Bild: dpaWenn Sie heute eine Rentenlücke in Höhe von 1000 Euro feststellen - Ihnen nach jetzigem Standpunkt und heutiger Kaufkraft trotz gesetzlicher Rente 1000 Euro fehlen würden, um all Ihre Ausgaben decken zu können - kann sich das Bild in den nächsten fünf Jahren weiter verdüstern. In fünf Jahren würden aus diesen fehlenden 1000 Euro:
1.051 Euro bei einer Inflation von einem Prozent
1.104 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent
1.159 Euro bei einer Preissteigerung von drei Prozent
1.217 Euro bei vier Prozent
1.276 Euro bei einer Inflation von fünf Prozent
Bild: dpaAuf zehn Jahre betrachtet, vergrößert die Inflation die heutige Lücke von 1000 Euro wie folgt:
1.105 Euro bei einem Prozent Inflation
1.219 Euro bei zwei Prozent Inflation
1.344 Euro bei drei Prozent Inflation
1.480 Euro bei vier Prozent Inflation
1.629 Euro bei fünf Prozent Inflation
Bild: dapdIn 15 Jahren beträgt die monatliche Rentenlücke dann:
1.161 Euro (ein Prozent Inflation)
1.346 Euro (zwei Prozent)
1.558 Euro (drei Prozent)
1.801 Euro (vier Prozent)
2.079 Euro (fünf Prozent Inflation)
Bild: dpaDie Inflation macht auch denjenigen das Rentenleben schwer, die noch 20 Jahre Arbeitsleben vor sich haben. Wem jetzt 1000 Euro monatlich fehlen würden, fehlen in 20 Jahren
1.220 Euro bei einer Inflation von einem Prozent
1.486 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent
1.806 Euro bei einer Inflation von drei Prozent
2.191 Euro bei einer Inflation von vier Prozent
2.653 Euro bei einer Inflation von fünf Prozent- jedenfalls, wenn er oder sie jetzt nicht schnell seine private Vorsorge aufstockt.
Bild: dpa/dpawebNach 25 Jahren sind aus den fehlenden 1000 Euro
1.282 Euro bei einer Inflation von einem Prozent
1.641 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent
2.094 Euro bei einer Inflation von drei Prozent
2.666 Euro bei einer Inflation von vier Prozent
3.386 Euro bei einer Inflation von fünf Prozentgeworden.
Bild: dpaNoch ernster wird es für Arbeitnehmer mit Mitte, Ende 30, die jetzt, 30 Jahre vor Renteneintritt, feststellen, dass ihnen nach heutigem Stand monatlich 1000 Euro im Geldbeutel fehlen würden. Bis es soweit ist, werden aus den 1000 Euro nämlich:
1.348 Euro bei einer Inflation von einem Prozent
1.811 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent
2.427 Euro bei einer Inflation von drei Prozent
3.243 Euro bei einer Inflation von vier Prozent
4.322 Euro bei einer Inflation von fünf Prozent
Wenn Sie heute eine Rentenlücke in Höhe von 1000 Euro feststellen - Ihnen nach jetzigem Standpunkt und heutiger Kaufkraft trotz gesetzlicher Rente 1000 Euro fehlen würden, um all Ihre Ausgaben decken zu können - kann sich das Bild in den nächsten fünf Jahren weiter verdüstern. In fünf Jahren würden aus diesen fehlenden 1000 Euro:
1.051 Euro bei einer Inflation von einem Prozent
1.104 Euro bei einer Inflation von zwei Prozent
1.159 Euro bei einer Preissteigerung von drei Prozent
1.217 Euro bei vier Prozent
1.276 Euro bei einer Inflation von fünf Prozent
Zurückgeben, zurückerstatten – dafür steht der Begriff Rente. Doch davon kann für künftige Generationen keine Rede mehr sein. Während langjährig Versicherte heute noch rund 51 Prozent des durchschnittlichen Netto-Einkommens aller Beitragszahler als Rente ausgezahlt bekommen, sollen es von 2030 an nur noch 43 Prozent sein. Für die Rentner von morgen wird es also finanziell eng. Und schon heute hat ein Drittel der fleißigen Beitragszahler Angst vor Altersarmut.
Ausgangsposition mit gesetzlicher Rente
Berufseinsteiger²
Renteneintritt im Jahr 2052
angestrebtes Monatseinkommen : 2000 (real, in Euro)
gesetzliche monatliche Bruttorente: 1570 (nominal, geschätzt, in Euro)
² heute 27-Jähriger, derzeitiges Brutto-Jahresgehalt 35.000 Euro
Berechnungen für die Einzahlung in die Rentenversicherung über 42 Jahre, Brutto-Jahresgehälter steigen mit derselben Rate, wie die Durchschnittsgehälter in Deutschland, Renteneintritt mit 67 Jahren; Bruttorente steigt jährlich um ein Prozent, monatliche Rentenlücke steigt mit der Inflation: Dies ist berücksichtigt
40-Jähriger³
Renteneintritt im Jahr 2039
angestrebtes Monatseinkommen: 2000 (real, in Euro)
gesetzliche monatliche Bruttorente: 2118 (nominal, geschätzt, in Euro)
³ ohne Kinder, derzeitiges Brutto-Jahresgehalt 50.000 Euro
Familie mit 2 Kindern⁴
Renteneintritt im Jahr 2039
angestrebtes Monatseinkommen (real, in Euro): 4000
gesetzliche monatliche Bruttorente (nominal, geschätzt, in Euro): 2981
⁴ beide 40 Jahre, derzeitiges Brutto-Jahresgehalt 40.000 Euro (Mann) und 30.000 Euro (Frau); Kinder sind nach 1992 im Abstand von drei Jahren geboren; Mutter ist jeweils drei Jahre nach den Geburten nicht arbeiten gegangen
Zu Recht, denn nicht nur die Rentenzahlungen werden, gemessen am letzten Gehalt, gekürzt, sie werden auch zunehmend besteuert. Schon seit 2005 steigt Jahr für Jahr der zu versteuernde Anteil der bezogenen Rente um mehrere Prozentpunkte. Wer 2040 in den Ruhestand geht, wird die gesamten Altersbezüge versteuern müssen. Im Gegenzug können Angestellte Jahr für Jahr einen immer größeren Teil ihrer Altersvorsorgebeiträge steuerlich absetzen. Für sie lohnt es sich, zur Deckung künftiger Lücken aus der gesetzlichen Rente mit der Steuerersparnis privat vorzusorgen.
