ThemaAltersvorsorge

alles zum Thema
_

Spareinstieg mit 20, 30, 40, 50 und 60 Jahren: Zusatzrente - So viel müssen Sie jeden Monat sparen

von Silke Fredrich und Sascha Grundmann

Die einen sparen mit Riester, die anderen setzen auf Rürup, viele zahlen außerdem eine Immobilie ab oder halten Aktien. Doch auf welches Vorsorgepaket sollte man eigentlich setzen? Und wie viel Geld muss wer in welchem Alter zurücklegen, damit es im Alter reicht?

Wer auf eine Zusatzrente setzt, um seine Altersvorsorge aufzubessern, muss je nach Startzeitpunkt mehr oder weniger monatlich sparen. Dabei gilt: Wer früher mit dem Sparen anfängt, hat als Rentner mehr zum Leben.

Die folgenden Beispielrechnungen zeigen, in welchem Alter Sparer was für eine Summe zurücklegen müssen, um auf einen bestimmten Rentenbetrag zu kommen.

Zur Erklärung: „Spareinstieg mit 40 Jahren, 300 Euro = 123,43 Euro“ heißt: Wer ab dem 67. Lebensjahr eine monatliche private Zusatzrente von 300 Euro erhalten möchte, muss als 40-Jähriger 123,43 Euro monatlich sparen.

Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, März 2011

Bild: Fotolia

Anzeige

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) lautet die erste Grundregel: Je früher Sie mit dem Sparen beginnen, desto stärker wirken Zins- und Zinseseffekt. Nach fünf Jahren erzielen Sparer beispielsweise mit drei Prozent Zinsen eine Gesamtverzinsung von 15,9 Prozent.

Wer auf eine Zusatzrente setzt, um seine Altersvorsorge aufzubessern, muss je nach Startzeitpunkt mehr oder weniger monatlich sparen. Dabei gilt: Wer früher mit dem Sparen anfängt, hat als Rentner mehr zum Leben.
Die folgenden Beispielrechnungen zeigen, in welchem Alter Sparer was für eine Summe zurücklegen müssen, um auf einen bestimmten Rentenbetrag zu kommen.
Zur Erklärung: „Spareinstieg mit 30 Jahren, 300 Euro = 77,16 Euro monatlich sparen“ heißt: Wer als Frau eine monatliche private Zusatzrente von 300 Euro haben möchte, muss als Dreißigjährige 77,16 monatlich sparen.


Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, März 2011

Bild: Fotolia

Bei einer 25 oder 30 Jahre lang laufenden Anlage sind es schon 33 Prozentpunkte Unterschied. Doch was nach Unmengen an Gewinn klingt, muss nicht zwingend auch Wirklichkeit werden. Denn je länger der Sparzeitraum, desto unabsehbarer die Risiken.

Ein häufig gemachter Fehler bei der Planung der privaten Vorsorge-Investitionen ist auch die Lebenserwartung. Diese wird in vielen Statistiken in Deutschland für einen Mann mit 75 Jahren angegeben. Tatsächlich erreicht ein heute 70-jähriger Mann aber ein Lebensalter von 83 Jahren. Wer sich dann bei der Planung so verschätzt, muss unter Umständen acht Jahre ohne zusätzliches Einkommen bestreiten.

Rente: Checkliste für die Budgetplanung

  • Der richtige Zeitpunkt

    Legen Sie den Zeitpunkt fest, an dem Sie in den Ruhestand gehen möchten.

    Quelle: Vermögenszentrum München

  • Übersicht erstellen

    Erstellen Sie eine Übersicht und überprüfen Sie, ob Ihre voraussichtlichen Einnahmen im Ruhestand ausreichen, um die Ausgaben zu decken.

  • Einkommenslücken

    Falls sich eine Einkommenslücke ergibt: Ermitteln Sie, wie viel zusätzliches Kapital Sie benötigen, um diese Lücke zu schließen. Finden Sie Wege, wie Sie dieses Kapital am besten ansparen: Zum Beispiel mit einem Sparplan, einer Gehaltsumwandlung in betriebliche Altersvorsorge (bAV) oder staatlich geförderte Altersvorsorge wie die Riester- und die Rürup-Rente.

  • Kapital oder Rente?

