Vergleich: Wo es Top-Zinsen gibt

Vergleich: Wo es Top-Zinsen gibt

, aktualisiert 29. November 2011, 11:22 Uhr
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Sparschwein: Die besten Zinsofferten bringen eine Rendite von bis zu vier Prozent.

von Jens Hagen, Anke Rezmer und Yasmin OsmanQuelle:Handelsblatt Online

Anleger, die auf Sicherheit und Flexibilität setzen, wählen zwischen Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarktfonds. Einige Anbieter gewähren bis zu vier Prozent Zinsen. Ein Vergleich zeigt die besten Angebote.

Die Turbulenzen an den Börsen, Anleihen- und Rohstoffmärkten verunsichern viele Anleger. Wer sein Geld in Zinskonten oder Geldmarktfonds anlegt, sichert sein Vermögen ab und bleibt gleichfalls liquide für mögliche Chancen bei Aktien oder Fonds. Handelsblatt Online zeigt die besten Konditionen für Tagesgeld, Festgeld und Geldmarktfonds.

Tagesgeld: Fester Ertrag und hohe Flexibilität

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Einen kalkulierbaren Ertrag ohne Risiko – das wünschen sich viele Anleger beim Blick auf die Kursschwankungen an den Kapitalmärkten. Legen sie Kapital auf ein Tages- oder Festgeldkonto, bekommen sie zumindest einen festen Ertrag. Das Tagesgeldkonto gewährt dem Sparer überdies Freiheiten: Er kann sein Geld jederzeit wieder abziehen, wenn er es braucht oder sich für eine andere Anlageform entscheidet. Außerdem fallen keine Gebühren an.

Angesichts der Euro-Schuldenkrise und der Börsentalfahrt wird dieser Geldparkplatz derzeit stark nachgefragt. So verbucht die DAB Bank, die traditionell eher stark im Wertpapiergeschäft ist, einen Zuwachs der Einlagen auf Tagesgeldkonten um ein Fünftel. Die Comdirect meldet besonderes Interesse ihrer Kunden an Währungskonten. Aus Angst vor dem Wertverfall des Euros tauschen Anleger ihr Geld verstärkt in norwegische Kronen oder US-Dollar. Einlagen auf Währungsanlagekonten sind bei der Bank seit Jahresbeginn um knapp 20 Prozent gestiegen.

Allerdings bietet ein Tagesgeldkonto keine üppige Verzinsung. Im Durchschnitt sind es nach Berechnungen des Frankfurter Finanzdienstleisters FMH gerade mal 1,8 Prozent. In der Spitze zahlen die Banken aktuell Zinsen von bis zu 2,75 Prozent im Jahr, wie ein Zinsvergleich von FMH für das Handelsblatt zeigt. Damit bleibt dem Anleger immerhin auch nach Abzug der Inflationsrate noch ein minimaler Ertrag. „Vor allem Auslandsbanken locken mit üppigen Sätzen“, sagt Max Herbst, Chef der FMH-Finanzberatung. Typischerweise wollen sich solche Institute am hiesigen Markt etablieren, zudem seien die Zinsniveaus in ihrem Heimatland oft höher, sagt Herbst.

Vor allem bei überdurchschnittlich hohen Sätzen sollten Kunden aber unbedingt in die Bedingungen der Produkte schauen, denn oft gilt das Angebot nur für Neukunden, nur für begrenzte Zeit oder nur bis zu einer bestimmten Anlagesumme. Kundenfreundliche Anbieter reservieren den Einstandszins des Tagesgeldes sechs bis zwölf Monate lang und unterscheiden nicht zwischen Neu- und Bestandskunden. Die Direktbank DAB Bank gewährt den Tagesgeldzins von 2,75 Prozent nur neuen Kunden, sie garantiert den Satz bis Ende September 2012 für eine Anlagesumme bis 20 000 Euro.

Bei den beiden anderen Anbietern des Spitzensatzes, der niederländischen NIBC und der türkischen Tochter der kriselnden Dexia, Deniz Bank, müssen Sparer mit dem begrenzten gesetzlichen Einlagenschutz von 100.000 Euro leben. Hier lohnt sich also auf jeden Fall ein Blick auf die Bonität des Instituts.

