Vorsorge: Erfolgreiche Geldanlage in Eigenregie

Vorsorge: Erfolgreiche Geldanlage in Eigenregie

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Geldanlage an der Börse

von Stefan Hajek

Vorsorgesparen mit Wertpapieren im selbststrukturierten Depot ist einfacher, als viele denken. Das Risiko ist dabei nicht höher, als wenn die Bank das Geld verwaltet.

Beim Thema Geldanlage winkt Ludger Borchert* resigniert ab. „Damit bin ich durch; das bisschen, was mir geblieben ist, habe ich als Tagesgeld angelegt.“ Vor zehn Jahren ging der Ingenieur in Pension, vertraute seiner Sparkasse 350.000 Euro aus dem Verkauf seiner Firma an. Borcherts einzige Vorgabe an die Bank: kein hohes Risiko. Schließlich war er nicht mehr der Jüngste, das Geld müsste im Alter notfalls für ein Pflegeheim reichen, denn als Selbstständiger hatte er nie viel in entsprechende Versicherungen eingezahlt.

Zehn Jahre später ist er zum Glück kein Pflegefall – aber die Hälfte seines Vermögens los. 1999 steckte die Sparkasse allein drei Viertel des Vermögens in drei Aktienfonds, Deka Telemedien, Deka Internet, Deka Technologie. Als Borchert nach zwei Jahren lautstark einen Verlust von 70 Prozent beklagte, schichtete der Filialleiter hektisch um, verkaufte die Aktienfonds nahe dem Tiefpunkt und nahm dafür Geldmarktfonds ins Depot. So stellte er unfreiwillig sicher, dass sich Borcherts Depot trotz der Rally von 2003 bis 2008 nicht erholen konnte.

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Geldanlage selbst in die Hand nehmen

Ein schwacher Trost, dass Borchert nicht der einzige Anleger ist, dessen Geld von Profis schlecht angelegt wurde. Als Michael Heliassos, Professor an der Universität Frankfurt, 33.000 Privatdepots untersuchte, kam heraus: Anleger, die auf eigene Faust agierten, schnitten im Schnitt nicht nur besser ab als jene, die von einer Bank betreut wurden; sie hatten auch ein geringeres Verlustrisiko.

Grund genug, die Geldanlage selbst in die Hand zu nehmen. Man muss dazu weder Finanzprofessor sein noch ein Naturtalent der Spekulation. Wer sein Depot vernünftig zwischen Risiken und Renditechancen austariert und nicht hektisch von einem Extrem ins andere verfällt, kann jährlich fünf bis zehn Prozent Rendite schaffen – ohne Gefahr eines schweren Substanzverlusts am Vermögen.

Risiken streuen

Die grundsätzliche Verteilung des Vermögens auf die fünf Anlageklassen Aktien, Gold, Bargeld, Zinspapiere und Rohstoffe ist langfristig für die Wertentwicklung entscheidend, nicht die oft überschätzte Auswahl der Einzeltitel. 90 Prozent des Renditeunterschieds zwischen guten und schlechten Depots gehen auf die grobe Aufteilung des Geldes auf die Anlageklassen zurück, nur zehn Prozent stammen aus der Wahl der einzelnen Titel, so Studien des Finanzwissenschaftlers Gary Brinson, der in den Achtzigerjahren 91 US-Pensionskassen untersucht hat.

Was aber ist eine vernünftige Mischung? Gern empfohlen wird ein abnehmender Aktienanteil mit steigendem Lebensalter. Das ist nicht ganz verkehrt, reicht aber als Strategie nicht aus. Selbstständige etwa brauchen einen größeren Sicherheitspuffer als Angestellte oder Beamte. Weitere Parameter: Muss eine Familie abgesichert werden oder nicht? Verfolgt der Anleger ein fix terminiertes Ziel, etwa den Kauf einer Immobilie in zehn Jahren, oder will er nur ein möglichst dickes Vermögen irgendwann vererben?

* Name geändert

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