Tool der Woche – Girokonten: Wenn Bankkunden zweiter Klasse zahlen müssen

Tool der Woche – Girokonten: Wenn Bankkunden zweiter Klasse zahlen müssen

, aktualisiert 30. September 2016, 12:55 Uhr
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Für einige Leistungen bittet die DKB einen Teil ihrer Kunden künftig zur Kasse.

von Katharina SchneiderQuelle:Handelsblatt Online

Wer am Geldautomaten weniger als 50 Euro abheben möchte, schaut als DKB-Kunde bald in die Röhre. Kleinere Beträge werden nicht mehr ausgezahlt. Es gibt immer mehr Anlässe sich nach anderen Banken umzuschauen.

FrankfurtEs war verlockend: Kostenlose Kreditkarte, kostenloses Girokonto, weltweit kostenlos Bargeld abheben und dann auch noch einen relativ guten Zinssatz für Einlagen auf dem Kreditkarten-Konto kassieren. Mit diesen Argumenten hat die DKB, Deutschlands zweitgrößte Direktbank, 15 Jahre lang Neukunden gelockt. Doch damit soll bald Schluss sein.

Die Bank stellt zum 1. Dezember ihre Gebührenstruktur um. Gänzlich kostenlos sind die Leistungen von DKB-Cash künftig nur noch für Kunden mit monatlichem Geldeingang von mindestens 700 Euro. Und an Geldautomaten müssen Kunden in Zukunft mindestens 50 Euro abheben.

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Gebühren einführen und kostenlose Girokonten abschaffen: Bei den Geldinstituten liegen diese Maßnahmen derzeit im Trend. Zuletzt hatten die Postbank und die Hypo-Vereinsbank diesen Schritt gewagt. Begründet wird das meist mit der Zinspolitik der Europäischen Zentralbank und den anhaltend niedrigen Zinsen, durch die es für Banken immer schwieriger wird, mit den Einlagen ihrer Kunden Geld zu verdienen.

Die Zeitschrift „Finanztest“ beklagte in ihrem neuesten Girokonto-Vergleich schon, dass Gratiskonten „ohne Wenn und Aber“ mittlerweile zur Mangelware werden. Über aktuelle Angebote für Girokonten können sich Interessierte mit dem Girokonten-Vergleich informieren. Unter den großen Internetbanken ist die DKB nun die erste, die an der Gebührenschraube dreht – ausgerechnet das beliebte weltweit kostenlose Geldabheben soll es nicht mehr für jedermann geben.

Für einige der 3,3 Millionen DKB-Kunden ist die Änderung ein Ärgernis. Doch immerhin, bei der Gestaltung der Gebühren war die Bank kreativ: Statt pauschal von allen Kunden einen fixen Betrag zu verlangen, unterscheidet sie zwei Klassen: die Aktivkunden, die das Konto als Hauptkonto führen, und solche, die sich nur einzelne Vorteile herauspicken und der Bank damit allein Kosten verursachen. Wer Aktivkunde ist, also monatlich einen Geldeingang von mindestens 700 Euro verzeichnen kann, erhält im Vergleich zu heute sogar neue Vorteile – so entfällt etwa die Gebühr von 1,75 Prozent, die bisher für Kartenzahlungen außerhalb der Euro-Zone anfiel.

Wer kein Aktivkunde ist, kann die Kreditkarte künftig nur noch innerhalb der Euro-Zone kostenlos einsetzen. Zudem bekommt er einen schlechteren Dispo-Zins von 7,5 statt 6,9 Prozent. Auch den neuen Service „Kartenkasko ohne Selbstbeteiligung“ gibt es nur für die Aktiven. Falls beim Diebstahl ihrer Karte vor der Sperrung ein Schaden entsteht müssen sie keinen Selbstbehalt mehr zahlen.


Bargeld nur ab 50 Euro

Und – aber das dürfte wohl für die meisten Nutzer zu verschmerzen sein – nur Aktivkunden können ein persönliches Motiv auf ihre DKB-Visa-Card drucken lassen. Kostenpunkt trotz gehobenem Status: 20 Euro.

Mit einer erheblichen Einschränkung müssen dann aber doch alle Kunden umgehen: Ab Dezember können sie an Geldautomaten nur noch Beträge von mindestens 50 Euro abheben. Hintergrund hier: Für Direktbanken ohne eigenes Filialnetz gehören die Auszahlungen an fremden Geldautomaten zu den größten Kostenfaktoren. Andere Banken wie etwa die Fintech-Bank N26 haben deshalb schon die monatliche Anzahl kostenloser Abhebungen begrenzt.

Alle Änderungen treten ab dem 1. Dezember in Kraft. Allerdings: Der Mindestgeldeingang von monatlich 700 Euro greift erst ab dem 1. Dezember 2017. In einer einjährigen Übergangsfrist sollen Bestandskunden also Gelegenheit haben, das DKB-Konto zu testen und – so der implizite Wunsch der Bank – zu ihrem Hauptkonto zu machen.

Die Postbank, Deutschlands größte Privatkundenbank, hatte kürzlich Änderungen ihres Preismodells ab 1. November angekündigt. Für das Online-Konto ist eine monatliche Grundgebühr von 1,90 Euro zu zahlen. Ein flexibles Konto mit einem Entgelt von 3,90 Euro gibt es für Kunden, die ihre Bankgeschäfte sowohl online als auch in Filialen abwickeln wollen. Ein Premium-Konto mit umfassenderen Leistungen soll monatlich 9,90 Euro kosten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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