Vergleich: Das Comeback der Hochzins-Sparbücher

Vergleich: Das Comeback der Hochzins-Sparbücher

, aktualisiert 12. Dezember 2011, 14:54 Uhr
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Sparbuch-Besitzerin: Einige Banken stemmen sich gegen den Trend und bieten ansprechende Zinsen.

von Jens HagenQuelle:Handelsblatt Online

Zu unrecht gilt das Sparbuch als schlechteste Wahl für Geldanleger. Einige Institute locken bereits wieder mit Zinsen von bis zu 2,7 Prozent. Ein Vergleich zeigt, wo Sparer ihr Geld sicher und lukrativ anlegen können.

Sparbücher sind Opfer ihres schlechten Rufes. Unter Geldanlegern sind sie verpönt, immerhin bieten die meisten von ihnen nur mickrige Zinsen bei unflexiblen Kündigungsfristen. Was viele Kritiker übersehen: Einige Institute locken inzwischen wieder mit attraktiven Zinsen von bis zu 2,7 Prozent. Damit könnten Anleger zumindest ihr Erspartes vor der Inflation schützen. Diese liegt seit Jahresbeginn bei mehr als zwei Prozent und betrug zuletzt im Oktober 2,4 Prozent in Deutschland. Ein Vergleich zeigt, wo Sparer ihr Geld sicher und gut verzinst anlegen können.

Wenn die Inhaber von Sparbüchern Anfang kommenden Jahres ihren Kontoauszug erhalten, dürfte bei vielen die Enttäuschung groß sein. Bei den meisten Sparbüchern bleibt die Verzinsung, die im Schnitt bei 0,6 Prozent liegt, weit hinter der Inflation zurück.

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Noch immer mauern die meisten Banken bei dem klassischen Produkt für konservative und treue Kunden. Während der Zins des Euribor auf drei Monate, zu dem sich die Banken untereinander Geld leihen, seit Jahresbeginn um rund 40 Basispunkte auf 1,44 Prozent gestiegen ist, hat sich der Zins für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist seitdem nur um knapp einen Basispunkt erhöht.

Treue Kunden werden nicht belohnt

„Da viele Kunden trotz schlechter Konditionen ihrem Sparbuch treu bleiben, müssen die meisten Banken nicht mehr bieten“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung. In den vergangenen drei Jahren stiegen die Einlagen um gut 90 Milliarden Euro auf aktuell rund 510 Milliarden Euro.

Das Erfolgsmodell Sparbuch könnte für viele Banken aber bald vorbei sein. So stiegen die Einlagen für Tagesgeld im Vergleichszeitraum um 350 Milliarden Euro auf rund 730 Milliarden Euro. „Vor allem jüngere, gut informierte Kunden meiden häufig Sparbücher und wählen besser verzinste und flexiblere Tagesgeldkonten“, sagt Herbst.

Auch deshalb stemmen sich einige Banken gegen diesen Trend – und bieten überraschend gute Konditionen. „Es gibt Sparbuch-Offerten, die bessere Zinsen als Tagesgeld bieten und auch bei den Konditionen vorne liegen“, sagt Annabel Oelmann, Leiterin der Gruppe Finanzdienstleistungen der Verbraucherzentrale NRW.

Die Auswahl ist aber entscheidend, der Gang in die erstbeste Sparkasse bringt wenig. Vier Institute bieten aktuell mehr als zwei Prozent fürs Sparbuch. Ganz oben im Zinsvergleich der FMH für das Handelsblatt steht das Online-Sparbuch der BMW Bank. Die Autobank offeriert 2,7 Prozent ab dem ersten Euro. Auf dem Internetkonto können auch kleinere Summen eingezahlt werden, Untergrenzen gibt es ebenso wenig wie Maximalsummen.


Vorsicht vor dem Strafzins

Einziger Nachteil: Es handelt sich um ein reines Online-Konto. Kunden können ihre Ein- und Auszahlungen nicht in einer Filiale oder am Telefon erledigen. Die Kontoauszüge gibt es nicht per Post oder am Automat, wie bei anderen Banken üblich. Auch als Weihnachtsgeschenk für den Nachwuchs fällt das Konto aus, da die BMW-Bank nur volljährige Kunden akzeptiert. Das Institut ist Mitglied im Bundesverband deutscher Banken. Der Schutz der Kundeneinlagen geht also deutlich über die gesetzliche Einlagensicherung hinaus, die bei 100.000 Euro liegt.

Attraktive Zinsen für Neuanlagen

Während die Offerte der BMW Bank sowohl für Neukunden als auch für Altkunden gilt, erhalten Interessenten bei der Santander Bank den Satz von 2,5 Prozent nur für Neuanlagen, die in den vergangenen drei Monaten nicht bei der Santander-Gruppe investiert wurden. Immerhin kommen die Kontoauszüge per Post und das Guthaben ist durch die gesetzliche deutsche Einlagensicherung und das Sicherungssystem des Bundesverbands der privaten Banken geschützt.

Auch bei der Postbank sind die Guthaben entsprechend geschützt. Für die Sparcard 3000 plus direkt gibt es 2,3 Prozent Zinsen. Besonderer Vorteil: Kunden können weltweit an den Automaten mit Visa- Plus-Zeichen gratis Geld abheben. Die Mindesteinlage beträgt 50 Cent und die Auszahlung lässt sich einfach mit Karte und PIN am Automaten erledigen.

Verzichten müssen Sparer allerdings auf das klassische Papierbüchlein. Hochzins-Sparkonten werden im Internet oder mit Plastikkarte und Lose-Blatt-Sammlung der Kontoauszüge geführt. Als Geschenk der Großeltern an die Enkel macht so etwas unter dem Weihnachtsbaum natürlich wenig her.

Ein weiterer Nachteil bleibt die mangelnde Flexibilität. Sparer können auch bei den Internetsparbüchern nur 2.000 Euro pro Monat ohne Kündigung abheben. „In den meisten Fällen reicht diese Obergrenze aus“, sagt Oelmann. Wer komplett kündigen möchte, muss eine Frist von drei Monaten einhalten. Wer diese Vorgaben nicht beachtet, muss einen Vorschusszins von 25 Prozent seines Guthabenzinses hinnehmen.

Das ist sicherlich zunächst bitter, lässt sich im Notfall aber verschmerzen. Wer etwa bei einem Kontostand von 10.000 Euro vorzeitig 5.000 Euro abheben möchte, muss für 3000 Euro einen Strafzins für 90 Tage zahlen. Bei einer Top-Verzinsung von 2,7 Prozent würden für die vorzeitige Abhebung also nur 5,10 Euro fällig.

Quelle:  Handelsblatt Online
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