Rentenlücke und notwendige Sparraten Szenario I: zwei Prozent Inflation
Berufseinsteiger
benötigtes Monatseinkommen, Nominalwert bei Renteneintritt: 4416 Euro
anfängliche monatliche Rentenlücke: 2846 Euro
benötigter Kapitalstock zum Ausgleich der Rentenlücke, bei Renteneintritt⁵: 693.092 Euro
dafür benötigte monatliche Ansparraten⁶: 744 Euro
⁵ Anlagenzins nach Steuern wird mit drei Prozent angenommen. Erspartes reicht bis zu einem Lebensalter von 93 Jahren
⁶ Ansparraten, um auf den entsprechenden Kapitalstock bei Renteneintritt zu kommen; Anlagenzins nach Steuern von drei Prozent unterstellt (ohne unterjährige Verzinsung)
40-Jähriger ohne Kinder
benötigtes Monatseinkommen, Nominalwert bei Renteneintritt: 3414 Euro
anfängliche monatliche Rentenlücke: 1296 Euro
benötigter Kapitalstock zum Ausgleich der Rentenlücke, bei Renteneintritt: 315.617 Euro
dafür benötigte monatliche Ansparraten: 627 Euro
Familie mit zwei Kindern
benötigtes Monatseinkommen, Nominalwert bei Renteneintritt: 6828 Euro
anfängliche monatliche Rentenlücke: 3847 Euro
benötigter Kapitalstock zum Ausgleich der Rentenlücke, bei Renteneintritt: 936.868 Euro
dafür benötigte monatliche Ansparraten: 1862 Euro
Das Problem: Die Eingriffe der Notenbanken in der Finanz- und Staatsschuldenkrise haben die Renditen sicherer festverzinslicher Anlagen enorm gedrückt. Die Zinserträge dümpeln nach Abzug von Inflation um die Null-Prozent-Marke. Real können Anleger derzeit bestenfalls das Sparvermögen erhalten – aber nicht ausbauen. So wird die sichere, rentierliche Geldanlage zur Herausforderung für alle, die Rentenlücken privat auszugleichen versuchen.
Rentenlücke und notwendige Sparraten Szenario II: vier Prozent Inflation
Berufseinsteiger
benötigtes Monatseinkommen, Nominalwert bei Renteneintritt: 9602 Euro
anfängliche monatliche Rentenlücke: 8032 Euro
benötigter Kapitalstock zum Ausgleich der Rentenlücke, bei Renteneintritt: 2.472.530 Euro
dafür benötigte monatliche Ansparraten: 2653 Euro
40-Jähriger kinderlos
benötigtes Monatseinkommen, Nominalwert bei Renteneintritt: 5767 Euro
anfängliche monatliche Rentenlücke: 3649 Euro
benötigter Kapitalstock zum Ausgleich der Rentenlücke, bei Renteneintritt: 1.123.290 Euro
dafür benötigte monatliche Ansparraten: 2232 Euro
Familie mit zwei Kindern
benötigtes Monatseinkommen, Nominalwert bei Renteneintritt: 11.533 Euro
anfängliche monatliche Rentenlücke: 8552 Euro
benötigter Kapitalstock zum Ausgleich der Rentenlücke, bei Renteneintritt in Euro: 2.632.605 Euro
dafür benötigte monatliche Ansparraten: 5232 Euro
Eine Checkliste kann helfen, mögliche finanzielle Schieflagen im Alter zu vermeiden. Noch vor „Wie lege ich mein Geld an?“ sollte die Frage stehen, wie hoch der Lebensstandard im Alter einmal sein soll. Denn nur wer seine Rentenlücke – die Differenz zwischen gesetzlicher Rente und angestrebtem verfügbarem Einkommen – kennt, kann kalkulieren, wie viel Kapital er zum Rentenantritt angespart haben muss.
Wohlstand überschätzt
Stefanie Kühn ist das Problem bekannt. Die 39-Jährige ist unabhängige Finanzberaterin aus Grafing bei München. Viele Menschen würden den eigenen Wohlstand im Alter falsch einschätzen. „Wer ein Haus hat, rechnet damit, im Ruhestand mietfrei zu wohnen. Dabei vergessen aber viele, dass nach 30 Jahren oft eine teure Kernsanierung fällig wird“, sagt die Finanzberaterin. Andere Kunden dagegen würden unterschätzen, wie die Inflation über die Zeit ihre Ersparnisse auffrisst.
„Denen rechne ich dann vor, dass 2500 Euro Lebensstandard heute mit Eintritt in den Ruhestand nur noch einen Bruchteil wert sind“, sagt Kühn.
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