    Klären Sie ab, welche Teile Ihrer Altersguthaben Sie als Kapital beziehen können, beispielsweise von Kapitallebensversicherungen oder betrieblichen Vorsorgelösungen. Achten Sie darauf, welche Anmeldefrist bei einem Kapitalbezug einzuhalten ist. Wägen Sie die Vor- und Nachteile beider Bezugsvarianten sorgfältig ab und entscheiden Sie dann, ob Sie alles als Rente beziehen oder ob Sie sich einen Teil als Kapital auszahlen lassen wollen.

  • Darlehen tilgen oder nicht?

    Überlegen und entscheiden Sie, ob Sie das Darlehen für Ihre Immobilie vollständig tilgen wollen. Prüfen Sie, ob es sinnvoll wäre, einen Restbetrag stehen zu lassen.

  • Steuerliche Optimierung

    Planen Sie, wann Sie Ihre Guthaben aus betrieblichen und privaten Altersvorsorgen aus steuerlichen Überlegungen am besten beziehen.

  • Einkommensbedarf ermitteln

    Erstellen Sie einen detaillierten Finanzplan, der die Entwicklung der Ausgaben, der Einnahmen und des Vermögens aufzeigt, und zwar für die Zeit bis zum Ruhestand und danach.

  • Unterstützung aufsuchen

    Holen Sie sich bei allen wichtigen Entscheidungen Unterstützung und lassen Sie sich einen verlässlichen Finanzplan ausarbeiten. Wählen Sie dafür einen Berater, dem Sie vertrauen.

  • Finanzplan erstellen

    Definieren Sie die Ziele für Ihr Vermögen neu: Müssen Sie es kontrolliert verzehren, um Ihr Einkommen zu sichern, oder können Sie es sich leisten, die Substanz für Ihre Erben zu erhalten?

  • Leibrentenversicherung oder Geld lieber selbst anlegen?

    Überlegen Sie, wie Sie Ihr Einkommen im Ruhestand sichern wollen: Lohnt sich zum Beispiel der Kauf einer Leibrentenversicherung, oder legen Sie dieses Geld besser selbst an und verzehren es nach Ihrem eigenen Plan?

  • Die richtige Anlagestrategie

    Legen Sie für Ihr Vermögen eine neue Anlage- strategie fest. Schichten Sie Ihr Vermögen so um, dass Ihr Einkommen langfristig gesichert ist, und passen Sie die Strategie entsprechend an. Wählen Sie einen geeigneten Vermögensverwalter aus, wenn Sie Ihre Anlagestrategie nicht allein festlegen und Ihr Vermögen nicht selbst bewirtschaften möchten.

  • Organisieren sie ihren Nachlass

    Organisieren Sie spätestens jetzt Ihren Nachlass: Sichern Sie Ihre Nächsten mit einem Testament oder einem Erbvertrag sowie mit einem Ehevertrag ab. Prüfen Sie, ob Sie in Ihrer letztwilligen Verfügung einen Testamentsvollstrecker einsetzen sollten.

  • Rechtzeitig einreichen

    Reichen Sie Ihren Rentenantrag spätestens drei Monate vor Rentenbeginn ein, damit Ihre erste Rente pünktlich überwiesen wird.

Doch wann ist der richtige Startzeitpunkt für die private Vorsorge? Eine Allensbach-Umfrage zeigt, dass die meisten Deutschen trotz vielfacher Warnungen im Schnitt zu spät mit dem Sparen beginnen. Nur 15 Prozent der Bürger planen im laufenden Jahr mehr Geld für die Vorsorge auszugeben. Besonders jüngeren und einkommensschwachen Personen fällt es laut Erhebung oft schwer, überhaupt etwas zurückzulegen.

Der Vorsitzende des GDV-Ausschusses Lebensversicherung, Maximilian Zimmerer, erklärt, dass den Menschen die Bedeutung zusätzlicher Altersvorsorge durchaus bewusst ist. „Es ist wichtig, vor allem junge Menschen rechtzeitig zum Sparen zu motivieren.“ Zimmerer ist sogar dafür, wie in Schweden eine Informationsplattform einzuführen, auf der jeder Bürger immer eine Übersicht über seine aktuellen Versorgungsansprüche erhält.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 20.09.2012, 22:26 UhrAutonomos

    Keine Sparstrategien mehr für 20- bis 60-Jährige, die von der Euro-Rettungspolitik doch nur ausgeplündert werden! Die kräftigsten zuletzt. Dann sind alle Renditen dahin und unser schönes Land bald auch.

