
Trotz Krise schoben europäische Industrieunternehmen 2009 neue Anleihen über rund 400 Milliarden Euro in die Investorendepots. Die Papiere werden größtenteils in den Jahren 2013 bis 2014 fällig – in einem Zeitraum, in dem auch viele langlaufende Anleihen aus den Jahren 2003 und 2004 refinanziert werden müssen. 2012 muss die Bankenbranche allein weltweit 7000 Milliarden Dollar an Krediten umschulden. In zwei, drei Jahren kommt auf den Rentenmarkt also ein Belastungstest gigantischen Ausmaßes zu.
„Niemand kann derzeit beantworten, ob es dann genügend Investoren geben wird, um die dann fälligen Anleihen und sonstige Kredite neu zu finanzieren“, sagt Felsenheimer. „US-Unternehmenspapiere sollten abgebaut werden. Investoren finden noch Kaufgelegenheiten bei Anleihen von Firmen mit einem stabilen Geschäft wie etwa dem Versorger Vattenfall oder Swisscom“, so der Zürcher Anleihe-experte Hermann. Außerdem seien Schuldverschreibungen von Unternehmen mit einem starken Export- oder Asiengeschäft noch interessant, wie von Caterpillar, dem Zementkonzern Holcim oder der Bank Standard Chartered.
Anleger sollten auch auf die Laufzeiten ihrer Anleihenanlagen achten. Bei steigenden Zinsen oder Finanzturbulenzen verlieren langlaufende Papiere deutlich an Wert, während Kurzläufer relativ stabil bleiben. Empfehlenswert ist eine Laufzeit von durchschnittlich knapp drei Jahren. Zudem sollten Anleger bei Papieren Gewinne mitnehmen, bei denen seit Ende 2008 hohe steuerfreie Kursgewinne aufgelaufen sind und die deutlich über ihrem Rückzahlungskurs von 100 Prozent liegen. Dazu zählen etwa die bis 2015 laufende Metro-Anleihe oder ein 2013 fälliges BAT-Papier (WirtschaftsWoche 45 und 47/2008).
Die Nuller waren Verlustjahre
Silvester 2009 beendeten die wichtigsten Aktienindizes der großen Industrienationen erstmals eine Dekade mit Verlusten. Der S&P 500 der größten US-Unternehmen etwa verlor 24 Prozent, der Deutsche Aktienindex 14 Prozent. Über sehr lange Zeiträume haben sich Aktienanlagen aber dennoch gerechnet – und sie bringen, solange es nicht zu einer dramatischen Inflation kommt, sogar mehr als nur Kapitalerhalt.
Trotz der Dürredekade sind Aktien eher teuer, neuerliche Turbulenzen aus dem Bankensektor etwa könnten die starke Zwischenerholung seit vergangenem März schnell beenden. Hohe Liquidität der Investoren, Mangel an Anlagealternativen und Dividenden, die häufig die Verzinsung von Anleihen deutlich schlagen, stützen die Kurse jedoch. Anleger sollten je nach Risikoneigung 30 bis 40 Prozent in Aktien halten und bestehende Positionen mit Stoppkursen absichern. Für Wetten auf die Konjunkturerholung bieten sich Maschinenbauer wie etwa Manz an. Dividendenstarke Unternehmen mit tragbarer Verschuldung wie Deutsche Telekom und RWE, schuldenfreie Firmen wie die Modeschmuckkette Bijou Brigitte sowie Titel aus dem Gesundheitssektor eignen sich für Neuengagements.
Gold für den schlimmsten Fall
Wer nicht an eine weltweite Schuldenkonsolidierung glaubt, kommt am Edelmetall nicht vorbei. Die Versicherung kann jedoch nur derjenige ziehen, der physisches Gold als Münzen oder Barren besitzt. Im Fall der Fälle nutzen von Gold abgeleitete Papiere nichts – sie können wertlos werden, egal, wie hoch der Goldpreis notiert. Ein Fünftel des liquiden Vermögens als Münzen zu halten bietet sich an.
Sollte Politik und Notenbanken der Spagat gelingen, weder die Staatsschulden ausufern noch Inflation zuzulassen, noch die Wirtschaft in die nächste Rezession bei gleichzeitiger Deflation rutschen zu lassen, dürfte der Goldpreis nicht mehr steigen.
Doch das ist eher unwahrscheinlich.















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Alle Kommentare lesen28.01.2010, 13:59 UhrAnonymer Benutzer: ich sag:
DER JUD iST SCHULD.
21.01.2010, 15:15 UhrAnonymer Benutzer: TanteEmma
der eigentliche Skandal ist, daß über die tatsächliche Lage
zwischen Politik und Wirtschaft ein Maulkorberlaß besteht. Der
Überraschungsangriff auf das dumme Volk wir im Rahmen einer
Nacht und Nebelaktion erfolgen - die HRE bad bank mit einem
Volumen über 210 Mrd Euro ist einer der Vorboten.......
20.01.2010, 22:18 UhrAnonymer Benutzer: Ted Ku
investieren Sie in bildung. Alles andere kann und wird der Staat auf kreative Weise enteignen. Der "Sozialstaat" hat längst eine Mehrheit von Wählern, die Leistungsempfang gewöhnt sind, so dass sich jedes erkennbare Wertvermögen dem Neid der dieser Clientel ausgesetzt sehen wird ..