Wegen Zinsflaute: Der Druck auf die Lebensversicherer wächst

Wegen Zinsflaute: Der Druck auf die Lebensversicherer wächst

, aktualisiert 16. Oktober 2016, 22:50 Uhr
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Die Zinsflaute belastet die Versicherer. Kunden müssen deswegen niedrige Renditen hinnehmen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die dauerhaft niedrigen Zinsen zerren an den Bilanzen der Lebensversicherer. Leidtragende sind die Kunden. Sie müssen sich mit immer geringeren Renditen zufriedengeben – und es könnte noch schlimmer werden.

BonnDeutschlands oberster Versicherungsaufseher kann Lebensversicherern und ihren Kunden vorerst keine Hoffnung auf bessere Zeiten machen. Die Unternehmen würden wegen der Zinsflaute in diesem Jahr rund 13 Milliarden Euro für hohe Garantien der Vergangenheit zurücklegen, sagte der Chef der Bafin-Versicherungsaufsicht, Frank Grund, der Deutschen Presse-Agentur und der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. „In den kommenden beiden Jahren wird der Betrag voraussichtlich noch einmal steigen. Die Entwicklung zeigt, wie groß die Herausforderungen durch die Niedrigzinsen sind.“

Seit 2011 muss die Branche den milliardenschweren Puffer bilden, um hohe Zinsgarantien von bis zu vier Prozent für Altverträge zu erfüllen. Die Zinsflaute nagt an der Rendite der Kunden. Die laufende Verzinsung klassischer Kapitallebensversicherungen aus dem vom Bundesfinanzministerium festgelegten Garantiezins und der Überschussbeteiligung, über die die Assekuranzen jedes Jahr neu sinkt seit geraumer Zeit.

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Grund räumte ein, dass die Zinszusatzreserve die Unternehmen belaste, „das ist uns klar“. „Sie ist aber ein sinnvolles Instrument, sie hat bis Ende des vergangenen Jahres 32 Milliarden Euro an zusätzlichen Rückstellungen eingebracht und sichert damit ab, dass die vereinbarten Leistungen erfüllt werden können.“

Die Festlegung des Garantiezinses durch das Finanzministerium hält der Versicherungsaufseher im Grundsatz für ein sinnvolles Instrument, „damit sich die Unternehmen nicht durch zu hohe Versprechen übernehmen“. Die Relevanz des Höchstrechnungszinses nehme aber weiter ab, weil immer mehr Lebensversicherer Produkte ohne feste Renditeversprechen anböten. „Ich glaube, dass sich in der Gesellschaft die Erkenntnis durchsetzen wird, dass Garantien teuer sind und Verträge ohne solche Versprechen sich am Ende mehr lohnen können.“

Die Übersichtlichkeit und Vergleichbarkeit sei durch die zahlreichen neuen Produkte weniger geworden. „Wir haben aber keine Anzeichen für systematische Intransparenz.“

Potenzial zur Entlastung der Unternehmen sieht Grund bei den Kosten. „Da müssen Versicherer noch mehr tun. Die Vertriebskosten sind weiter sehr hoch.“ Vergleichsportale im Internet hätten den Markt zwar in Bewegung gebracht. „Allerdings sehen wir derzeit dadurch noch keine Kostenentlastungen. Im Gegenteil: Wegen der hohen Vermittlungsgebühren scheinen die Vertriebskosten eher zu steigen.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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