    Die beste Empfehlung: Mißtraut abgrundtief euren Rettern und der EZB! Keine Staatsanleihen kaufen, sondern nur noch in das investieren, was die Menschen sogar noch in Notzeiten brauchen: Öl/Energie, Nahrung, Wasser. Und den Rest ins Edelmetall retten.

    Die für Merkel hohen und immer höheren Popularitätswerte - sie wird um jeden Preis des deutschen Steuerzahlers noch eine weitere Kanzlerschaft ihrer schrecklichen Unbedarftheit anstreben - zeigen, daß die ökonomischen Narren und Hasardeure der Euro-Bürokraten auch in unserem Land, das hauptsächlich dafür zahlen wird, längst das Kommando übernommen haben und das deutsche Stimmvieh überwiegend zustimmend dazu zu blöken hat, obwohl es seinen Hals kostet.

    Das mag verstehen, wer will. Die Halsabschneider verstehen es. Deutsche CDU/CSU-Polit-Muttis auch.

  • 20.09.2012, 18:03 Uhraj1968

    Das Thema Altersvorsorge ist für den normalen Arbeitnehmer ein reines Luxusproblem. Denn egal, wieviel er spart, es wird nicht reichen. Schon heute ist die durchschnittl. Rente der DRV der Personen, die 2011 erstmalig Rente bezogen, mit 680€ schon unter der Grundsicherung angelangt (Quelle Finanztest). Damit reicht diese Rente nicht mehr zum Leben und das Niveau wird weiter fallen! Die gesetzl.Rente entwickelt sich zu einer Zusatzrente, Riester und Co können die riesige Lücke bei weitem nicht stopfen!
    Erkenntnis 2: Mit 20 Jahren kann keiner für seine Altersvorsorge sparen. Man spart für die erste Wohnung, das erste Auto, eine Familie, eine eigene Immobilie, die Ausbildung der Kinder! Dann darf man zusätzlich anfangen für die Altersvorsorge zu sparen. Aber wie soll das gehen? Die Abzüge vom Lohn sind groß, die Preise in Deutschland hoch und die Verpflichtungen werden immer größer. Einen ordentlichen Kapitalstock kann nur bilden, wer erbt, im Lotto gewinnt oder an der Börse spekuliert. Aber nicht ein Arbeitnehmer mit 1,75% p.a. und einer Riester-Versicherung!
    Die archaische Lösung heißt: Viele Kinder in die Welt setzen und ein eigenes abbezahltes Dach über dem Kopf. Diese Methode hat tausende Jahre funktioniert und wird wiederbelebt!

  • 20.09.2012, 16:38 Uhrnobody

    Sparen ist gut und wichtig.

    Aber bitte nicht mit den bunten Zetteln, von denen schon kürzlich Jens Weidmann, seines Zeichens Präsident der deutschen Bundesbank, sagte: "Heutiges Geld ist durch keinerlei Sachwerte mehr gedeckt. Banknoten sind bedrucktes Papier – die Kenner unter Ihnen wissen, dass es sich im Fall des Euro eigentlich um Baumwolle handelt..." Aktien sind OK, solange es keine Versicherungen oder Banken sind. Dennoch droht hier immer der Totalverlust. Stichwort: Emittentenrisiko.

    Der gesunde Menschenverstand jenseits aller 'Expertenmeinungen' sollte einem in diesen Zeiten jedoch dazu diktieren in echtem, inhärent werthaltigem Geld zu sparen. Der Zinseszins-Effekt wird automatisch mitabgedeckt, denn in Zeiten finanzieller Repression werden 1,5% Guthabenverzinsung auf Sparguthaben schnell zu reellen 1% Verlust (nimmt man die offizielle Inflationsrate, von der wirklich ganz zu schweigen...).

    ...als wenn ernsthaft jemand daran glauben würde, dass der Euro oder seine Kaufkraft die nächsten Jahre übersteht. Von 30 Jahren ganz zu schweigen.

    Ach so, ich vergaß: Die 'Währung' des echten Geldes heißt übrigens Krügerrand oder Maple Leaf, und die gibt es in 2 ganz tollen Farben.

Alle Kommentare lesen

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Es kann bis 9000 gehen
Es kann bis 9000 gehen

Die Rally läuft, und sich dagegen zu stemmen, ist gefährlich. Mindestens ein kräftiger Schub sollte noch kommen – nach...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.