Vermögensverwalter: Leistungen und Kosten

Vermögensverwalter: Leistungen und Kosten

Was ein Vermögensverwalter können muss, was er kosten darf, worauf Sie bei der Manager-Auswahl achten sollten.

Bei den Banken ist der Kunde noch König – aber nur, wenn er ein liquides Vermögen von 500.000 Euro oder mehr mitbringt. Ab hier beginnt in den meisten Geldhäusern die sogenannte diskretionäre Vermögensverwaltung. Auf gut Deutsch: Derart gut betuchte Privatanleger müssen sich nicht mehr, wie die Masse der Bankkunden, mit der Stangenware der Finanzbranche wie Fonds und Zertifikaten zufriedengeben.

Ein Portfoliomanager entwirft stattdessen eine maßgeschneiderte Strategie, wählt passende Aktien, Renten, Fonds und mischt sie mit Gold, Rohstoffen, Immobilien oder Hedgefonds. Größter Vorteil: Geldmanager und Kunde sind flexibel.

Anzeige

So kann der Verwalter die Aktienquote zur Not auch auf null Prozent im Depot herunterfahren, wenn er – wie aktuell – hohe Risiken sieht. Ein Fondsmanager darf das nicht, kann nur in andere Titel innerhalb der Klasse Aktien umschichten und steuert so im Extremfall sehenden Auges in die Krise.

Individueller Service hat seinen Preis: Die meisten Banken und Verwalter berechnen rund 1,5 Prozent des Depotwerts Gebühren pro Jahr. Viele Banken verlangen zudem einmal im Jahr eine Erfolgsprämie von bis zu zehn Prozent des erreichten Wertzuwachses. „Das ist dann aber die Obergrenze des Akzeptablen“, sagt Rainer Konrad, Leiter der Asset Manager Akademie St. Gallen und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Abhandlungen zum Thema. „Gebührenmodelle, bei denen die Bank dem Kunden auch noch Transaktionskosten in Rechnung stellt und so an häufigen Umschichtungen im Depot mitverdient, sind unseriös. Und wer mehr mitbringt als eine halbe Million, sollte auch bei den Fixgebühren durchaus noch handeln.“

Denn das Geschäft ist aus Sicht der Banken lukrativ, sie dürften genügend Spielraum haben. Und weil es zudem auch noch deutlich stabiler ist als etwa das Investmentbanking, wollen so gut wie alle Geldhäuser mitmischen. Neben den gut 400 unabhängigen Vermögensverwaltern und den privaten Banken wie Deutsche Bank, M.M. Warburg, BHF-Bank, Sal. Oppenheim oder Berenberg haben auch Schweizer oder österreichische Institute ein Auge auf den deutschen Markt geworfen. Schließlich leben hier rund 350.000 Menschen mit einem liquiden Vermögen von mehr als einer Million Euro – Immobilienvermögen also nicht eingerechnet. Nach den USA und Japan ist Deutschland damit der attraktivste Markt der Welt.

Wem also sein Geld anvertrauen?  Anders als bei Fonds und Aktien kann man sich die frühere Performance nicht so einfach im Internet ansehen. Leider besagen auch eine Akkreditierung bei der Finanzaufsicht BaFin und eine Mitgliedschaft im Branchenverband VuV nur, dass ein Geldmanager ein Mindestmaß an Berufserfahrung mitbringt und einen Ehrenkodex unterschrieben hat. Über die Leistungen der Verwalter sagt das wenig aus. Besser ist:

Die tatsächliche Performance zeigen lassen. Das Langfrist-Rating von Firstfive liefert gute Hinweise auf Verwalter, die auch über mehrere Jahre überdurchschnittliche Wertzuwächse bei annehmbaren Risiken liefern. Nimmt eine Bank nicht teil, sollte sie zumindest einige Depotauszüge bestehender Kunden vorzeigen können. Lassen Sie sich hier nicht zu schnell mit dem Hinweis auf ein angeblich verletztes Bankgeheimnis abspeisen. Namen und andere persönliche Daten wie Kontonummer lassen sich schwärzen. Lassen Sie sich nicht beim ersten Gespräch zu einer Unterschrift drängen. Achten Sie auch auf weiche Faktoren: Lässt Sie der Banker ausreden? Fragt er nach? Oder will er nur sich und seine Bank präsentieren? Lassen Sie sich nicht in eine nebulös beschriebene Risikoklasse von eins bis fünf einteilen. Oft attestieren Sie dem Verwalter im Kleingedruckten damit Narrenfreiheit. Legen Sie besser so viel Konkretes wie möglich schriftlich fest: genaues Anlageziel, maximales Risiko (Aktienquote in Prozent, gehebelte Derivate ja oder nein, sind Währungsrisiken abgesichert oder nicht?) Übertragen Sie nicht ihr gesamtes Vermögen auf einmal. Lieber zwei oder drei Verwalter parallel arbeiten lassen, nachschießen können Sie immer.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%