
Die Deutschen müssen sich nicht sorgen, heißt es oft. Zwar druckten die großen Notenbanken weltweit fleißig Geld. Die Gefahr, dass die Inflationsraten schon bald kräftig stiegen, sei aber begrenzt. So schallt es aus vielen volkswirtschaftlichen Abteilungen der Großbanken. Die Ökonomen begründen diese Vorhersage mit dem schwachen Wirtschaftswachstum in den Industriestaaten. In Europa und den USA verhindere dies größere Preissteigerungen.
Und tatsächlich: Die aktuellen Inflationsraten sehen geradezu harmlos aus: Um die zwei Prozent Teuerung sind zuletzt in Deutschland gemessen worden, für Gesamteuropa liegt der Wert nur ein wenig darüber. In der Vergangenheit hat es allerdings schon ganz andere Inflationsraten gegeben.
Manche fürchten sich daher. Und immer öfter kommt ein mulmiges Gefühl auf: Irgendetwas scheint mit diesen offiziellen Daten nicht zu stimmen. Die Deutschen fühlen das. Es gibt wenige Dinge, die sie mehr fürchten als die Inflation, also die Entwertung ihres Ersparten. In der Vergangenheit mussten sie mehrfach erfahren, was es bedeutet, wenn die Preise sehr viel schneller steigen als das eigene Einkommen und die Vermögen. Kurzum: Die Deutschen haben ein feines Gespür für Preise.
Mancher vermutet gar eine Verschwörung der Bundesregierung - dass die Statistiker angehalten würden, die Inflationsraten künstlich niedrig zu halten. Und immer öfter fühlen sich solche Verschwörungstheoretiker bestätigt: Immerhin sind die Lebensmittelpreise oder Benzin zuletzt kräftig gestiegen – kräftiger, als es die Zwei-Prozent-Rate vermuten ließen.
Und der nächste Preishammer kommt, schließlich steht der Winter bald der Tür. Allein für Oktober und November haben 41 Grundversorger für Gas Preiserhöhungen angekündigt. Damit hätten bereits ein Viertel aller Grundversorger die Gaspreise erhöht, ergibt eine Auswertung der Energiepreisveränderungen durch das Vergleichsportal Check24.de.
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