Regulierung der Versicherer: Allianz ist systemrelevant

Regulierung der Versicherer: Allianz ist systemrelevant

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Fahnen mit dem Logo des Allianz-Konzerns in München.

Nicht nur Banken, auch Versicherer können zu einem wirtschaftlichen Risikofaktor werden, wenn sie zu groß werden. Neun von ihnen wurden jetzt als systemrelevant eingestuft, darunter auch der Münchner Allianz-Konzern.

Die Allianz gehört zu den neun Versicherungskonzernen, die nach Auffassung ihrer Aufsichtsbehörden gefährlich für das weltweite Finanzsystem werden könnten. Der Finanzstabilitätsrat (FSB) der G20-Staaten legte am Donnerstagabend eine erste Liste von systemrelevanten Versicherern (G-SII) vor, die mit Auflagen gebändigt werden sollen. Sie müssen als erstes damit rechnen, dass die Aufseher ihnen strengere Eigenkapitalvorschriften machen als bisher. Die Allianz gilt allerdings schon als gut kapitalisiert. Sie hatte damit gerechnet, in die Gruppe der G-SII aufgenommen zu werden.

Die Liste fiel unerwartet kurz aus. Zum Vergleich: Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht hält 28 Kreditinstitute für systemrelevant. Allerdings war lange umstritten, ob Versicherer überhaupt in eine solche Lage kommen könnten. Den Aufsehern ist weniger die Größe ihres angestammten Geschäfts ein Dorn im Auge, sondern Aktivitäten, die sie anfällig machen für Krisen an den Finanzmärkten. In den Jahren seit der Finanzkrise übernehmen Versicherer immer mehr Aufgaben, die traditionell Sache der - heute geschwächten - Banken waren. Sie vergeben Kredite, halten und handeln Derivate. Aber auch komplexe Produkte wie bestimmte fondsgebundene Lebensversicherungen machen sie stärker von den Kapitalmärkten abhängig.

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Auf der Liste stehen neben der Allianz die US-amerikanischen Versicherer AIG, MetLife und Prudential Financial , die italienische Generali, die britischen Versicherer Aviva und Prudential, die französische Axa sowie die chinesische Ping An. Die Liste soll künftig jedes Jahr im November aktualisiert werden. Ob auch Rückversicherungskonzerne wie die Münchener Rück oder Swiss Re systemrelevant sein können, will der FSB erst in einem Jahr entscheiden. Der US-Versicherungsriese AIG war schon 2008 zum spektakulärsten Opfer der Finanzkrise neben der US-Investmentbank Lehman Brothers geworden - nicht wegen des Versicherungsgeschäfts, sondern wegen seiner Eskapaden an den Finanzmärkten.
Kriterien für die Systemrelevanz
Die internationale Vereinigung der Versicherungsaufseher (IAIS) hatte zuvor die Kriterien für die Systemrelevanz und die Maßnahmen vorgestellt, die den betroffenen Konzernen auferlegt werden sollen. Der FSB handelt im Auftrag der wichtigsten 20 Industrie- und Schwellenländer (G20), deren Finanzminister sich am Wochenende in Moskau treffen.
Mit einer umfassenderen Aufsicht und einem dickeren Polster an Eigenkapital wollen sie verhindern, dass die Versicherer in einer Schieflage gefährlich für das ganze Finanzsystem werden können. Zudem sollen sich die Konzerne - wie die großen Banken auch - nicht mehr sicher sein können, dass sie in einer prekären Situation vom Staat aufgefangen werden. Dieses Bewusstsein hatte vor der Finanzkrise falsche Anreize gesetzt, die Branche war zu große Risiken eingegangen.

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