Vorsorge: Die günstigsten privaten Krankenversicherungen im Tarifcheck

Vorsorge: Die günstigsten privaten Krankenversicherungen im Tarifcheck

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GKV-Defizit wächst...Versicherte fürchten den Rotstift. Für die ganze Grafik auf das Bild klicken.

von Martin Gerth, Niklas Hoyer und Annina Reimann

Private Krankenversicherungen werden deutlich teurer. Umso wichtiger ist die Wahl der richtigen Police. Unser Test zeigt, welche Versicherer das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten und die Prämien stabil halten.

Gesund zu bleiben und alt werden ist kein billiges Vergnügen – vor allem für Privatpatienten. Hjalmar Kuntz, 70, muss seit Januar zwölf Prozent mehr für seine private Krankenversicherung zahlen. Immerhin 677 Euro monatlich überweist der ehemalige ThyssenKrupp-Manager aus Essen inzwischen an die DKV. 2001 lag der Beitrag noch bei 471 Euro. „Obwohl ich die Prämienerhöhungen für überzogen halte, wäre die gesetzliche Krankenversicherung für mich keine Alternative gewesen“, sagt Kuntz. Den Komfort, den Privatpatienten genießen, vom Einbettzimmer im Krankenhaus bis hin zu kürzeren Wartezeiten beim Arzt, will er nicht missen.

Die gesetzlichen Kassen drängen sich derzeit nicht als Alternative auf. Sie geben mehr Geld aus, als sie einnehmen, die City BKK und die Gemeinsame Betriebskrankenkasse Köln stehen vor der Pleite, die BKK für Heilberufe ist finanziell angeschlagen. Zwar behalten die betroffenen Kassenpatienten ihren Versicherungsschutz, aber das Vertrauen in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist erschüttert (siehe Grafik).

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Seit Januar vergrätzten 13 bundesweit aktive gesetzliche Kassen ihre Versicherten mit Zusatzbeiträgen. Die Wechsellust von Besserverdienern hin zur privaten Konkurrenz hält sich dennoch in Grenzen (siehe Grafiken auf der nächsten Seite). „Vermehrt Anfragen wegen der Finanzprobleme der GKV hatten wir bisher nicht“, sagt Eberhard Sautter, Vorstand der HanseMerkur. Denn auch die Privaten langen kräftiger hin. 2009 stiegen die Beiträge um 9,5 Prozent, 2010 um rund 4,7 Prozent.

Hohe Eintrittshürden

Hinter dem Durchschnittswert verbergen sich gewaltige Unterschiede im Preis-Leistungs-Verhältnis. Diese herauszuarbeiten ist Ziel eines umfassenden Tests, den die WirtschaftsWoche zusammen mit dem Hamburger Analysesoftwarehaus Softfair durchgeführt hat. Aus über 130 am Markt angebotenen Tarifen wurden die jeweils 25 besten für Männer und Frauen im Alter von 30 und 50 Jahren gefiltert. Wer sich neu privat versichern oder innerhalb der PKV den Versicherer wechseln will, findet in unseren Ranglisten den passenden Anbieter – mit Prämien, einer Bewertung des Preis-Leistungs-Verhältnisses und Daten zur langfristigen Stabilität der Beiträge.

Längst nicht jeder, der wechseln möchte, kommt auch ins System der privaten Krankenversicherung (PKV) hinein. Nur Angestellte, die drei Jahre in Folge mehr als 49 950 Euro brutto verdient haben, sowie Selbstständige dürfen die GKV verlassen. Laut Koalitionsvertrag soll die dreijährige Frist für die Einkommensgrenze künftig wegfallen. „Dies würde insbesondere hoch qualifizierten Berufseinsteigern eine Wartezeit in der GKV ersparen“, sagt Gesundheitsökonom Jürgen Wasem von der Uni Duisburg-Essen. Bisher hat Schwarz-Gelb dieses Versprechen aber nicht eingelöst. Wer unter 49 950 Euro bleibt, ist pflichtversichert und kann höchstens private Zusatzpolicen buchen.

Jährlich wechseln etwa 200 000 bis 300 000 Versicherte von der GKV zur PKV. Wer es sich leisten kann, entflieht dem mit jeder Gesundheitsreform kleiner werdenden gesetzlichen Leistungskatalog. „Die PKV dagegen ist verpflichtet, alle vertraglichen Leistungen bis ans Lebensende zu erfüllen“, sagt Martin Albrecht, Geschäftsführer des Berliner Iges Instituts.

Die Leistungsgarantie hat allerdings ihren Preis. Anders als die GKV muss die PKV für jeden Versicherten eines Tarifs Altersrückstellungen bilden. Derzeit sind es 124 Milliarden Euro. Junge Versicherte eines Tarifs zahlen mehr als sie an Leistungen in Anspruch nehmen, um so ein finanzielles Polster für Gebrechen im Alter zu bilden. Ohne diese Rückstellungen wäre eine private Krankenversicherung für Senioren nicht zu finanzieren. Experten schätzen, dass 80 Prozent der Gesundheitskosten in den letzten beiden Lebensjahren eines Versicherten anfallen.

Gesetzliche Krankenkassen verteilen die Kosten für medizinische Leistungen über den Einheitstarif gleichmäßig auf alle Versicherten. Die private Konkurrenz dagegen muss jeden Tarif so kalkulieren, dass er sich finanziell selbst trägt. Kranke zahlen höhere Prämien als Gesunde, ältere Versicherte mehr als junge.

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