Ratgeber: Was bei Berufsunfähigkeitspolicen zu beachten ist

Ratgeber: Was bei Berufsunfähigkeitspolicen zu beachten ist

Bild vergrößern

Wer berufsunfähig wird, steht sowieso vor vielen Problemen. Offenbar nutzen Versicherungen diese Unsicherheit und Schwäche ihrer Kunden aus, um sich gegen die Zahlung der Versicherungssumme zu wehren.

Versicherer haben in die Vertragsbedingungen von Berufsunfähigkeitsversicherungen viele Fallen eingebaut. Was Sie vor dem Abschluss einer Police wissen sollten.

Die Netto-Falle

Versicherer werben mit Nettobeiträgen. Die bestehen aus der teureren Bruttoprämie, also dem kalkulierten Beitrag, minus Überschüssen. Die entstehen, wenn weniger Kunden erkranken als kalkuliert oder wenn die Versichertengelder besonders profitabel angelegt wurden. An diesen Überschüssen muss der Versicherer den Kunden beteiligen. Garantiert sind die Überschüsse nicht, gerade angesichts der niedrigen Kapitalmarktzinsen können diese drastisch sinken. Dann kann es passieren, dass der Kunde sehr schnell den teuren Bruttobeitrag zahlen muss. Wer Angebote einholt, sollte also vor allem auf die Bruttobeiträge schauen.

Anzeige

Beiträge begrenzen

Versicherer teilen Kunden in Risikogruppen ein – Maurer zahlen viel mehr als Anwälte. Wer auf Leistung verzichtet, bekommt den Beitrag günstiger. So kann es sinnvoll sein, die Laufzeit auf das 60. Lebensjahr zu begrenzen. Wer dann allerdings in jungen Jahren arbeitsunfähig wird, kann kaum noch fürs Alter sparen und steht ab 60 mit leeren Händen da. Kompromiss: Schutz bis zum 60. Lebensjahr mit Leistungsdauer bis 67 vereinbaren. Billiger wird es auch, wenn der Kunde von Beginn an auf eine hohe Rente verzichtet. Wer nur eine Minirente versichert, sollte aber eine Nachversicherungsgarantie verlangen: Sie erlaubt es, die Höhe der Rente später ohne erneute Gesundheitsprüfung anzupassen – etwa, wenn der Kunde eine weitere Person versorgen muss. Wer es sich leisten kann, sollte Beiträge jährlich zahlen – Versicherer kassieren hohe Ratenzuschläge.

Kosten einer Berufsunfähigkeits-Police

  • So viel zahlt ein Maurer

    Maximum: 607,28 Euro

    Minimum: 309 Euro

    Quelle: Franke & Bornberg; Marktvergleich unter 40 Versicherern, Basis der Berechnung: 1500 Euro monatliche Rente, Eintrittsalter 35, versichert bis 67, ausgewiesen ist jeweils der niedrigste und höchste Bruttobeitrag

  • So viel zahlt ein Winzer

    Maximum: 292,18 Euro

    Minimum: 225,31 Euro

  • So viel zahlt ein Schlosser

    Maximum: 572,38 Euro

    Minimum: 193,79 Euro

  • So viel zahlt ein Elektriker

    Maximum: 568,32 Euro

    Minimum: 155,20 Euro

  • So viel zahlt eine Sozialversicherungsangestellte

    Maximum: 323,61 Euro

    Minimum: 94,15 Euro

  • So viel zahlt ein Personalfachwirt

    Maximum: 323,61 Euro

    Minimum: 94,15 Euro

  • So viel zahlt ein Dolmetscher

    Maximum: 411,20 Euro

    Minimum: 91,45 Euro

  • So viel zahlt eine Bürokauffrau

    Maximum: 411,20 Euro

    Minimum: 91,45 Euro

  • So viel zahlt ein Technischer Zeichner

    Maximum: 411,20 Euro

    Minimum: 89,86 Euro

  • So viel zahlt ein Diplom-Ingenieur

    Maximum: 212,10 Euro

    Minimum: 78,40 Euro

  • So viel zahlt ein Mathematiker

    Maximum: 195,35 Euro

    Minimum: 78,40 Euro

Erkrankungen melden

Versicherer prüfen erst dann akribisch, wenn der Kunde eine Leistung beanspruchen möchte. Sie dürfen bei Ärzten Informationen über Vorerkrankungen einholen. Hat der Kunde Krankheiten verschwiegen, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten. Betroffene verlieren ihren Schutz, wenn sie ihn am dringendsten brauchen. Versicherte sollten deshalb also alle Vorerkrankungen angeben – auch, wenn der Versicherungsvertreter, der vor allem eine Unterschrift und damit seine Provision will, sie kleinredet. Ausweg: Bei den Kassenärztlichen Vereinigungen nachfragen, bei welchen Ärzten man seine Versichertenkarte in den vergangenen zehn Jahren abgegeben hat, dann Kopien der Krankenakte bei den Ärzten anfordern. Die müssen diese laut Gesetz herausgeben. Die kompletten Unterlagen sollten Kunden mit ihrem Antrag beim Versicherer einreichen.

Beruf genau beschreiben

Gefahr droht, weil Versicherer allzu bürokratisch vorgehen: In manch einem Antrag werden etwa genaue prozentuale Angaben darüber gefordert, wie häufig der Anwärter beruflich verreist, zu wie viel Prozent er körperlich tätig ist und wie viel Zeit er am Schreibtisch verbringt. Diese Praxis steigert das Risiko der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Da schon geringfügige Unterschiede etwa in der prozentualen Aufteilung zwischen kaufmännischer und körperlicher Tätigkeit zu deutlichen Preisunterschieden führen, schummeln Vermittler oder Kunden dann, um Beiträge runterzurechnen. Weist der Versicherer dem Kunden später falsche Angaben nach, kann er eine Leistung verweigern.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%