Versicherung: Generali belohnt Sportler mit Rabatten

Versicherung: Generali belohnt Sportler mit Rabatten

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Sportler im Vorteil: Wer sich gesund ernährt, soll bei der Generali geringere Versicherungsbeiträge zahlen.

Deutschlands zweitgrößter Lebensversicherer Generali belohnt seine Kunden künftig für Sport und gesundes Essen mit umstrittenen Rabatten. Verbraucherschützer sehen solche Anreize kritisch.

Die Deutschen haben im vergangenen Jahr fast 93 Milliarden Euro in Lebensversicherungen eingezahlt - aber das Geschäft der Konzerne schrumpft, der Niedrigzins macht allen zu schaffen. Generali, nach der Allianz die Nummer zwei auf dem deutschen Markt, versucht ihr Geschäft jetzt mit einer neuen Idee anzukurbeln: Sie belohnt ihre Kunden für Sport und gesundes Essen mit Rabatten. Verbraucherschützer reagieren skeptisch.

Generali-Deutschland-Chef Giovanni Liverani sagte am Donnerstag in München, wer ärztliche Vorsorgetermine wahrnehme, nicht rauche, gesunde Lebensmittel kaufe oder Sport treibe, zahle geringere Beiträge bei der Risiko-Lebensversicherung und bei der Berufsunfähigkeits-Versicherung. Die Prämie kann im Idealfall um 16 Prozent sinken. Zudem wirbt Generali noch mit Rabatten zum Beispiel beim Kauf von Adidas-Sportartikeln, im Fitnessstudio und sogar bei Buchungen über das Reiseportal Expedia.

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Solche Verlockungen dürften aber gerade beim Kauf einer Berufsunfähigkeits-Versicherung keine Rolle spielen, warnte Bianca Boss vom Bund der Versicherten: „Die Berufsunfähigkeits-Versicherung deckt existenzielle Risiken ab. Sie gehört zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt, und sie ist wahnsinnig kompliziert.“ Kunden sollten auf Bedingungen, Schadensregulierung und Beschwerdequote achten. „Wenn man zum Beispiel Vorerkrankungen falsch angibt, kann es sein, dass man im Ernstfall keine Leistungen bekommt.“ Bei der Auswahl könnten Verbraucherzentralen oder unabhängige Versicherungsberater helfen.

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Das Logo von Generali Quelle: REUTERS

Bei einer reinen Risiko-Lebensversicherung dagegen seien die Unterschiede gering: „Tot ist tot, da sind die Bedingungen klar - da kann man einfach den Preis vergleichen“, sagte Boss.

Das sieht mach auch bei der Stiftung Warentest/Finanztest so. „Man muss aufpassen, dass man nicht wegen eines kleinen Bonus eine Berufsunfähigkeits-Versicherung kauft, die nicht richtig passt und vielleicht auch noch teurer ist“, warnt Susanne Meunier. Bei der Risiko-Lebensversicherung „gibt es riesige Preisunterschiede bei gleicher Leistung. Aber das ist weniger kompliziert.“

Kritisch sehen Verbraucherschützer auch die Frage des Datenschutzes. Bei dem Generali-Bonusprogramm wird zunächst der Gesundheitszustand des Versicherten ermittelt. Anschließend sammelt er mit Joggen oder dem Kauf von Bio-Rüben Punkte fürs Rabatt-Konto. Die Daten werden per Fitness-Armband oder Kassencomputer gleich an eine Generali-Tochter übermittelt. „Uns einfach eine Zahl angeben, reicht nicht“, sagte Managerin Astrid Koida. Jeder Kunde entscheide selbst, welche Daten er übermitteln wolle.

Generali kassiert in Deutschland von 13,5 Millionen Kunden 17,8 Milliarden Euro an Beiträgen und ist nach der Allianz bei Lebensversicherungen die Nummer zwei in Deutschland. Vorstandschef Liverani sagte: „Mittelfristig wird das ein Standard im Markt werden, und wir als Vorreiter werden einen Riesen-Wettbewerbsvorteil haben.“ Wie viele Kunden er mit dem neuen Angebot erhofft, wollte er nicht sagen.

Bei dem Bonusprogramm arbeitet Generali mit dem Unternehmen Discovery zusammen, das in Südafrika, den USA und Großbritannien mit Versicherungen zusammenarbeitet. Dort habe man sehr gute Erfahrungen gemacht, die Kunden lebten gesünder, die Sterblichkeit sei gesunken, sagte Discovery-Manager David Strauss. Liverani sagte, Generali erwäge, Ähnliches auch bei der Krankenversicherung einzuführen.

Die Konkurrenz wartet noch ab. „Wir tracken nicht digital und quasi rund um die Uhr die Aktivitäten unserer Kunden“, sagte eine Sprecherin der Allianz, dem „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe). Eine Ego-Sprecherin sagte: „Wir planen derzeit keine Tarife, in denen die Beiträge von Informationen aus beim Kunden erfassten Fitness- und Lifestyledaten abhängen.“

Die Allianz und andere Versicherungen bieten aber Telematik-Tarife an, bei denen sich die Fahrweise auf die Prämie auswirkt. Geschwindigkeit, Brems-, Beschleunigungs- und Lenkverhalten werden erfasst, vorsichtiges Fahren wird belohnt. Sascha Straub von der Verbraucherzentrale Bayern sagte: „Der Kunde zahlt mit seinen Daten, um ein paar Euro zu sparen.“

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