Studie: RWI fordert Rente mit 69

Studie: RWI fordert Rente mit 69

Eine aktuelle Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, dass die Erwerbsbeteiligung Älterer einen bedeutenden Einfluss auf die künftigen Renten hat. Die Experten fordern daher die Rente mit 69.

Die Sorge vor ins Unermessliche steigenden Rentenbeiträgen hält das Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) für unbegründet - unter einer Voraussetzung: Die Deutschen sollen erst mit 69 in Rente gehen. Denn die Erwerbsbeteiligung älterer Personen hat einen bedeutenden Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Rentenniveaus und der Rentenbeiträge.

Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der Studie "Demografie und Rente - Effekte einer höheren Erwerbstätigkeit Älterer auf die Beitragssätze zur Rentenversicherung", die das RWI in Zusammenarbeit mit Reinhold Schnabel von der Universität Duisburg-Essen sowie dem Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt hat.

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Entwickeln sich Erwerbsbeteiligung, Arbeitslosigkeit und die Arbeitszeit Älterer (gemeint sind Menschen im Alter ab 54 Jahren aufwärts) in günstiger Weise, dann wird sich der Rentenbeitragssatz bei einer Anpassung des Rentenniveaus gemäß der Nachhaltigkeitsformel bis zum Jahre 2030 auf lediglich 20,9 Prozent (2050: 23,3 Prozent) erhöhen.

Ruhestand mit 75 SPD sollte Rentendebatte ehrlich führen

Die SPD diskutiert über die Zukunft der Alterseinkommen. Und fällt dabei in vorvergangene Zeiten zurück. Die Wahrheit ist: Unsere Kinder müssen fünf Jahrzehnte ackern - und haben nichts für ihr Greisendasein zu hoffen.

Ackern bis 75? In der Rentendebatte täte die SPD gut daran, die Deutschen auf die bittere Wahrheit vorzubereiten. Quelle: dapd

"Die Zukunft unseres Rentensystems hängt am Arbeitsmarkt, wir müssen deshalb die staatliche Förderung der Frühverrentung einstellen", so der INSM-Kuratoriumsvorsitzende Wolfgang Clement. "Außerdem setzt sich die INSM dafür ein, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. So kann ein Teil der hinzugewonnenen Lebensjahre aktiv am Arbeitsmarkt verbracht werden."

Besonders deutlich wird die Auswirkung unterschiedlicher Erwerbsbeteiligungen Älterer, wenn man das Rentenniveau von heute 46 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns konstant hält. Hierbei ergibt sich für das Jahr 2030 im günstigsten Fall ein Rentenbeitragssatz von 22,6 Prozent (2050: 27,2 Prozent). Dem stehen 29,1 Prozent (2050: 33,5 Prozent) gegenüber, wenn alles beim altem gelassen wird.

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Desweiteren zeigen die Modellrechnungen der Ökonomen, dass die "Rente mit 69" einen deutlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Rentensystems leisten könnte. Hierfür wurde in der Modellberechnung das Renteneintrittsalter ab dem Jahre 2030 von 67 auf 69 Jahre angehoben. Mit dieser Maßnahme könnte der Rentenbeitragssatz bei Anwendung der Nachhaltigkeitsformel ab 2030 bei knapp unter 23 Prozent stabil gehalten werden. Gleichzeitig könnte das Bruttorentenniveau bei knapp unter 40 Prozent stabilisiert werden (heute 46 Prozent).

Die Wissenschaftler empfehlen aufgrund der Studienergebnisse die wirtschaftspolitischen Anstrengungen zu erhöhen, um insbesondere die Erwerbsquote älterer Personen zu steigern.

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