Umwelt: Investoren fordern von Unternehmen mehr Klimaschutz

Umwelt: Investoren fordern von Unternehmen mehr Klimaschutz

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ARCHIV - Ein Kirchturm ist am 25. Februar 2008 zwischen den qualmenden Schornsteinen des Braunkohlekraftwerks Frimmersdorf in Grevenbroich bei Duesseldorf zu sehen. Die fuehrenden Industrienationen kommen am Mittwoch, 8. Juli 2009, beim G-8-Gipfel in L'Aquila, Italien, zusammen, um ueber die Wirtschaftskrise und den Klimaschutz zu beraten. (AP Photo/Frank Augstein) --- FILE - The tower of a church is seen between the smoke billowing chimneys of the brown coal power plant Frimmersdorf in Grevenbroich near Duesseldorf, Germany, in a Feb. 25, 2008 file photo. (AP Photo/Frank Augstein)

von Martin Gerth

Großanleger machen Unternehmen Druck beim Klimaschutz. Aus handfesten Gründen: CO2-Emissionen werden teurer.

Die Schonzeit für Energieversorger neigt sich dem Ende zu. Noch drei Jahre können sie ihre CO2-Emissionsrechte nutzen. Die zum Großteil kostenlos zugeteilten Rechte erlauben es ihnen, Millionen Tonnen des Treibhausgases in die Atmosphäre zu blasen.

Von 2013 an, dem Beginn der dritten Periode des EU-Emissionshandels, müssen sie tief in Tasche greifen, damit die Schlote der Kraftwerke weiter rauchen dürfen. „Hätte RWE schon 2007, zu Beginn der 2012 endenden Handelsperiode, sämtliche Emissionsrechte ersteigern müssen, hätte dies den Jahresüberschuss von etwa 2,8 Milliarden Euro komplett aufgezehrt“, sagt Thomas Deser, Senior Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft Union Investment.

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Der Klimaschutz bürdet RWE und Hunderten anderer börsennotierter Konzerne milliardenschwere Kosten auf, die ihre Gewinne schmelzen lassen.

Teure Emissionsrechte

Nach einer Studie der Investmentbank Goldman Sachs wären die Kosten für die Emissionsrechte schon bei einem Preis von 50 Dollar je Tonne CO2 höher als die Gewinne aller weltweit börsennotierten Unternehmen zusammen. Bei einem Preis von 60 Dollar, würden sich 15 Prozent des Cash-Flows von CO2-Sündern in die Kassen von CO2-Vorreitern verschieben. Das finanzielle CO2-Risiko ist laut Goldman Sachs sehr ungleich verteilt: 90 Prozent dieses Cash-Flow-Transfers entfiele auf die Branchen Öl/Gas, Fluglinien, Transport, Minen, Stahl/Aluminium und Versorger.

Noch liegt der Preis für eine Tonne bei etwa 20 Dollar – aber wenn die Konjunktur wieder anspringt, werden die Kurse nach oben gehen. Spätestens 2013 wird es richtig ernst. Von da an müssen auch Industriekonzerne am Emissionshandel teilnehmen, und Energieversorger müssen für Verschmutzungsrechte richtig zahlen.

Anleger fordern Informationen

Weil die Kosten für Emissionsrechte zwangsläufig steigen werden, achten Großanleger immer stärker darauf, wie Unternehmen auf die Herausforderung Klimawandel reagieren. 

Im Carbon Disclosure Project (CDP) haben sich 475 Großanleger mit einem verwalteten Vermögen von 37 Billionen Euro zusammengeschlossen. Ihr Ziel: Unternehmen sollen ihre Treibhausgasemissionen offenlegen und nachhaltiger wirtschaften.

Der Carbon Disclosure Leading Index ist Teil dieser Kampagne für mehr Transparenz. Er bewertet, wie akkurat Unternehmen das Kostenrisiko von CO2-Emissionen analysieren und für potenzielle Investoren transparent machen. 

Für das Index-Rating befragt CDP die 500 weltweit größten Unternehmen, darunter 18 Dax-Konzerne. Sechs von ihnen, Allianz, BASF, Bayer, BMW, Siemens und RWE, schafften den Sprung in den Carbon Disclosure Index 2009, der die besten 50 Unternehmen zusammenfasst. Den mit 95 von 100 möglichen Punkten höchsten Wert im Dax erreichte der Pharmakonzern Bayer.

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