrenten bieten die Garantie auf eine lebenslange Rente. Die Rendite der Policen hängt zum Teil aber vom Erfolg des Versicherers ab. Wer seine Grundversorgung im Alter schon abgesichert hat und etwas Risiko eingehen kann, sollte einen Auszahlplan auf Basis von Fonds bevorzugen. Er bietet die Chance auf hohe Rendite und gibt dem Anleger die Möglichkeit, Erben eventuell auch noch nach vielen Jahren ein beachtliches Vermögen zu hinterlassen.

Erster Schritt bei der Planung fürs Alter ist die Ermittlung des notwendigen Renteneinkommens. „Jeder sollte seine Ausgaben durchleuchten und den eigenen Bedarf im Alter ermitteln“, sagt Peter Sachs, Sachverständiger für Kapitalanlagen und private Finanzplanung aus Bad Homburg.

Überwiegen heute Ausgaben, die im Ruhestand wegfallen? Oder gibt es vor allem Kosten, die im Alter neu hinzukommen? Sein Ratschlag für angehende Rentner: „Hören Sie nicht auf Bankvertriebe und Vermögensberater, fragen Sie sich, was Sie selbst im Alter wirklich wollen.“ Erst wenn die eigenen Wünsche feststehen, sollte ein Kassensturz folgen. Nur wer weiß, welche Ansprüche er aus der gesetzlichen und einer eventuellen betrieblichen Altersvorsorge hat, kann eine mögliche Lücke errechnen und seine private Vorsorge zum Auffüllen nutzen.

So wie Olaf Hasselmann, der sich auf das monatliche Extra gefreut hatte, dann aber später doch enttäuscht wurde. Mehr als 30 Jahre lang hatte der Pfälzer aus Bad Dürkheim, früher kaufmännischer Angestellter beim Chemiekonzern BASF, von seinem Gehalt etwas zurückgelegt. Zum 60. Geburtstag machte ihm seine Versicherung, die Berlinische Leben, dann ein verlockendes Angebot: Aus der angesparten Summe würde sie ihm eine kleine Zusatzrente zahlen, bis ans Lebensende. „Die Beispielrechnung dazu sah sehr gut aus“, erzählt Hasselmann. Er entschied sich deshalb gegen die Auszahlung auf einen Schlag und für eine Rentenzahlung.

Heute, im Alter von 70 Jahren, weiß er: Die Wirklichkeit sieht anders aus als eine Musterrechnung. Nur wenige Jahre lang bekam er zusätzlich zur Garantierente noch hohe Überschussbeteiligungen. „Im Nachhinein habe ich den Eindruck, ich wurde in dieser Zeit angefüttert“, sagt Hasselmann.

Denn wenige Jahre nach Rentenbeginn – der niederländische Versicherer Delta Lloyd, unter dessen Namen die ehemalige Berlinische Leben heute firmiert, war bei seiner Versicherung eingestiegen – erhielt Hasselmann neue Briefe, mit neuen Berechnungen. Erst wurde ihm die Zusatzrente um 26,5 Prozent gekürzt, dann nochmals um rund 5 Prozent. Hasselmanns Vertrauen in die Versicherung schwand. Nur gut, dass dieser Vertrag für ihn nur ein kleines Extra sei, sagt er heute – seine Grundversorgung sei auch ohne die Rente gesichert.

Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag funktionieren nach einer simplen Formel: Der Anleger zahlt einen größeren Betrag, beispielsweise 100 000 Euro, und bekommt dafür von der Versicherung jeden Monat eine Zusatzrente aufs Konto, so wie bei Olaf Hasselmann. Diese Rente fließt garantiert lebenslänglich. Das kommt in Krisenzeiten an: Insgesamt flossen etwa 2007 rund sechs  Milliarden Euro in diese Verträge. Doch Hasselmanns Erfahrung zeigt, dass der Abschluss gut bedacht werden sollte.

 

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