Vorsorge: Lebensversicherung kündigen?

Vorsorge: Lebensversicherung kündigen?

von Annina Reimann

Verunsicherte Kunden kündigen Lebenspolicen. Ist das klug?

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Versicherer investieren in Schuldenstaaten

Lebensversicherte schichten Geld um. Zweitmarkthändler Cash Life, der Policen aufkauft, verzeichnet doppelt so viele Anfragen wie normal. Im Juli boten Sparer Versicherungen für 100 Millionen Euro an.

„In letzter Zeit berichten bestimmt fünf Prozent der Kunden, dass sie Gold mit Geld aus der gekündigten Lebensversicherung bezahlen“, sagt auch Robert Hartmann, Geschäftsführer beim Edelmetallhändler Pro Aurum. Was Kunden beunruhigt: Die Allianz wertete gerade ihre griechischen Staatsanleihen um 644 Millionen Euro ab, 103 Millionen davon entfallen auf Allianz Deutschland. Munich Re bereinigte ihr Griechen-Portfolio um 703 Millionen, das meiste schultern Kunden der Tochter Ergo.

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Versicherer reduzierten zwar Investments in Schuldenstaaten (siehe Grafik). Mindestens 40 Prozent der Versicherer-Anlagen aber sind Bankpapiere. Banken würden stark unter Abwertungen von Papieren weiterer Staaten leiden. Was trotzdem gegen eine Kündigung spricht: Anleger sollten Vermögen streuen. Wer eine Lebenspolice hat, deckt so den Anleiheanteil seines Depots ab, denn Versicherer halten viele Bonds.

Wer kündigt, verliert Geld, da Versicherer Provisionen anfangs abziehen. In älteren Verträgen garantieren Versicherer zudem bis zu vier Prozent Zins, doppelt so viel wie heute. Verträge aus der Zeit vor 2005 sind auch steuerlich besser gestellt als später abgeschlossene Policen.

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