Streit um Krankenversicherung: Hebammen akzeptieren Angebot der Krankenkassen

Streit um Krankenversicherung: Hebammen akzeptieren Angebot der Krankenkassen

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Eine Hebamme hält während einer Nachuntersuchung einen vier Tage alten Säugling in den Händen.

Monatelang hatten Deutschlands Hebammen Alarm geschlagen, weil sie nicht wussten, wie sie ihre explodierenden Versicherungsprämien zahlen sollen. Jetzt wurden Ausgleichszahlungen vereinbart - die nach Ansicht der Hebammen nur kurzfristig weiterhelfen.

Nach monatelangem Tauziehen haben sich die Hebammen mit den Krankenkassen auf einen finanziellen Ausgleich für ihre gestiegenen Haftpflichtprämien geeinigt. Der Deutsche Hebammenverband (DHV) teilte am Dienstag mit, dass er das Angebot der Krankenkassen angenommen habe.

Wegen massiv gestiegener Beitragssätze bei der Haftpflichtversicherung hatten die rund 3000 freiberuflichen Hebammen in Deutschland zuletzt um ihre Existenz gebangt. Die Verhandlungen mit den Kassen über Ausgleichszahlungen waren im Mai allerdings gescheitert.

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Rund zweieinhalb Monate später teilte der Hebammenverband jetzt mit: „Nach eingehender Prüfung sieht der DHV keine Alternative.“ Immerhin gebe es im Vergleich zum ursprünglichen Angebot des GKV-Spitzenverbands einen Zuschlag auf die Gesamtvergütung sowie Verbesserungen für die sogenannten Beleghebammen, die in Kliniken und Geburtshäusern zum Einsatz kommen.

Monatelang schlugen die Hebammen Alarm, weil sich die Haftpflicht-Tarife für die Geburtshilfe in den vergangenen Jahren vervielfacht hatten. Das hängt vor allem damit zusammen, dass auch die Therapiekosten deutlich gestiegen sind, wenn ein Kind durch einen Fehler der Hebamme bei der Geburt geschädigt wird.

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Neugeborene auf einer Geburtsstation. Quelle: dpa

Während angestellte Hebammen über ihren Arbeitgeber abgesichert sind, müssen Freiberuflerinnen das Risiko selber versichern. Das wurde in den vergangenen Jahren auch deshalb immer teurer, weil kaum noch eine Versicherung entsprechende Angebote für Hebammen bereitstellen wollte. Zuletzt war die Situation so verfahren, dass sich sogar Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) einschaltete.

Der jetzt gefundene Kompromiss ist nach Einschätzung des Hebammenverbands aber lediglich eine Zwischenlösung. „Die Zuschläge helfen nur kurzfristig“, betonte DHV-Präsidentin Martina Klenk. „Wir brauchen aber eine Lösung, um die Versorgung mit Hebammenhilfe auch langfristig zu sichern und Frauen die im Sozialgesetzbuch garantierte Wahlfreiheit des Geburtsortes zu ermöglichen.“ Freiberufliche Hebammen werden von Krankenhäusern für einzelne Geburten engagiert, führen auf Wunsch aber auch Hausgeburten durch.

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