Tagesgeld: Offerten mit begrenzter Einlagensicherung

InstitutZins in %Einlagensicherung in €
NIBC Direct2,75100.000
Denizbank2,75100.000
Ikano Bank2,71100.000
VTB Direkt2,70100.000
MoneyYou2,70100.000

Anlagebetrag: 5000 €. Quelle: FMH-Finanzberatung.

Stand: 24.11.2011

Tagesgeld: Offerten mit erhöhter Einlagensicherung

InstitutZins in %Einlagensicherung in €
DAB Bank2,75 1,232,49 Mio.
Bank of Scotland2,70250.000
Cortal Consors2,60 1,345 Mio.
Wüstenrot2,55 1,4126 Mio.
ING-DiBa2,50 1,51,23 Mrd.

Anlagebetrag: 5.000 €. 1) Nur für Neukunden.

2) Zinsgarantie bis 30.9.2012. Zins ab 20.000 €: 0,5 %.

3) Zinsgarantie: 12 Monate. Zins ab 50.000 €: 1,75 %.

4) Zinsgarantie: 6 Monate. Zisn ab 10.000 €: 1,33 %.

5) Zinsgarantie: 6 Monate. Quelle: FMH-Finanzberatung.

Stand: 24.11.2011


Top-Zinsen für Festgeld

Festgeld: Höhere Erträge, aber feste Laufzeit

Die Anlage in Festgeld ist eine Wette auf die Zukunft. Der Sparer vereinbart mit der Bank, dass sein Kapital für eine bestimmte Zeit zu einem vorher vereinbarten Zinssatz auf einem Konto bleibt. Eine solche Vereinbarung kann für einige Monate, aber auch für mehrere Jahre getroffen werden. Steigen allerdings während der Laufzeit  die Zinsen deutlich, machen Anleger im Vergleich zum Tagesgeld einen schlechten Schnitt. Steigen sie dagegen nur leicht oder sinken sogar, dann lohnt der Abschluss über einen längeren Zeitraum.

Die besonderen Vorteile einer Anlage in Festgeld sind die im Vergleich zum flexiblen Tagesgeldkonto höheren Zinsen und eine Garantie des Zinssatzes beim Abschluss über die vereinbarte Laufzeit. Wenn sich ein Anleger beispielsweise für drei Jahre festlegen mag, locken aktuell Zinssätze von bis zu vier Prozent im Jahr. Für Festgeld mit einem Jahr Laufzeit  zahlen die Geldhäuser bis zu 3,16 Prozent.

Allerdings legt sich der Sparer fest. Braucht er sein Geld doch vor Ende der Vertragslaufzeit, muss er auf Zinserträge verzichten. Das könnte beispielsweise chancenorientierte Anleger daran hindern, wieder in den Aktienmarkt einzusteigen, wenn sich dort Kaufgelegenheiten bieten.

Wer sein Geld  nicht direkt in Aktien oder andere Anlagen investieren will und nicht mit stark steigenden Zinsen rechnet, sollte Festgeld bevorzugen. Aktuell unterscheidet sich der Zinssatz für das beste Festgeldangebot über drei Jahre von der vergleichbaren Tagesgeldofferte mit hohem Einlagenschutz um 1,4 Prozentpunkte. Um über den Anlagezeitraum einen guten Schnitt zu machen, müsste der Anleger in einem Jahr ein Angebot zu einem Zinssatz von 4,7 Prozent abschließen, um den Zinsunterschied vom Anfang wieder wett zu machen. „Dann müsste das Zinsniveau innerhalb eines Jahres um einen Prozentpunkt steigen“, sagt Herbst. „Das ist angesichts der aktuellen Lage am Zinsmarkt eher unwahrscheinlich“.

Als Alternative eignen sich flexible Festgeldofferten der VTB, Bank 11 oder NIBC. Anleger können bei diesen Banken einen Teil des angelegten Festgeldes vor Ende der Laufzeit ohne Zinsverlust abheben.

