Versicherungen: Protokoll eines Allianz-Verkaufstrainings - Seite 3

Versicherungen: Protokoll eines Allianz-Verkaufstrainings

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Ein Aktenordner mit dem Logo Quelle: dpa
Ein Aktenordner mit dem Logo der Allianz-Versicherung steht im Büro einer Allianz-Vertretung in Kaufbeuren im Allgäu Quelle: dpa

Für Meike Kamp, Mitarbeiterin des Landeszentrums Datenschutz Schleswig- Holstein, handelt es sich dabei jedoch um ein branchenweites Problem. Kamp sagt: „Grundsätzlich dürfen Versicherungen diese Anfrage ausschließlich mit Einwilligung des potenziellen Neukunden starten und wenn das Unternehmen durch den Abschluss der Police ein sogenanntes kreditorisches Risiko trägt. Das bedeutet, das Unternehmen muss womöglich finanziell in Vorleistung treten, zum Beispiel beim Nachweis einer Kfz-Versicherung bei der Anmeldung des Wagens.“ Was viele Versicherte nicht wissen: Selbst die Einwilligung zur Schufa-Abfrage ist ausschließlich auf einen Vertrag begrenzt. Das Ganze ist ein heißes Eisen, der Gesamtverband der Versicherungen und die Datenschützer verhandeln derzeit über eine branchenweite Lösung.

Auch Bannasch wunderte sich über den seiner Ansicht nach lockeren Umgang mit dem Datenschutz: „Ich hatte Zugang zu allen Kundendaten, um dort in einer Art Rasterfahndung zu suchen, wem wir welche Police womöglich noch verkaufen können. Die Daten im Agentursystem liefern auch Informationen über Besitzstand, Vermögenslage, Immobilien, Karriere der Kunden.“

Das ist nicht die einzige Rechtsfrage, die Bannasch beschäftigt. „Ich habe als Auszubildender Kunden alleine beraten und Verträge abgeschlossen“, sagt er und fragt sich: „Sind die eigentlich gültig?“

Am Bedarf vorbei

„Nein“, sagt Versicherungskaufmann Kaup. „Ein Auszubildender darf Kontakte knüpfen, aber beraten und abschließen darf er nur gemeinsam mit einem zugelassenen Versicherungsvertreter.“ Ein Kunde könnte nach der EU-Vermittlerrichtlinie dann wegen Falschberatung den Vertrag anfechten. Die Allianz erklärte dazu, nur geschulte Auszubildende führten unbegleitete Beratungsgespräche.

Bannasch hat hingeschmissen. Nicht erst die Warnung seiner Freunde, er sei neuerdings so gehetzt und unausgeglichen, gab ihm den Rest. „Ich bin Investmentanalyst geworden, um Kunden optimal zu beraten, nicht um ihnen wissentlich am Bedarf vorbei Policen zu verkaufen.“

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356 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 22.12.2011, 20:28 UhrAnonymer Benutzer: Allianzmitarbeiterin

    Heute schreibe ich zum ersten Man einen Kommentar zur einem Zeitungsartikel im Netz. Für sowas opfere ich gewöhnlich nicht meine leider immer zu knappe Zeit aber in diesem Fall muss ich einfach mal was schreiben: Ich habe das Traineeprogramm bei der Allianz nach zwei Jahre erfolgreich abgeschlossen (Führungskraft Ebene 3, VBL), meine IHK-Prüfung nach einem Jahr problemlos bestanden und habe als Bezirksleiter in zwei Jahren zweimal Powerclub geschrieben. Es ist bestimmt nicht alles Gold was bei der Allianz blau glänzt aber DIESER ARTIKEL ist eine Frechheit! Bei uns wird niemand zur Verkaufsmaschiene ausgebildet wobei wir natürlich mit dem Versicherungsverkauf unser Geld verdienen. Würden wir wie hier beschrieben vorgehen würden uns reihenweise die (guten) Mitarbeiter wegrennen und auch die Kunden, denn die haben es heute nicht mehr nötig sich veräppeln zu lassen. Mit solchen hier beschriebenen Methoden könnten wir nicht bestehen. Hätte ich derart haarsträubende Dinde erlebt hätte ich ganz schnell den Job gewechselt. Auch ich habe BWL studiert und sehr viele Praktika gemacht bzw. Werkstudententätigkeit (big4 in der Wirtschaftsprüfung). Ich hätte keine Angst auch einen anderen Job zu finden aber eines ist sicher, so viel Geld wie man im Vertrieb verdienen kann wenn man gut ist (und ich meine nicht nur die Abschlüsse von heute sondern auch die von morgen, die es nicht geben würde wenn man seine Kunden reihenweise über den Tisch zieht), verdient man niegendwo anders. Ich bin wirklich enttäuscht von der WiWo. Die habe ich früher für ihre gut recherchierten Artikel sehr geschätzt.

  • 20.09.2011, 21:22 UhrAnonymer Benutzer: Hans Hansen

    @LVQ der Allianz. Das klingt wie die Rede Göbbels zum Totalen Krieg. Ja ne, ist klar. Schuld ist immer der, welcher seinen Kopf nicht ausschaltet und die meisten Tierkranken verkauft. Eines der sinnlosesten Produkte der Allianz - und allgemein der branche. Und das Abwerben von Kunden und damit lukrativen Verträgen unter Agenturen geschieht ja auch nicht!? Nein. Ebenso wenig wie es ein Umschichten von und in zwischengeparkten beständen gibt. besser kann man ungeliebte Kunden nicht loswerden und seine Stornoquote drücken. Soll doch der Depp die Arbeit haben, dem der Parkbestand rosig, geblümt schöngeredet wird. Nachdem ich vergangene Woche von einem Allianzer hörte, der beim Kunden den beitrag einer seit 1991 bestehenden Rentenversicherung halbieren wollte, um mit der "gesparten" Hälfte einen Neuvertrag zu generieren, wundert mich nichts mehr. ich sage nicht, dass sämtliche Vertreter so arbeiten. Aber diese Methoden nehmen zu.

  • 13.08.2011, 16:45 UhrAnonymer Benutzer: Herr Henrich

    ich möchte mal nochmal was zu den Ausbildungsmethoden usw. sagen.

    bei der Allianz wird man ganz sicher nicht zu einer "Verkaufsmaschine" ausgebildet! Ganz im Gegenteil:

    ich habe seit dem 01.07. einen Kundenbetreuer in meiner Agentur angestellt, der vorher bei der Hamburg Mannheimer war. Wenn ich von den Ausbildungsmethoden höre, streuben sich mir die Nackenhaare! Ein beispiel:

    "ihr braucht über Fonds etc. nichts zu wissen, hier habt ihr drei, der eine ist relativ sicher, der zweite eine Mischung und der Dritte bringt die meiste Rendite"

    ist das Ausbildung? Mein KbV sagte das die Ausbildung der Allianz im ersten Monat schon mehr gebracht hat als ein dreiviertel Jahr beid der Hamburg Mannheimer (bzw. jetzt Ergo).

    So etwas finde ich schlimm!!!!!!

    Vielleicht sollte man darüber mal einen bericht schreiben!

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