Tages- und Festgeld: Geldanlage: Hohe Zinsen und Sicherheit für Ihr Geld

Tages- und Festgeld: Geldanlage: Hohe Zinsen und Sicherheit für Ihr Geld

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Tagesgeld: Ausländische Banken bieten derzeit Spitzenzinsen

Während die Finanzkrise tobt, sind Tagesgeld und Festgeld für Geldanleger eine sichere Alternative. Selbst der Bund mischt in dem Geschäft mit. Doch die Konditionen sind oft schwierig zu durchschauen. Wo Fallen lauern, welche Anbieter fair sind, wo Ihr Geld sicher ist.

Der TV-Spot ködert sogar Kinder. „Was machen Zinsjäger“, fragte der sechsjährige Jan Luca Beckstedde seine Mutter, nachdem er im Vorabendprogramm eine Werbung aufgeschnappt hatte. Die Mutter versuchte die Antwort so: „Zinsjäger sind Leute, die ihr Geld für sich arbeiten lassen. Sie bringen es zu der Bank, die ihnen die höchsten Zinsen bietet.“ Wer aber eigentlich der Jäger ist und wer die Beute – das war der Mutter nach kurzem Überlegen selbst nicht mehr so ganz klar.

Kunden jagen Bankofferten hinterher, in der Hoffnung auf hohe Erträge. Die Banken buhlen um die Einlagen und buttern Millionen in die Werbung. Nicht erst seit Beginn der Finanzkrise, seitdem aber umso mehr. Denn Geld in der Bankbilanz ist so gefragt wie seit Jahrzehnten nicht. Und deutsche Anleger, die seit Ausbruch der Finanzkrise vor gut einem Jahr Aktien und Fonds weniger trauen denn je, lieben diese Produkte. Laut Bundesbank haben Privatanleger vom Girokonto über Tagesgeld bis zum Sparbrief 128 Milliarden Euro bei deutschen Banken geparkt. Rund 40 Milliarden Euro sind Festgelder mit bis zu einem Jahr Laufzeit, zehn Milliarden Euro mehr als vor einem Jahr. Zinsjäger, die auf die höchsten Zinsen zielen und dafür bereit sind, die Bank zu wechseln, werden dabei oft zu Getriebenen. Ob Sommer, Weihnachten, Fußballeuropameisterschaft oder Ostern – jeder noch so krude Anlass ist Banken recht, um Sonderzins-Aktionen zu starten. Dabei den Durchblick zu behalten, ist mühsam. Nicht nur bei vermeintlichen Superzinsangeboten können Sparer in die Falle tappen, sondern auch bei Standard-Tagesgeld oder Festzinsprodukten gibt es Fallstricke.

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Die gute Nachricht: Auch ohne viel Stress sind mittlerweile locker 4,5 Prozent pro Jahr für Tagesgeld und ebenso viel für auf sechs Monate angelegtes Festgeld drin. In der Werbung jedoch verwischen Banken mitunter die Unterschiede zwischen den beiden Anlageformen.

Hohe Zinsen mit Bonus

Tagesgeld. Von heute auf morgen kann sich bei diesem Konto alles ändern. Der Anleger kann sein Geld täglich abziehen, die Bank kann gewöhnlich täglich den Zinssatz anpassen. Einige Banken gewähren ihren Neukunden allerdings Zinsgarantien. Da Girokonten, über die der Zahlungsverkehr läuft, kaum verzinst werden, gehören jederzeit verfügbare Gelder besser aufs Tagesgeld- als aufs Gehaltskonto. Derzeit bringen kurzfristige Geldanlagen im Durchschnitt mehr Prozente als Laufzeiten von ein oder zwei Jahren, das macht sie interessant, zumal die Europäische Zentralbank die Zinsen nicht so bald senken dürfte. „Die Option einer Zinssenkung ist für mich ausgeschlossen, solange mittelfristig Gefahr für die Preisstabilität besteht“, sagt EZB-Ratsmitglied und Bundesbankpräsident Axel Weber. Diese Gefahr ist real: In Deutschland sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr mit einer Jahresrate von drei Prozent gestiegen. Die Geldentwertung frisst Zinsen schnell auf. Einen automatischen Inflationsausgleich gibt es bei Tagesgeldern nicht. Anleger sollten deshalb prüfen, wie schnell ihre Bank Zinserhöhungen der EZB an Tagesgeld-Kunden weitergibt.

Die Bedingungen, die Banken stellen, damit Kunden einen hohen Zins bekommen, sind häufig kompliziert: Mit fünf Prozent für Tagesgeld etwa lockt die 1822direkt, Tochter der Frankfurter Sparkasse. Neukunden müssen dazu aber ein Online-Girokonto eröffnen, auf das monatlich 1200 Euro eingehen, sonst werden Gebühren fällig. Auf fünf Prozent kommen Anleger auch nur dann, wenn sie nicht mehr als 10.000 Euro anlegen. Denn neben dem variablen Grundzins von 3,5 Prozent, der bis zu einer Einzahlung von 500.000 Euro gilt, gewährt die Bank den Bonus von 1,5 Prozent nur bis zu dieser schmalen Summe. Abschläge beim Zins müssen Anleger auch in Kauf nehmen, wenn sie ihre Geldgeschäfte per Telefon abwickeln oder persönliche Beratung in Anspruch nehmen wollen.

Festgeld. Wer auf sein angelegtes Geld drei, sechs oder zwölf Monate verzichten kann, dem bieten Banken und Sparkassen einen festen Zinssatz. Auch hier liegt ein Fallstrick: Festgelder verlängern Banken gewöhnlich automatisch und zu den aktuell gültigen Konditionen, wenn der Kunde nicht von sich aus rechtzeitig kündigt. Anleger sollten bei der Kündigung immer ein Konto angeben, auf das das Geld überwiesen werden soll. Zieht der Sparer sein Geld innerhalb der Laufzeit ab, büßt er den höheren Festgeldzins komplett ein. Je nach Bank gibt es dann nur magere Sparbuchzinsen.

Weil das noch nicht kompliziert genug ist, befehden sich die Banken mit häufig undurchschaubaren Konstruktionen im Wettkampf um Sparer-Geld. Sie werben mit hohen Zinsen, die aber so auf dem Kundenkonto nicht immer ankommen. „Die Banken können sich über das Kleingedruckte vieles zurückholen, was sie in groß aufgemachten Prozentzahlen versprechen“, sagt der Finanzexperte Udo Keßler. Je höher der Lockzins ist, desto größer sind in vielen Fällen die Einschränkungen. Unter den Tricksern ist die Postbank erfindungsreich. Sie bietet Anlegern zwar „bis zu 5,25 Prozent“, aber nur mit Sternchen. Den hohen Zins, der sich aus einem Basiszins und einem Bonus zusammensetzt, gibt es erst ab einer Einlage von 50.000 Euro. Weitere Einschränkungen: Grundverzinsung und Quartalsbonus erschweren den Überblick. Besonders frech: Als Grundlage für den Quartalsbonus zieht die Postbank auch noch das niedrigste Guthaben heran, das während eines Quartals auf dem Sparkonto lag. Zudem werden die Erträge auch nur zum Jahresende gutgeschrieben. Dem Anleger entgehen so Zinseszinsen.

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