Zwei-Klassen-Medizin: Gesetzlich Versicherte warten länger auf einen Termin

Zwei-Klassen-Medizin: Gesetzlich Versicherte warten länger auf einen Termin

Eine zentrale Terminvergabe beim Arzt - das könnte vor allem die Ungleichbehandlung von gesetzlich und privat Versicherten lösen. Die wurde in einer neuen Studie wieder deutlich.

Privatpatienten erhalten deutlich schneller einen Termin bei einem Arzt als gesetzlich Versicherte - das ist nicht wirklich etwas Neues. Nun aber kommt eine neue Studie, die das Institut für Demoskopie Allensbach für den Finanzberater MLP gemacht hat und die am Dienstag präsentiert werden soll, zu diesem deutlichen Ergebnis: Demnach mussten in den vergangenen zwei Jahren rund die Hälfte aller Kassenpatienten sehr lange auf einen Termin warten, 35 Prozent sogar mehrfach innerhalb dieses Zeitraums, wie die "Welt am Sonntag" vorab berichtet.

Es liegt also nicht nur eine Benachteiligung bei der Terminvergabe, sondern auch im Wartezimmer vor: Dort müssen Kassenpatienten deutlich länger warten. Bei den Privatversicherten musste nur ein Viertel zusätzlich noch lange im Wartezimmer warten.

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Vor allem in Hamburg, Hessen und Brandenburg werden Privatpatienten bevorzugt. In Niedersachsen war dieser Anteil am geringsten: Nur 44 Prozent der Kassenpatienten fühlten sich dort benachteiligt oder mussten auch mal länger auf einen Arzttermin warten. Knapp die Hälfte der Befragten wünschen sich deshalb eine zentrale Vergabe von Terminen. Gleichzeitig kommt die Studie aber auch zu dem Ergebnis, dass die Deutschen insgesamt mit dem Gesundheitssystem zufrieden sind. Beinahe vier von fünf Deutschen lobt die Gesundheitsversorgung hierzulande als gut oder sogar sehr gut.

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Allerdings sollte dabei auch nicht vergessen werden, dass der Ärztemangel in Deutschland zunimmt - die Zeit der Einzelkämpfer in der Arztpraxis geht dem Ende zu. Die Sorge gilt vor allem den Hausärzten. Etwa nur jeder zweite findet heute einen Nachfolger. Ihr Prestige ist unter angehenden Medizinern oft gering. Und mehr als zwei Drittel der Medizinabsolventen sind Frauen. Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen, hat für sie oft höhere Priorität als bei Männern. Übernahme einer Einzelpraxis im Vollzeitjob? Viele winken ab.

Noch gibt es auf einer Deutschlandkarte der Ärzteplanung nur vereinzelt rote Flecken - sie zeigen akuten Ärztemangel in einzelnen Regionen an. Doch der Ruhestand von Zehntausenden Ärzten naht. Deshalb ging auch der scheidende KBV-Chef Andreas Köhler schon vor längerem mit dem Ruf nach Reformen in die Offensive: Ärzte sollten sich zum Beispiel verstärkt in Städten zusammentun und von dort mobil das Land versorgen. An einigen Tagen in der Woche könnte dann ein Hausarzt vor Ort sein, an den restlichen die wichtigsten Fachärzte.

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