Festgeld: Offerten bei einer Laufzeit von 12 Monaten

Institut

Zins in %

(12 Monate)

Einlagensicherung in €

Zins in %

(24 Monate)

Zins in %

(36 Monate)

NIBC Direct2,75100.0003,513,86
Denizbank2,75100.0003,403,85
Ikano Bank2,71100.0003,353,75
VTB Direkt2,70100.0003,204,00
MoneyYou2,70100.0003,503,75
Anlagebetrag: 5.000 €. Quelle: FMH-Finanzberatung. Stand: 24.11.2011


Die besten Geldmarktfonds

Geldmarktfonds: Insolvenzschutz und Streuung des Kapitals

Investmentfonds, die auf Papiere des Geldmarktes setzen, bieten Sicherheit auf verschiedenen Ebenen: Die Fondsmanager kaufen verschiedene hoch-qualitative Papiere des Geldmarktes mit kurzer Laufzeit, verteilen damit das Risiko eines Kapitalverlusts auf verschiedene Emittenten. Außerdem bieten Investmentfonds einen im Vergleich zu Anleihen und Zertifikaten besonderen Vermögensschutz: Das Kapital des Anlegers ist gegen eine Insolvenz des Fondsanbieters gesichert. Die Wertpapiere eines Fonds werden bei einer Depotbank als so genanntes Sondervermögen verwahrt . Bei einer Pleite des Fondshauses bleiben die Wertpapiere im Besitz der Anleger.

Manager von Geldmarktfonds kaufen Papiere in ihre Fonds, mit denen sich der Bund über Wochen oder Monate Kapital beschafft. Über An- und Verkauf dieser Papiere an Banken versorgt die Europäische Zentralbank die Wirtschaft mit Geld. Diese Papiere gelten als vergleichsweise sicher und stets verfügbar. Dafür bringen sie aber wenig Ertrag.

So setzt der „Money Market Fund“ des Schweizer Fondsanbieters Lombard Odier vorrangig auf Geldmarktpapiere mit Laufzeit von rund 90 Tagen. In diesem Jahr hat der Fonds nach laufenden Kosten einen Ertrag von 0,83 Prozent erreicht. Einen Index auf den Durchschnitt der Tagesgeld-Ausleihungen europäischer Banken bildet dagegen der ETF der Commerzbank-Tochter Comstage ab.

Geldmarktfonds unterscheiden sich im Detail. Wer auf Nummer sicher gehen will, muss schauen, „dass die Fonds sauber konstruiert sind“, sagt Andre Härtel, Fondsanalyst beim Ratinghaus Feri Eurorating. Einige Fonds kaufen auch Firmenanleihen oder verbriefte Forderungen auf Hypothekenkredite, ABS, um die Rendite der Fonds aufzupeppen. Nach der Pleite der US-Bank Lehman Brothers bekamen einige Geldmarktfonds mit solchen ABS Probleme, weil sie damals nicht mehr zu verkaufen waren.

Anleger gingen damit ein anderes Risiko ein als mit reinen Geldmarkttiteln. Wenn ein Fondsmanager in der Vergangenheit keinen Verlust gemacht habe, spreche das für einen sauberen Fonds, meint Härtel. Wenn ein Fonds höhere Renditen als der Vergleichs-Geldmarktindex erreicht, dürften ABS oder Firmenbonds dazugemischt worden sein - Spitzenreiter Swiss Life nennt einige Prozent ABS für ihren Fonds.

Achten sollten Anleger auch auf Kosten. Mehr als 0,3 Prozent laufende Gebühren dürfe ein Geldmarktfonds nicht kosten, sagt Härtel. ETFs sind billiger mit 0,14 Prozent, daher spricht viel für diese passiven Fonds. Kaufgebühren, den Ausgabeaufschlag, sollte man für solche Parkplätze nicht zahlen.

Geldmarktfonds: Keine Verluste in den vergangenen 12 Monaten

FondsISIN

Performance in %

laufendes Jahr

Performance in %

36 Monate, p.a.

Swiss Life Funds (F) Money Market EuroFR00105403851,101,33
Lombard Odier Funds - Money Market (EUR)LU02099979970,830,94
Amundi Fds Money Market EuroLU05686205600,740,95
Deka-LiquiditaetsPlanLU02494860920,741,00
ComStage ETF Commerzbank EONIA IndexLU003784376840,690,71
Quelle:

Feri Eurorating, der Stand der 31.10.2011

Quelle:  Handelsblatt Online
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