Studie: Schwache Riester-Rente

Studie: Schwache Riester-Rente

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Riestern lohnt sich nur für Familien und Geringverdiener

von Kerstin Dämon

Für die Riester-Rente hagelt es schlechte Noten. Per se lohnt sie sich nur für Geringverdiener. Alle anderen müssen ein biblisches Alter erreichen, damit sie sich rechnet.

Zehn Jahre Riester-Rente - Zeit für eine Bilanz. Die Idee der staatlich geförderten Rente ist gut, jedoch fällen die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) und das Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ein vernichtendes Urteil über deren Ausführung: "Riester-Sparer werden in vielen Fällen nur so viel Rendite erzielen, als hätten sie ihr Kapital im Sparstrumpf gesammelt", sagte Kornelia Hagen vom DIW. Modellberechnungen im Auftrag der WirtschaftsWoche hatten bereits 2008 belegt, dass die Riester-Rente nur in seltenen Fällen wirlich lohnt. Eine erneute Untersuchung im Auftrag der WirtschaftsWoche hatte die Ergebnisse erst im September 2011 nochmals untermauert.

Die Studie zeigt auch, dass sich die Verträge seit der Einführung des Produktes verschlechtert haben: Ein Beispiel: Ein 35-jähriger Mann, Single, schließt im Jahr 2001 eine Riester-Versicherung ab. Mit 67 Jahren geht er in Rente, im Alter von 78 hätte er seine Beiträge wieder raus. Auch das klingt nicht unbedingt lukrativ. Schließt ein 35-jähriger männlicher Single in diesem Jahr einen solchen Vertrag ab, muss er schon stattliche 90 werden, um das Einbezahlte zurückzubekommen. Läuft es für den Mann gut, gehen Überschusszahlungen in die Berechnung mit ein und er hatt sein Geld schon mit 85 zurück - Rendite und Zinsen kommen erst danach. Läuft es hingegen schlecht und er bekommt nur die Mindestauszahlung, dauert es bis zu seinem 109. Geburtstag, bis er seine Beiträge zurück hat.

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Die Anbieter profitieren

Das liegt daran, dass die Versicherung sich Geld beiseite legen, für den Fall, dass der Kunde älter wird als 85. Je mehr Geld beiseite gelegt wird, desto weniger bekommt der Sparer monatlich ausbezahlt. Und da die Versicherer - vorsichtshalber - mit sehr hohen Lebenserwartungen rechnen, steigt auch der zurückbehaltene Anteil stetig. Für unseren 35-jährigen Beispielsparer, der seinen Vertrag 2001 abschloss, legten die Versicherer 12,7 Prozent auf Eis. Dieses Jahr kommen schon mehr als 33 Prozent der Beiträge in den Safe. "Man kann nicht sagen, dass es sich hier um eine gute Anlage handelt, wahrscheinlich ist sie aber sicherer als irgendwelche spekulativen Anlagen", sagt Hagen.

Dass die Verträge sich derart verschlechtert haben, liegt unter anderem am gesunkenen Garantiezins. Bei Einführung der Rente lag dieser noch bei 3,25 Prozent, derzeit sind es noch 2,25 Prozent. Desweiteren, so Hagen, kalkulieren die Versicherungsmathemathiker mit immer höheren Lebenserwartungen. Da gebe es keine gesetzlichen Richtlinien, die die Aktuare bremsen. So ziehen einige Statistiken heran, wonach ein heute 50-jähriger Mann - ohne schwere Vorerkrankungen - bis zu 103 Jahre alt werden kann. Im schlimmsten Fall fehlen dann immer noch sechs Jahre, bis er seine Ausgaben wieder drin hätte. "Ich gehe davon aus, dass die Anbieter bisher gut an den Riesterprodukten verdient haben", sagt Hagen. Denn nicht nur die Altersstruktur und der Garantiezins spielen den Versicherern in die Hände, auch die Verteilung der Überschussbeteiligungen läuft derzeit eher zu deren Gunsten.

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