Währung: Euro erklimmt erneut Rekord

Währung: Euro erklimmt erneut Rekord

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Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, deutet am Donnerstag (06.03.2008) während einer Pressekonferenz der EZB in Frankfurt am Main vor Journalisten in die Runde. Die EZB lässt den wichtigsten Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld erwartungsgemäß bei 4,0 Prozent.

Der Euro hat heute seine Rekordfahrt fortgesetzt und ist mit 1,5372 US-Dollar auf den höchsten jemals verzeichneten Stand geklettert. Der Euro ist nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) gemessen an der mittelfristigen Wirtschaftsentwicklung derzeit zu stark.

Der Euro hat heute seine Rekordfahrt fortgesetzt und ist mit 1,5372 US-Dollar auf den höchsten jemals verzeichneten Stand geklettert. Am Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung noch 1,5352 Dollar.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag auf 1,5319 (Mittwoch: 1,5196) Dollar fest gesetzt. Der Dollar kostete damit 0,6528 (0,6581) Euro. Das Ausbleiben deutlicherer Worte des EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet zu dem jüngsten Anstieg des Euro zum Dollar habe die Gemeinschaftswährung unterstützt, sagte Devisenexperte Carsten Fritsch von der Commerzbank.

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Trichet hatte auf der Pressekonferenz nach der Entscheidung der EZB, den Leitzins unverändert bei 4,0 Prozent zu halten, exzessive Wechselkursbewegungen erneut als unerwünscht bezeichnet. Damit habe er aber nur frühere Äußerungen wiederholt, sagte Fritsch.

Auch auf Nachfrage habe Trichet es vermieden, dass Schlüsselwort „brutal“ in Bezug auf die Wechselkursentwicklung in den Mund zu nehmen. Dies wäre ein möglicher Vorbote einer Intervention am Devisenmarkt gewesen. Nun werde sich der Markt wieder auf die Fundamentaldaten konzentrieren, sagte Fritsch. In den kommenden Wochen könne der Euro weiter nach oben gehen. Die Frage sei nur, in welcher Geschwindigkeit dies geschehe.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,76380 (0,76850) britische Pfund, 158,55 (157,65) japanische Yen und auf 1,5818 (1,5807) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London am Nachmittag mit 976,50 (974,50) Dollar gefixt. Der Kilobarren kostete 20 695 Euro

Die EZB fühle sich angesichts des starken Teuerungsdrucks bei aber gleichzeitig immer sichtbarerer Bremsspuren bei der Konjunktur mit dem aktuellen Zinsniveau sehr wohl. „Wir sind der Auffassung, dass unsere gegenwärtige Geldpolitik unserem Ziel, mittelfristig stabile Preise zu gewährleisten, dienlich ist“, sagte Trichet.

Im EZB-Rat habe niemand eine Erhöhung oder Senkung des Leitzinses gefordert. „Es gibt keinen Widerspruch zwischen Preisstabilität, Wachstum und Arbeitsplatzbeschaffung“, sagte Trichet. Er erwartet 2008 und 2009 mehr Inflation und weniger Wachstum als bisher. Die EZB-Volkswirte erhöhten ihre Prognose für die Teuerung für dieses Jahr wegen des Anstiegs der Nahrungsmittel- und Energiepreise deutlich. Die Lebenshaltungskosten würden zwischen 2,6 und 3,2 Prozent anziehen, sagte Trichet.

Die EZB sieht bei einer Inflation von knapp unter zwei Prozent stabile Preise gegeben. Im Dezember hatten die Experten der EZB noch eine geringere Inflationsrate zwischen zwei und drei Prozent prognostiziert. Im kommenden Jahr werde die Teuerung dann sinken.

Analysten werteten die Aussagen Trichets als deutliche Absage an Zinssenkungen zur Abwehr einer Konjunkturdelle. Antje Hansen von HSBC Trinkaus etwa sieht keine Anhaltspunkte für eine Trendwende der Geldpolitik. „Trichet hat die Inflationsrisiken stark betont.“ Es sei kein nachlassender Preisdruck absehbar. „Wir sehen daher nicht die Intention der Zentralbank, einen baldigen Kurswechsel Richtung Zinssenkung einzuleiten“, sagte sie. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer erklärte: „Zinssenkungen in den nächsten Monaten sind damit so gut wie ausgeschlossen.“ Er erwartet jedoch im Jahresverlauf eine Lockerung des Zinsniveaus.

Der Euro ist nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) gemessen an der mittelfristigen Wirtschaftsentwicklung derzeit zu stark. IWF-Sprecher Masood Ahmed sagte am heute in Washington, der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung sei gemessen am schwachen Dollar zwar näher an einer angemessenen Bewertung.

Der aktuelle Kurs sei aber zu hoch. Die Europäische Zentralbank (EZB) sollte bereit zu einer flexiblen Antwort sein, falls die Abwärtsrisiken für das Wachstum nachließen. Die Inflationsrisiken in der Eurozone wiesen nach oben, sollten aber abklingen.

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