Tool der Woche: Mit der Kfz-Versicherung Geld sparen

Tool der Woche: Mit der Kfz-Versicherung Geld sparen

, aktualisiert 29. September 2017, 19:49 Uhr
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Dass der Verkehr auf den Autobahnen in Nordrhein-Westfalen zäh oder gar nicht fließt, verwundert inzwischen nicht mehr. Die Dichte der vielen Fahrzeuge ist viel höher als anderswo – Kunden müssen für ihre Kfz-Versicherung deshalb deutlich mehr bezahlen als im Durchschnitt. Deshalb kann sich für sie ein Tarifwechsel so richtig lohnen.

von Roman TyborskiQuelle:Handelsblatt Online

Die gefährlichsten Autofahrer Deutschlands leben in Offenbach und München. Ihre Kfz-Versicherungsbeiträge sind deswegen besonders hoch. Mit einem Anbieterwechsel könnten sie Geld sparen – doch kaum einer tut es.

FrankfurtEine Autofahrt durch den Landkreis Offenbach am Main beginnt friedlich und entspannt – bis man das Stadtgebiet erreicht. Ab hier beginnt das Abenteuer. Glaubt man den Daten der Deutschen Versicherungswirtschaft, fährt es sich in keinem der 413 Kfz-Zulassungsbezirke so unsicher wie in Offenbach am Main. Autofahrer mit einem OF-Kennzeichen müssen deswegen bei der Kfz-Haftpflichtversicherung jedes Jahr über 30 Prozent mehr bezahlen als der Durchschnitt – und sogar über 60 Prozent mehr als Autobesitzer aus dem vermeintlich sichersten Verkehrslandkreis, der Uckermark in Brandenburg.

In der Rowdy-Liga spielt neben Offenbach auch München ganz vorne mit. Dort müssen Daten des Vergleichsportals Check24 zufolge die Autofahrer bei der Kfz-Kaskoversicherung im Schnitt 29 Prozent mehr bezahlen als durchschnittliche deutsche Autobesitzer.

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Der höhere Beitrag könnte hier allerdings nicht nur mit den fahrerischen Unzulänglichkeiten zusammenhängen, sondern dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass Autofahrer in der bayrischen Hauptstadt hochmotorisierte Luxusschlitten bevorzugen. Dementsprechend teurer sind auftretende Schäden. Im Landkreis Uckermark hingegen trifft man nur selten auf SUVs von BMW, Porsche, Mercedes, Audi & Co.

Dass es in der Uckermark seltener kracht als in Offenbach oder München, könnte auch dem Altersschnitt der jeweiligen Regionen geschuldet sein. So ist der Anteil der Risikogruppe der 19- bis 25-Jährigen, die statistisch betrachtet die meisten Unfälle verursachen, mit gerade einmal 3,8 Prozent außergewöhnlich niedrig. Auf der anderen Seite liegt der Anteil der Altersgruppe mit der durschnittlich niedrigsten Schadensklasse im Alter zwischen 45 und 65 Jahren bei über 36 Prozent. In München hingegen sind etwa 7,3 Prozent zwischen 19 und 25 Jahre alt. In Offenbach ist der Anteil der Jungen sogar noch höher (9,5%).

Dass es sich in der Uckermark sicherer fährt, hat auch mit der geringeren Siedlungsdichte zu tun. Im Vergleich zu den überfüllten Autobahnen und den dauerverstauten Städten im Ruhrgebiet beispielsweise überwiegen in der Uckermark wenig befahrene Landstraßen und autoleere Städte. Das deckt sich auch mit den Ergebnissen der Check24-Studie. So müssen Autobesitzer in Essen, Duisburg, Hagen und Gelsenkirchen ebenfalls bei der Kfz-Haftpflichtversicherung ordentlich draufzahlen.


Autobesitzer sollten mehrere Vergleichsportale nutzen

Das Unfallrisiko steigt wegen der hohen Siedlungsdichte im Ruhrgebiet, da auf den Straßen der Städte deutlich mehr Autos bewegt werden. Daher passieren laut den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder in Nordrhein-Westfallen in absoluten Zahlen die meisten Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden. Im vergangenen Jahr krachte es über 62.000 Mal. Dabei kamen 524 Menschen ums Leben. Die Folge: In Essen kostet die Kfz-Haftpflichtversicherung 42 Prozent mehr als im Bundesschnitt. Duisburger Autobesitzer müssen 39 Prozent mehr bezahlen.

Trotz der gewaltigen Unterschiede in den Typ- und Regionalklassen, die anhand der Daten jedes Jahr neu eingestuft werden, wechseln deutsche Autofahrer nur selten ihre Kfz-Versicherung. Laut Finanztip-Versicherungsexpertin Annika Krempl hat jeder Dritte sogar noch nie seine Versicherung für eine günstigere Alternative getauscht. „Wir empfehlen, Kfz-Tarife regelmäßig im Oktober zu vergleichen, denn dann gibt es die Tarife für das neue Jahr und man hat bis Ende November Zeit zu wechseln“, erklärt die Expertin.

Die Suche nach günstigeren Kfz-Versicherungen gestaltet sich allerdings immer schwieriger. Dabei lohnt es sich hier besonders, die verschiedenen Anbieter miteinander zu vergleichen. Eine umfassende Vergleichsmöglichkeit haben Verbraucher beim Kfz-Versicherungsvergleich des Handelsblatts.

Doch immer mehr Versicherer meiden den Vergleich auf Vergleichsportalen wie Check24. Vor zwei Jahren zog sich der Direktversicherer Huk24 zurück, seit dem vergangenen Jahr finden Autobesitzer auf den Portalen auch keine Angebote der Hannoverschen Direkt mehr. In diesem Jahr wiederum zieht die Huk-Coburg sich aus Check24 & Co. zurück. „Wenn noch mehr Anbieter die Portale verlassen, sollten Verbraucher zusätzlich immer auch auf den Seiten günstiger Anbieter schauen“, rät Krempl.

Die Finanztip-Expertin rechnet vor, wie viel man durch die Suche sparen kann. Suchen Autobesitzer auf mehreren Preisvergleichsportalen und einem Portal eines günstigen Versicherers nach Alternativen, können sie einer Untersuchung von Finanztip zufolge die Abweichung vom durchschnittlich besten Preis deutlich unter vier Prozent senken. „Das beste Ergebnis bei unseren Profilen war die Kombination von Check24 und Verivox“, so Krempel. Vor allem die Autofahrer in Offenbach und München sollten sich die Ratschläge zu Herzen nehmen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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