Statusbericht: Depotvergleich Privatanleger gegen Fondsmanager

Statusbericht: Depotvergleich Privatanleger gegen Fondsmanager

Bild vergrößern

Peter Schöffel

von Stefan Hajek und Andreas Toller

Die drei Privatanleger liegen im Depotvergleich mit ihrer Rendite nach vier Monaten deutlich vor den Profi-Fondsmanagern. Zwei von ihnen nehmen Korrekturen in ihrem Portfolio vor.

Der Etappensieg ist deutlich: Seit Juni hat der Familienunternehmer Peter Schöffel den Wert seines auf Aktien, Anleihen und Rohstoffe gestreuten Depots um zwölf Prozent gesteigert. Der beste Mischfonds im Wettbewerb, Jens Ehrhardts Renten Global, schaffte nach Abzug der Gebühren nur die Hälfte dieser Rendite — und liegt damit hinter den drei Privaten. Die zugegeben noch sehr kurze Etappe von vier Monaten signalisiert, dass Anleger ihr Geld auch selbst verwalten können.

"So bauen Sie sich selbst ein krisenfestes Depot“ hieß der Artikel vom 2. Juli 2009. Die These: Entscheidend für den Erfolg beim Investieren ist die richtige Anlageaufteilung. Nur wer sein Geld auf verschiedene Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Rohstoffe und Immobilien streut, kann langfristig sein Vermögen mehren.

Anzeige

Wer darüber nicht selbst entscheiden will, kann das einem Mischfondsmanager überlassen. Ein selbstständiger Anleger dagegen teilt sein Depot selbst je nach der aktuellen Markteinschätzung auf – so wie Schöffel und die Zweitplatzierte, Unternehmensberaterin Henrike von Platen. Oder er kann sein Geld nach einer festen Quote auf die Anlageklassen verteilen und einmal im Jahr anpassen, so wie es der Entwicklungshelfer und Berater Thomas Winderl tut. Sein Ansatz ist der einfachste — und hat den Vorteil, dass Anleger damit automatisch antizyklisch investieren. Denn beim jährlichen Ausbalancieren wird verkauft, was gestiegen ist. Das schützt davor, auf den Herdentrieb der Masse hereinzufallen.

Die Fondsmanager hinken seit Juni hinterher, weil sie überwiegend in Unternehmensanleihen investiert sind und nicht in Aktien. Teils dürfen ihre Fonds auch nur einen kleinen Anteil an Aktien halten, bei Ehrhardts Mischfonds sind es maximal 20 Prozent. Die Privatanleger haben dagegen 50 Prozent und mehr in Aktien angelegt und profitierten von der Hausse. Spannend wird es, wenn die Börsen jetzt erst mal nach unten gehen sollten. „Die Börsenrally wird mir langsam ein wenig unheimlich“, sagt Schöffel. Weil die Notenbanken zur Rettung der Konjunktur große Mengen an Geld in den Markt pumpten, werde die Rally zwar „noch ein Weilchen“ laufen. Dennoch werde ein größerer Kursrutsch folgen, sagt Schöffel. „Da ich im Grundsatz langfristig investiere, lasse ich mich davon aber nicht zu sehr verwirren.

Depotübersicht Peter Schöffel

Peter Schöffel liegt im Depotvergleich mit einem Plus von 12,3 Prozent (Stand: 29.10.2009, 13 Uhr) mit deutlichem Abstand vorne. Er ist sich jedoch im klaren darüber, dass die Situation in nur wenigen Monaten schon wieder ganz anders aussehen kann. Zwar glaubt Schöffel, dass die liquiditätsgetriebene Börsen-Hausse noch ein Weilchen läuft, ist aber fest von einer größeren Korrektur überzeugt.

Der Etappensieger fährt hohes Risiko mit 65 Prozent Aktien und verzichtet auf Staatsanleihen. Schöffel setzt auf einzelne Standardwerte sowie Fonds für Biotech und erneuerbare Energie. Sein Depot hat er nur geringfügig angepasst. Er hat Anteile eines börsennotierten Fonds verkauft, der den S&P Global Timber & Forestry Index nachbildet, einen Branchenindex für die Forstwirtschaft. Außdem hat Schöffel die Hälfte seiner Anteile an einem wachstumsstarken China-Fonds abgestoßen. Erlöse sowie bislang gehaltene liquide Mittel von insgesamt rund 15.600 Euro investierte er komplett in eine Anleihe der Bank Austria-Creditanstalt.

Unsere Depotansicht vom 31.10.2009 weist ein Plus von 10,7 Prozent aus.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%