Riester-Rente: Zuwachs an Verträgen schrumpft 2012 weiter

Riester-Rente: Zuwachs an Verträgen schrumpft 2012 weiter

Riestern, das war mal was beliebtes. Mittlerweile werden die Sparer, die diese Vorsorgeform wählen, immer weniger. Einzig der Wohn-Riester findet als Anlageform noch Abnehmer.

Die Zeit hoher Zuwachsraten bei der Riester-Rente scheint vorbei: Im vergangenen Jahr nahm die Zahl der staatlich geförderten Altersvorsorge-Verträge nur noch um 2,4 Prozent oder 370 000 zu - auf insgesamt knapp 15,7 Millionen. Das teilte das Bundesarbeitsministerium am Dienstag in Berlin mit. In den Jahren davor waren regelmäßig jeweils eine Million oder mehr Riester-Verträge neu abgeschlossen worden.

Kernpunkte der Riester-Förderung

  • Idee

    Förderung der privaten Altersvorsorge durch jährliche Zulagen und Steuervorteile

    Quelle: LBS

  • Grundzulage

    154 Euro pro Person

  • Kinderzulage

    185 Euro je Kind, geboren vor 2008
    300 Euro je Kind, geboren ab 2008

  • Steuervorteile

    Sparer können ihre Einzahlungen als Sonderausgaben absetzen. Die Auszahlungen der Riester-Rente sind voll steuerpflichtig zum individuellen Steuersatz. Dieser dürfte im Alter jedoch niedriger sein als während des Berufslebens.

  • Voraussetzung

    Für die volle Förderung müssen Einzahlungen in Höhe von vier Prozent des Bruttoeinkommens des Vorjahres vorgenommen.

  • Obergrenze

    Es werden maximal 2.100 Euro Einzahlungen gefördert.

  • Vorteil

    Die geflossenen Zulagen reduzieren die erforderliche eigene Sparleistung.

  • Sozial

    Die Förderung ist unabhängig von der Höhe des eigenen Einkommens.

Den stärksten Zugang verzeichneten erneut Sparverträge zum Kauf einer selbst genutzten Immobilie („Wohn-Riester“): Auf sie entfielen 229 000 oder gut 60 Prozent aller Neuabschlüsse. Der Anteil der ruhend gestellten Riester-Verträge - für die also keine Sparraten eingehen - lag den Angaben zufolge 2011 bei geschätzten 19,5 Prozent.

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Ein Grund für das stark abflauende Interesse an der Riester-Rente dürfte die in der aktuellen Finanzmarktkrise zunehmende Skepsis gegenüber Angeboten kapitalgedeckter Altersvorsorge sein. Auch die wiederholt kritische Berichterstattung über hohe Kosten und geringe Erträge zeigt offensichtlich Wirkung.

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