Reformpläne: "Selbstständige benötigen flexible Altersvorsorge"

Reformpläne: "Selbstständige benötigen flexible Altersvorsorge"

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Die Altersvorsorge für Selbstständige sollte flexibel sein und aus einem guten Mix bestehen

von Martin Gerth

Der Staat will Selbstständige ab 2013 zur privaten Altersvorsorge zwingen. Aber wie sichern sich Unternehmer am besten ab? Anlageexperte Ralf Nomrosky erklärt, was sinnvoll ist und welche Absicherung taugt.

WirtschaftsWoche: Herr Nomrosky, sind Selbstständige besser mit privater Altersvorsorge ausgestattet als angestellte Arbeitnehmer?

Nomrosky: Gemessen an dem, was sie eigentlich ansparen müssten, sind sie nicht besser abgesichert. Allerdings sind sie eher bereit, für unabhängige Beratung Honorare zu zahlen. Meist haben sie bereits Erfahrung mit Unternehmens- und Steuerberatern. Angestellte Anleger wissen zwar, dass sie beim Bank- oder Versicherungsberater Provision zahlen müssen, über die Höhe sind sie aber meist überrascht.

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Warum sollten sich vor allem Selbstständige unabhängig beraten lassen?

Selbstständige benötigen eine flexible und liquide Altersvorsorge. Anders als Angestellte können sie nicht jahrzehntelang gleich hohe Beträge sparen. In der Regel müssen sie schauen, was bleibt am Ende des Geschäftsjahrs für die Altersvorsorge übrig. Das kann von Jahr zu Jahr stark schwanken. Zudem kann es passieren, dass Unternehmer im Notfall schnell an ihr Geld müssen, weil das Geschäft schlecht läuft. Wenn ein Großteil des Geldes in illiquiden Kapitalanlagen wie Immobilien oder Lebensversicherungen steckt, kann es finanziell sehr schnell eng werden.

Rentenpläne Koalitionsstreit um Altersarmutsgesetz

Nach dem Plan der von Ursula von der Leyen sollen Selbstständige zur Altersvorsorge verpflichtet werden, Niedriglöhner eine Zuschussrente bekommen und Teilrentner mehr hinzuverdienen dürfen. Die Koalitionspartner schießen quer.

Am Donnerstag will Ursula von der Leyen ihren Gesetzesentwurf zur Bekämpfung der Altersarmut veröffentlichen - Und erntet bereits Kritik. Quelle: dapd

Bei Rürup-Sparverträgen können Anleger auch einmal jährlich größere Beträge einzahlen. Eine echte Alternative für Selbstständige?

Eigentlich nicht, weil Rürup nicht so flexibel ist, wie es für Selbstständige nötig wäre. Guthaben aus Rürup-Verträgen lassen sich nicht vererben, die Kosten sind relativ hoch und letztlich ist es eine Wette gegen die Versicherung auf ein langes Leben. Wer früh stirbt, macht in der Regel ein Verlustgeschäft. Rürup lohnt sich allenfalls für Unternehmer, die keine Angehörigen abzusichern haben.

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Wie sollten Selbstständige stattdessen sparen?

Es macht Sinn, Risiko- und Altersvorsorge zu trennen. Policen, die sowohl Lebensrisiken als auch einen Sparplan einschließen, sind in der Regel teuer. Risiken wie Tod oder Berufsunfähigkeit lassen sich besser über Versicherungen abdecken, die Altersvorsorge dagegen über reine Sparprodukte. Das können sowohl Investment- oder Indexfonds sein, als auch Aktien, Anleihen , Immobilien und Gold. Wichtig ist ein guter Mix aus unterschiedlichen Vermögensklassen. Wer als Selbstständiger mehr für die Altersvorsorge tun will, muss zunächst schauen, was bereits da ist. So lassen sich die Lücken bei einzelnen Vermögensklassen sinnvoll schließen.

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